Einträge über Verkehr (Ältere Einträge, Seite 19)

Seit ungefähr 2015 nehme ich meine Umgebung beim Radfahren nicht mehr als gegeben hin, sondern als etwas, das man politisch und verwaltungsrechtlich verändern kann. Beim Rad-Dialog der Stadt Bonn 2017 habe ich mich kräftig engagiert, die Eingaben verschwanden aber alle in einer Schublade. Das hat mich geärgert, und ich habe mir andere Wege gesucht, Verbesserungen für den Radverkehr zu erwirken.

Inzwischen bin ich Aktiver im Radentscheid Bonn, Mitglied im ADFC und versuche als unabhängiger Bürger die Verwaltungen verschiedener Städte zur Umsetzung geltendem Rechts zu bringen. Darüber hinaus versuche ich ein Bild einer inklusiven Verkehrswende zu gestalten, bei der jede Person frei mobil sein kann und echte Wahlfreiheit des Verkehrsmittels kommen wird.

Die Artikel sind mit Schlagworten nach den Städten und Stadteilen organisiert sortiert, in denen ich aktiv bin. Besonders hilfreich ist auch die Karte mit Artikeln, mit der man Artikel direkt nach geografischem Bezug finden kann.


Inkonsistente Blindenleitsysteme

Ich habe das große Privileg noch keine Barrierefreiheit zu benötigen. Dennoch werde ich mich irgendwann dankbar dafür sein, wenn wir sie haben. Und bis dahin versuche ich die Bedürfnisse aller Personen zu sehen, die es nicht so gut angetroffen haben. Bei dem Ortstermin zur neu gestalteten Endenicher Allee konnte ich mit einer Dame mit Seheinschränkung sprechen und so deutlich besser verstehen, worauf beim Tiefbau zu achten ist.

Personen, die mit dem Langstock (Blindenstock) gehen, müssen sich sehr konzentrieren. Sie müssen versuchen die Bordsteinkanten zu finden, damit sie nicht aus Versehen auf die Fahrbahn treten. Sie bevorzugen daher eine Tastkante von mindestens 3 cm, höher wäre noch besser. Zu hohe Kanten sind wieder schlecht für die Personen mit Rollstuhl, daher haben sich 3 cm dort als Kompromiss eingependelt.

Um an komplexen Stellen Klarheit zu schaffen, gibt es diese Blindenleitsysteme aus Rillen und Noppen. Die Rillen nennt man Richtungsfeld, die Noppen Aufmerksamkeitsfeld. Die Personen sollen sich entlang der Rillen orientieren. Soweit die Theorie. In der Praxis ist das dann ziemlich inkonsistent. Das liegt daran, dass zum einen jeder Kreis selbstständig Standards ausarbeiten darf. Es gibt zwar auf bundesebene Richtlinien, allerdings sind die nicht rechtlich bindend. Und die Landesbetriebe (hier Straßen NRW) macht an Bundesstraßen dann auch wieder Dinge, die zwar im Land konsistent sind, aber nicht in einem Kreis. Grenzgänger zwischen Bonn und Rhein-Sieg-Kreis haben dann inkonsistente Systeme, und alle Personen entlang Bundesstraßen auch.

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Grünüberwuchs über Gehweg

Grünüberwuchs ist ein leidiges Thema, weil man sich sehr schnell in Zuständigkeiten verstrickt. Trotzdem kann man es manchmal nicht mehr aussitzen. An jener Straße in Hangelar ist der Gehweg nur 120 cm breit; wahrscheinlich damit noch genug Platz für kostenlose Parkplätze für Anwohner:innen bereitsteht. Da hat sich die Ecke aber derart ausgebreitet, dass man nicht mehr auf dem Gehweg gehen kann. Das sieht dann so aus:

Mir ist nicht klar, ob dass jetzt öffentliches Grün ist, das von der Stadt Sankt Augustin zugeschnitten werden muss. Oder es ist aber privates Grün. Weil es zwischen Straßen und Garagenanlage ist, sind mir die Besitzverhältnisse nicht klar. Auch wenn die Sorge besteht, dass es im Zuständigkeitsgerangel untergeht, habe ich die Stadt einmal angeschrieben.

