🇩🇪 — Hi, ich bin Martin Ueding; Physiker, Maschinenlerner, Softwareentwickler und Fahrradaktivist. Ich habe recht früh mit dem Programmieren angefangen und schreibe darüber im Bereich »Code & Zahlen«. Im Physikstudium bin ich immer weiter in die Computerphysik gegangen, meine Studiumsunterlagen sind noch immer Teil dieser Webseite. Nach der Promotion bin ich in die Wirtschaft gewechselt. Seit dem Abitur habe ich meine Wege mit dem Fahrrad erledigt, Radtouren unternommen und irgendwann auch Radreisen. Inzwischen bin ich auch Aktiver im Radentscheid Bonn.

Aktuell schreibe ich am meisten zu Verkehrsthemen, manchmal auch noch ĂĽber Wissenschaft, Maschinenlernen oder anderen Dingen, die mir einfallen. Die eher technischen Dinge schreibe ich meist auf Englisch, den Rest auf Deutsch.

Man kann mich per E-Mail, Threema oder Telegram kontaktieren, oder mich auf Mastodon und Twitter finden.

🇺🇸 — Hey, I am Martin Ueding, a physicist, software developer, machine learning researcher and a traffic policy activist from Germany. On my blog you can find all my physics study material, mostly English articles about code and numbers and travel. The articles about traffic policy are in German.

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Das FDP-Finanzierungskonzept fĂĽr die MĂĽnchener Eigentumswohnung

Damals, als die Zinsen noch so extrem niedrig waren, sprach sich jemand von der MĂĽnchener FDP gegen das Mitleid wegen der hohen Immobilienpreise in der Stadt aus. So wird er in der SĂĽddeutschen Zeitung zitiert:

"Nur weil man es immer wieder wiederholt, dass man mit einem normalen Einkommen in München keine Wohnung mehr kaufen kann, wird es nicht richtiger." Eine 100-Quadratmeter-Wohnung sei für einen "Mittelverdiener" mit 60.000 Euro pro Jahr "durchaus leistbar". Er rechnete vor: Mit einem Prozent Kredit-Tilgung pro Jahr sei die Wohnung bei den aktuellen Zinssätzen, schwuppdiwupp, nach 50 Jahren zur Hälfte abbezahlt. Danach kämen die Erben zum Zug. "Die erben eine Eigentumswohnung in dieser Stadt und haben noch die Hälfte des Kreditbetrags von heute offen." Bei einer zu erwartenden Inflationsrate von durchschnittlich zwei Prozent sei das dann "völlig leicht, das kann man fast aus der Portokasse zurückzahlen".

Die Kreditsumme ist hier unbekannt, aber auch eigentlich egal. Konkret wissen wir, dass dieser Artikel aus dem August 2021 stammt. Schaut man sich die Bauzinsen in der Vergangenheit an, findet man dort fĂĽr den 01.08.2021 bei einer Zinsbindung von 5 Jahren einen Zins von 0,85 %, bei einer Bindung von 10 Jahren einen Zins von 1,17 %.

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Tipps fĂĽr Bewerbungen

Immer wieder einmal werde ich zu Tipps für Bewerbungen gefragt. In diesem Artikel möchte ich einmal jene Ratschläge sammeln. Für das Suchen nach Stellen hatte ich schon einmal aus der Perspektive von Computerphysik geschrieben. Dieser Artikel nimmt an, dass schon konkrete Stellen zur Bewerbung vorliegen.

Ausschreibungen haben immer eine ähnliche Struktur. Die Firma stellt sich vor, dann wird die Stelle vorgestellt und zuletzt werden die noch die Anforderungen an Bewerber*innen aufgeführt. Im eigenen Anschreiben spiegelt man die Ausschreibung. Man fängt damit an die Stelle zu benennen, auf die man sich bewirbt. Dann erklärt man, warum man sich für diese Stelle interessiert. Meist sind das spannende Aufgaben und die Überzeugung für das Unternehmen Mehrwerte realisieren zu können.

