Einträge über Diverses

In diese Kategorie kommen alle Einträge, die nicht so recht in die anderen Kategorien passen wollen.


Netzprotokolleintrag über Deutschtümelei

Im Bereich Softwareentwicklung und IT kommen die meisten Dingen aus den USA. Und somit bekommen sie dort zuerst englische Namen. In der Wissenschaft ist das ähnlich, da gibt es bei den modernen Dingen teilweise nur englische Namen. Ganz früher war Deutsch einmal relevant in der Wissenschaft, daher gibt heißen zum Beispiel »Eigenwerte« im Englischen genauso. Heute ist das aber nicht mehr so.

Man kann aber trotzdem noch deutsche Wörter für alles finden. Manche davon wirken aber sehr gezwungen. So hieß die Modemverbindung in Windows XP zum Beispiel »Datenfernübertragungsverbindung«. Oder das »event log« heißt »Ereignisanzeige«. Wenn ich ein Windows nutze, das auf Deutsch eingestellt ist, dann kann ich mit einer englischen Anleitung nicht sinnvoll arbeiten. Aber an sich ist es ein vernünftiges Anliegen, die Begriffe zu übersetzen.

Man kann es allerdings auch übertreiben, und zwar in beide Richtungen. Da gibt es so furchtbare Denglische konstruktionen wie »downgeloadet«, bei dem dreimal die Sprache wechselt. Oder wenn man in einer Programmiersprache print() nutzt, um etwas auf dem Bildschirm auszugeben, nennen manche Leute das »printen«. So viel Englisch muss man echt nicht ins Deutsche mischen.

Weiterlesen…

Mit kleinen Schritten den eigenen Ressourcenverbrauch optimieren

Als Lebewesen muss ich die ganze Zeit gegen die in meinem Körper steigende Entropie arbeiten. Geordnete Moleküle wie Stärke (C₆H₁₀O₅) werden zur Energiegewinnung in weniger geordnete Moleküle wie Wasserdampf (H₂O) und Kohlendioxid (CO₂) umgesetzt. Diese atme ich aus und suche neue geordnete Moleküle. Man kann es auch deutlich pragmatischer betrachten: Ich brauche Ressouren, um am Leben zu bleiben. Vor allem brauche ich Nahrung und Wärme, daneben noch komplexere Dinge wie Unterkunft und Mobilität. Egal, wie wir leben, eine gewisse Mengen an Ressourcen wird immer nötig sein.

Nun kann man allerdings als anständiger Mensch versuchen diesen Ressourcenverbrauch möglichst gering zu halten. Wie gering man ihn halten muss, ist nicht von außen vorgegeben. Es ist vielmehr eine Frage des Lebensstils, wie viele Ressourcen man aufwenden möchte. Vom Geld hängt es im großen ab, im kleinen ist es häufig jedoch umgekehrt.

Ich versuche verantwortlich mit Ressourcen umzugehen, ich lebe allerdings nicht asketisch. Wie bei vielen Dingen im Leben werden sukzessive Ressourceneinsparungen immer aufwändiger. Und so muss man einen Punkt treffen, bei dem der Aufwand noch zu rechtfertigen ist. Hier möchte ich einmal beschreiben, an welchem Punkt ich gerade bin.

Weiterlesen…

Reis aus Kokos

Neulich habe ich etwas absurd erscheinendes gefunden: Reis auf Kokosbasis:

Ich kenne ja Milch aus Kokos, Käse aus Kokos. Aber Reis aus Kokos? Ist Reis jetzt schon nicht mehr vegan genug und muss ersetzt werden‽

Das ganze ergibt aber schon Sinn. Das soll ja Milchreis sein, nur eben ohne Milch. Und weil man nicht »Kokosmilch« sagen darf, sagt man »Kokosdrink«. Bei dem Milchreis hier musste man sich auch was anderes ausdenken, aber »Kokosdrink-Reis« wollte man wohl nicht. Also hat man das ganze einfach nur »Reis« genannt.

Weiterlesen…

Dreieckiger Kuchen

Neulich haben wir Kuchen in der Bäckerei gekauft. Der Käsekuchen war dabei als rechtwinkeliges Dreieck geschnitten:

Das sieht ja irgendwie lustig aus. Aber dadurch wirkt das Stück größer, als es ist.

Weiterlesen…

Armin Only Intense im Ziggo Dome (2013)

Musikalisch bin ich irgendwann auf Trance gekommen. Es fing auf der Klangwelle in Bonn an, die ironischerweise inzwischen wegen Lärmbeschwerden nicht mehr stattfinden darf. Da wurde aufgelegt von der »Housebar«. Über House bin ich dann zu Trance gekommen und habe früher den Global DJ Broadcast von Markus Schulz gehört. Über Last.fm bin ich dann zu mehr davon gekommen, und irgendwann bin ich zu Armin van Buuren gekommen. Der macht jene Sorte von melodischem »uplifting trance«, das mir gut gefällt.

Ich besorgte mir irgendwann die DVD von Armin Only Mirage und war ganz begeistert. Ein Freund von mir wurde auf den Nachfolger, Armin Only Intense, aufmerksam. Wir besorgten und Karten für Amsterdam und fuhren zum Ziggo Dome. Dort angekommen war die Halle noch eher leer, die Bühne auch noch dunkel.

Um 22:00 Uhr ging es los. Aber Armin van Buuren stand die ganze Zeit hinter einem Schirm, man konnte nur seinen Schatten sehen. Und so machte er gute zwei Stunden nur Warmup, ohne sich zu zeigen. Entsprechend krass war die Reaktion dann, als er gegen Mitternacht dann vor den Schirm trat und das Publikum ansprach.