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Unsynchrone Fahrradampel am Belderberg

Seit der ersten Kappung des Cityrings darf man mit dem Fahrrad die Rathausgasse in die andere Richtung befahren. Dazu war dann auch eine neue Ampel an der Kreuzung zum Belderberg nötig. Diese Ampel verhält sich aber ziemlich merkwürdig, wie man hier in dem Video sehen kann:

Zuerst werden gleichzeitig die Fahrrad- und Fußgänger:innenampel auf der anderen Seite grün. Mit spürbarer Verzögerung schaltet die vordere Ampel über Gelb auf Grün. Das erscheint mir inkonsistent. Zuständig ist hier vielleicht das Tiefbauamt, also schreibe ich die einmal an.

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Fahrrad-Überholverbots-Zeichen ist Sinnlos

In der StVO-Novelle wurde das Zeichen 277.1 neu eingeführt. Das trägt den sperrigen Namen »Verbot des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Krafträder mit Beiwagen«. Wird dies aufgestellt, so dürfen Autofahrer:innen keine Radfahrer:innen mehr überholen. So sieht es aus:

Bildquelle: Wikipedia-Artikel »Bildtafel der Verkehrszeichen in der Bundesrepublik Deutschland seit 2017«

Das klingt wunderbar! Man stellt es überall dort auf, wo man bisher zu eng überholt worden ist. Im folgenden Bild habe ich eine kleine Straße. Wie breit ist die wohl?

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Exklusiver nicht-nutzungspflichtiger Radweg mit Fußverkehr?

Auf einer Radtour durch den Kreis Euskirchen bin ich an der Meckenheimer Straße (Karte) an dieser wirklich abenteuerlichen Konstruktion entlanggekommen:

Was soll das bedeuten? Wenn man es jetzt nicht genau nimmt, und sehr wohlwollend interpretiert, so ist das einfach nur ein gemeinsamer Geh- und Radweg. Fuß- und Radverkehr sind hier gleichberechtigt. Für so einen Weg erscheint das sinnvoll. Damit gibt es dann auch direkt ein Fahrbahnverbot, sodass auf der Fahrbahn daneben mit dem Auto gepflegt mit 100 km/h gefahren werden kann.

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Mit dem Auto in die Stadt geht doch‽

Es gibt immer wieder sehr hitzige Diskussionen um den Bonner Cityring. Das ein Ring aus Straßen, mit denen man um die Innenstadt fahren kann. In gelb markiert der Cityring. Nun wurde der rote Teil für den Autoverkehr gesperrt, es gab einen Aufschrei in der Pro-Auto-Presse.

Karte von Open Street Map, Route durch Bike Router

Es wurde argumentiert, dass man nun nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt kommen könnte, dass man lieber in die umliegenden Städte fahren würde und dort sein Geld ausgibt. Die Bonner Innenstadt würde veröden, alle Läden pleite gehen und so weiter.

Der ADFC argumentiert schon sehr lange, dass es doch hinreichend ist eines der vielen Parkhäuser der Stadt sternförmig anzufahren, und danach dann wieder zurück nach Hause. Und ich verstehe echt nicht, was an diesem Konzept nicht stimmen sollte.

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Umlaufsperren am Kleinspielfeld Buschdorf

In Bonn-Buschdorf, an der Grenze zu Bornheim, gibt es als Teil vom Grünen C ein paar Feldwege und einen Spielplatz. An der Einmündung auf die Buschdorfer Straße steht dort eine Umlaufsperre.

Die erscheint mir aber ziemlich sinnlos. Die Buschdorfer Straße ist nämlich für den Kraftverkehr gesperrt, es darf nur landwirtschaftlicher Verkehr dort einfahren. Das sind meist sehr laute Traktoren, die man also gut hören kann. Der Sinn einer Umlaufsperre ist immer die Begrenzung von Geschwindigkeit, damit niemand einfach so auf die Straße fährt. Jedoch geht es dort auch bergauf.

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