Als nächstes kommt ein Absatz mit den "hard skills", also den konkreten Fähigkeiten. Steht in der Stellenausschreibung etwas von "Erfahrung mit Python", so beschreibt man prägnant die Projekte, die man bisher mit Python durchgeführt hat. Insbesondere sollte man Herausforderungen und ihre Lösungen benennen. Bitte daran denken, dass die erste Person in der Personalabteilung sitzen wird und daher meist nur eine Liste mit Stichwörtern abhakt als eigene Erfahrung mit der Technik zu haben.

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Mehr StraĂźen wegen mehr Verkehr wegen mehr StraĂźen

Ich habe zugenommen, wie jedes Jahr. Meine Jacke passt mir schon länger nicht mehr, aber ich mache sie einfach nicht mehr richtig zu. Das ist zwar kalt, aber irgendwie habe ich mich daran gewöhnt. Nun passt mir allerdings meine Hose auch nicht mehr so recht. Schon immer musste ich den Bauch ein bisschen einziehen, jetzt aber so richtig. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ich die nicht mehr komplett zubekommen kann.

Um bei der Hose ein Unglück zu verhindern, wie bei der Jacke, muss ich nun entschlossen gegensteuern. Es darf nicht sein, dass die Hose nicht mehr zugeht. Und so werde ich morgen in die Stadt fahren und mir neue Hosen kaufen, die groß genug sind. Und ich werde auch direkt schon welche kaufen, die noch eine Nummer größer sind. Mein Bauch wird, wenn man die Entwicklung fortschreibt, nächstes Jahr noch größer werden. Da muss ich jetzt investieren und schon die passenden Hosen kaufen. Bei der Jacke müsste man etwas machen, aber dafür ist kein Geld mehr im Kleidungsbudget übrig, das brauche ich für die Hosen.

Klingt absurd? Das dachte ich mir beim Lesen der Aussagen von Bundesverkehrsminister Wissing ebenfalls. Im verlinkten Artikel wird er zitiert:

Wenn wir auf der Straße nicht ähnliche Zustände wie gerade bei der Schiene erleben wollen, müssen wir auch hier jetzt dringend gegensteuern.

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Willenskraft und Resilienz beim Krafttraining

Wenn man nach Gründen gefragt wird, warum man nicht alle vorgenommenen Dinge umsetzen konnte, wird häufig mangelnde Zeit genannt. Für mich trifft das aber häufig nicht zu. Mir fehlt manchmal einfach die Energie. Das ist gerade bei dem kalten Wetter wenig verwunderlich. Eine Nacht schlechter Schlaf kann schon reichen. In letzter Zeit nehme ich aber eine weitere wichtige Ressource war: Willensstärke. Und so kann ich manchmal noch Zeit und Energie haben, aber einfach keinen Willen mehr.

Besonders merke ich das beim Krafttraining. Die Methode dort sind langsame Wiederholungen ohne Absetzen mit je 12 Sekunden Dauer. Man soll zwischen 90 und 120 Sekunden Belastungszeit schaffen. Schafft man mehr oder weniger, erhöht bzw. reduziert man das Gewicht beim nächsten Training ein bisschen. An Samstagmorgen habe ich genug Zeit, und durch das Frühstück davor auch noch genug Kraft. Was aber unterschiedlich ist, das ist mein Willen. An manchen Tagen habe ich fest vor die 120 Sekunden zu übertreffen, damit ich das Gewicht erhöhen kann. An anderen Tagen will ich einfach nur die 90 Sekunden vollmachen, damit ich nicht reduzieren muss.

Die ersten 60 Sekunden sind immer ziemlich einfach. Aber dann merke ich wirklich sehr stark, wie resillient ich an dem Tag bin. Es fängt an anstrengend zu werden, und natürlich ist der erste Impuls dann nachzugeben und aufzuhören. Ich muss mir dann aber sagen, dass ich das durchziehen will, und dass das Gefühl des Erfolges die vergänglichen Schmerzen überwiegen wird. Mit jeder Wiederholung wird die Stimme »das reicht doch« lauter, und das »eine Wiederholung geht noch« wird schwächer. Je nach Willenskraft kann ich aber noch ein bisschen weitermachen.