Weiterlesen…

Beispiele für umständliche kleine Shops

Man liest ja schlimme Dinge über die Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren von Amazon. Auch ist mir nicht so ganz geheuer, dass sich da ein Monopol ausbildet. Daher versuche ich immer mal wieder bei kleinen Shops zu bestellen. Das ist aber gar nicht so leicht.

Ich wollte fünf Packungen Ohrstöpsel bestellen, damit ich trotz der ganzen Freiheit auf der Straße schlafen kann. Das günstigste Angebot gab es von einer Online-Apotheke. Doch dort durfte ich nicht mehr als drei Stück bestellen:

Bei Medikamenten kann ich es noch ein bisschen verstehen. Aber bei Ohrstöpsel finde ich die Grenze ziemlich gering.

Weiterlesen…

Mögen Dürfen Wollen Trauen

Von Karl Valentin gibt es diesen Satz:

Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.

Als Kind hörte ich diesen Satz einmal, und fand ihn einfach lustig, weil er irgendwie die vier Konzepte Mögen, Wollen, Dürfen und Trauen vermischt. Es wirkt erstmal wahllos, aber mit Selbstbewusstsein vorgetragen. Manchmal gebe ich auch im Brustton der Überzeugung Schwachsinn von mir. Leute, die mich kennen, erkennen das ziemlich schnell. Andere nehmen das dann ernst, und finden mich ziemlich merkwürdig. Das ist eine Art Humor, die für nicht eingeweihte nicht wirklich nett ist.

Jahrzehnte später kam der Satz plötzlich wieder auf, und ich habe ihn aber ganz anders gesehen. In ihm steckt nämlich erstaunlich viel Weisheit drin. Er beschreibt genau das Gefühl was man hat, wenn man eigene Bedürfnisse für eine abstrakte Gesellschaft zurückstellt. Sei es Plakativ der Mallorca-Flug, auf den man als Klimaaktivist verzichtet. Man mag dann eigentlich schon gerne am Strand liegen (mögen wollen). Allerdings nimmt man den Klimawandel und die Klimaschädlichkeit vom Flug wahr. Die Vernunft verbietet einem dann, zu fliegen (dürfen). Diese Verbot kommt aber aus dem inneren, aus der Moral. Und somit könnte man sich selbst darüber hinwegsetzen. Das traut man sich allerdings nicht.

Gerade wenn ich andere Leute beobachte, die diese Selbsteinschränkung nicht haben, bin ich irritiert. Es gibt etwa Leute, die kein schlechtes Gewissen beim Fliegen haben‽ Beim Fleischessen, Milchtrinken oder Autofahren? Das geht doch nicht! Diese Leute haben es tatsächlich einfacher im Leben, weil sie nicht diesen inneren Konflikt haben. Strandurlaub ja, Klimaschaden nein. Sie fliegen einfach in Urlaub und können den genießen.

Weiterlesen…

Bonn Orange nimmt lose Kartons nicht mehr mit

Vor einigen Jahren hat Bonn Orange (oder die Stadt Bonn) den Papiercontainer in der Großenbuschstraße entfernt. Seitdem gab es in Kohlkaul dann keine Möglichkeit mehr, große Kartonagen zu entsorgen. Die verbleibenden Punkte kann man im Stadtplan von Bonn Orange sehen. Ich habe den entfernten Container hier einmal markiert:

Das war soweit okay, man konnte große Kartons einfach neben die Mülltonnen stellen. Aber damit ist jetzt Schluss. Die werden ab nächstem Jahr nicht mehr mitgenommen.

Weiterlesen…

Aussichtsplattform Hangelarer Heide

In Bonn gibt es das Grüne C, eine mehr oder weniger zusammenhängende Kette von Grünflächen, die grob die Form des Buchstabens C haben. Überall gibt es kleine Bänke, manchmal auch überdachte Sitzgelegenheiten und Anlehnbügel für Fahrräder. Das »Highlight« ist allerdings die Aussichtsplatzform über die Hangelarer Heide. Die sieht eher unscheinbar aus:

Tritt man weiter nach vorne, so kann man von dort die Sicht über eine Wiese genießen. Das erscheint ziemlich absurd, die Plattform hätte es wirklich nicht gebraucht.

Weiterlesen…

Leseempfehlung für Sherry Turkles Bücher

Seit 2020 war ich wieder bei Twitter. Ich hatte mich davor einmal zurückgezogen, weil ich mein Verhalten dort zu unsozial und wenig konstruktiv fand. Als ich mich nach einer Pause neu angemeldet hatte, wollte ich es besser machen. Das war schwer, aber es hatte ganz gut geklappt. Das grundsätzliche Problem dabei ist, dass viele Beiträge niveaulos sind, oder über Empörung wirken. Das triggert mich zwar, tut mir mittel- und langfristig aber nicht gut. Ich verhielt mich niveauvoller, entwickelte einen Umgang mit Trollen durch Stummschalten.

Immer wieder spürte ich jedoch, dass bei Twitter die Mechanismen einfach gegen mich arbeiten. Und so stolperte ich über das Buch von Jason Lanier1, in dem er 10 Gründe zum sofortigen Löschen der Konten auf Sozialen Netzwerken aufführt. Das Buch hatte ich gelesen, konnte mich von meinem Twitter-Account aber noch nicht so wirklich trennen. Ich sah die positiven Dinge, wie es mich mit neuen Leuten bekannt macht, wie ich von Konzepten mitbekomme, die ich so noch nicht gesehen hatte. Ich versuchte ein positives Twitter um mich herum zu schaffen. Das hat auch ganz gut geklappt.

Weiterlesen…