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Datenanalyse fĂĽr die Frankfurter OberbĂĽrgermeisterwahl

In Frankfurt wird demnächst ein*e Oberbürgermeister*in gewählt. Die Frankfurter Rundschau hat dazu den FR Wahlhelfer veröffentlicht, der bei allen Kandidat*innen Stellungnahmen zu gewissen Fragen enthält und analog zum Wahl-o-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung funktioniert. Ich habe hier auf die Antworten meine Datenanalyse angewandt und erhalten hier die gleichen Grafiken, natürlich mit anderen Inhalten.

Das erste ist die Korrelation zwischen den Kandidat*innen. Man kann hier zum Beispiel gut sehen, wie die Kandidat*innen von SPD und GrĂĽne ziemlich viel Ăśberschneidung haben. Der Gegensatz zur AfD kommt hier von der Gartenpartei Frankfurt.

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Bremsbereites Draufhalten

Als Oberstufenschüler war ich angehender Erstwähler und interessierte mich besonders für die Abschaffung des Wehrdienstes. Ich schaute mir da Interviews mit den Parteien an und auch eines von einer Schülerreporterin mit Guido Westerwelle von der FDP. In dem Interview gab es einen Moment, in dem die Reporterin Westerwelle ins Wort fällt, er ihr das aber gar nicht übel nimmt und sie die Frage in Ruhe stellen lässt. Sie ist etwas nervös, weil sie ihm gerade ins Wort gefallen ist. Er wirkt hingegen sehr freundlich, weil er sie gewähren lässt.

Zumindest war das meine naive Interpretation davon. Mein Vater, Fernsehprofi, erklärte mir den Trick dahinter: Herr Westerwelle war natürlich absolut routiniert in derartigen Interviews. Und so hat er die Reporterin absichtlich dahin gelockt, dass sie ihm ins Wort fällt. Daraufhin konnte er sich als großzügig positionieren und sie ein klein bisschen schlechter darstehen lassen. Sie würde etwas nervöser werden und eventuell nicht mehr kritisch nachfragen, weil sie nicht direkt wieder negativ auffallen wollte.

Ich habe das damals nicht direkt verstanden und bin total auf diesen rhetorischen Trick reingefallen. Er lässt der anderen Person das Gefühl eines Fehlverhaltens geben, ohne dass diese wirklich das Fehlverhalten gezeigt hatte. In seiner Ausführung geht der Trick so, dass man so tut, als wollte man nichts sagen, wartet bis die andere Person gerade ansetzt und dann unvermittelt selbst anfängt etwas zu sagen. Man kommuniziert »untelegrafiert«, also ohne Vorbewegung oder Einleitung. Das führt zu Konflikten.

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Mobilität im Zeitalter von Teleportation

In der Diskussion um Verkehr geht es häufig nur darum, mehr Kapazität zu schaffen. Ich habe auch lange nur diesen Blickwinkel gehabt. Man schaut sich an, wo die Leute wohnen, wo sie arbeiten, wo die Geschäfte und Freizeitaktivitäten sind. Und dann schaut man, wie sehr man die Straßen dazwischen ausbauen muss. In Bonn arbeiten zum Beispiel viele Leute in Hochkreuz bei Telekom, Deutscher Post, Deutscher Welle und der UN. Daher braucht es leistungsfähige Transportmittel und es liegt nahe, eine Autobahn direkt von der A 565 zur A 562 (Venusbergtunnel) sowie deren Verlängerung zur A 3 (Ennertaufstieg) zu bauen. Die Leute wohnen in Speckgürtelstädten wie Meckenheim und Rheinbach und pendeln dann rein.

Dieser Logik folgend müssen wir immer mehr Kapazität bauen, damit die Leute nicht mehr so viel Zeit im Stau verschwenden müssen. Die Geschwindigkeit auf dem Weg zur Arbeit soll steigen. Es müssen auch mehr Verbindungen gebaut werden, damit die Strecken kürzer und so effizienter werden können. Vor Ort braucht es dann genügend Parkplätze, damit man sein Auto in kurzer Zeit loswerden kann. Die Gehstrecke zum Arbeitsplatz darf dann auch nicht zu lang sein, sonst lohnt sich die neue Autobahn eigentlich gar nicht.

Diese Betrachtungsweise lässt aber außen vor, dass Leute umziehen und Arbeitsplätze gewechselt werden können. Gibt es eine neue Schnellstraße, so spart man Strecke. Im Mittel führt das aber nicht zu einer Ersparnis bei der Reisezeit. Vielmehr ziehen Leute dann weiter nach draußen, weil dort günstiger zu wohnen ist. Und durch die neue Schnellstraße kommen sie ja auch zügig zur Arbeit. Der Bedarf an Kilometern steigt dadurch aber. Das Zeitbudget bleibt konstant, die Erhöhung in Geschwindigkeit erhöht nur die Distanzen, die zurückgelegt werden.

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Paketannahmestelle im Wohnhaus

Ich wohne in einem Mietshaus mit zwei Handvoll Parteien. Und eigentlich kommt jeden Tag mindestens ein Paket hier an. Ich bin der einzige, der fast jeden Tag Zuhause ist, weil ich von Zuhause arbeiten kann. Und so kann ich mir relativ sicher sein, dass gegen 12:00 Uhr der erste Zusteller klingelt und ein Paket für eine andere Partei abgibt. Häufig kommt dann noch der zweite Zusteller und gibt für eine andere Partei etwas ab. Manchmal bekomme ich natürlich auch selbst Pakete.

Die Zusteller*innen haben schon gemerkt, dass ich meist da bin. Und so klingeln sie zwar noch bei den anderen Parteien, aber dann schnell bei mir. Da wir hier im Haus diese alten 50 Hz Wechselstrom-Brummer haben, hört man die Klingeln der anderen Parteien. Und so weiß ich, dass ich schon aufstehen und die Tür öffnen kann.

Früher haben sie mir die Pakete noch in die Hand gedrückt, nach meinem Namen gefragt, es auf eine Benachrichtigung geschrieben. Dann standen meine Nachbar*innen vor der Wohnungstür und haben sich die Pakete abgeholt. Ich habe mit allen dann aber geklärt, dass ich die auch vor die Tür stellen darf. Die Zusteller*innen haben das dann mitbekommen und stellen jetzt einfach selbst vor die Tür. So haben wir meist im Flur immer die gleiche Unterhaltung. Ich mache auf, rufe »Hallo!« in den Flur. Dann wird »Paket für Nachbar/-in, ich stelle es vor die Tür« hochgerufen. Ich wünsche einen schönen Tag, bekomme einen schönen Tag gewünscht, und fertig.

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Zwei gleichaussehende Apps von Barclays

Ich habe eine Kreditkarte von Barclays. Auf meinem neuen Handy musste ich noch deren App einrichten, damit ich da auch Zahlungen freigeben kann. Also habe ich die App von Barclays installiert.

Ich wurde irgendwann allerdings stutzig, als ich dort nicht meine deutsche Telefonnummer eingeben konnte. Das schien eine App nur fĂĽr UK zu sein. Ich habe daher noch einmal geschaut, welche App ich eigentlich auf dem alten Handy installiert hatte. Es war die fĂĽr DE und AT.

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Verschiedene Bevölkerungsdichten in Cities Skylines ausprobiert

Ich habe in Cities Skylines noch einmal eine Stadt bauen wollen, die ganz furchtbar autofokussiert ist. Und dann habe ich dank Radwege-Erweiterung noch ein Viertel gebaut, das so Blöcke hat. Und dann kann man gut vergleichen, wie die so sind. Zuerst habe ich alles voller Autobahnen und Schnellstraßen gebaut.

Dann habe ich da in die Lücken noch ein paar Häuser gesetzt, damit da auch Leute sind, die die ganzen Straßen nutzen.

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