Ausbaupläne A 59 in Bonn-Beuel

Mich hat die Tage jemand angeschrieben und auf die Ausbaupläne für die A 59 in Beuel aufmerksam gemacht. Ich stelle die Pläne vor und schreibe noch eine Einwendung.

Die A 565 soll auf acht Streifen ausgebaut werden. Aktuell ist der Tausendfüßler, eine als Brücke geführter Autobahnabschnitt zwischen Endenich und Nordstadt, vier Fahrstreifen breit. Der Ausbau auf sechs Fahrstreifen und zwei Standstreifen wird viel zusätzliche Fläche versiegeln, Bäume entlang der Autobahn fällen, und noch zusätzliche Fläche für Regenauffanganlagen beanspruchen. Dazu hat sich Widerstand in Form des Moratorium A 565 und der Webseite Tausendfüßler-Bonn geformt.

Aber das ist anscheinend nicht genug. Jetzt soll auch noch die A 59 zwischen Kreuz Bonn-Ost und Dreieck Bonn-Nordost noch auf acht Streifen ausgebaut werden. Das ist also dieser Abschnitt, markiert auf der Open Street Map:

Ich habe einmal zusammengestellt, wie die die Anzahl der Streifen sich in den jeweiligen Abschnitten entwickeln soll:

Insbesondere das Stück zwischen Kreuz Bonn-Nordost und Dreieck Sankt-Augustin-West soll auf zehn Streifen erweitert werden. In sich konsistent, schließlich muss kommen dort die Richtungen nach Köln und nach Hennef zusammen; und auf der Südseite des Abschnittes teilt es sich nach auf die beiden Bonner Rheinseiten auf. Und wenn man zweimal sechs Fahrstreifen zusammenführt, braucht man entsprechend mehr Kapazität. Folgt man der irren Logik, zu viel Verkehr durch noch mehr Fahrstreifen bekämpfen zu wollen, dann ist das alles genau richtig so.

In diesem Beitrag möchte ich mich auf die A 59 konzentrieren, weil dort bis zum 26.07.2021 die Eindeungsfrist für das Planfeststellungsverfahren läuft. Jedoch ist die Offenlage schon beendet, man kann über den Link nicht mehr auf die Pläne zugreifen. Jedoch ist auf Tausendfüßler-Bonn ein Download mit allen Daten bereitgestellt.

Pläne

Die Pläne sehen folgende Schritte vor:

  • Die A 59 soll zwei weitere Standstreifen bekommen.
  • Die Anschlussstelle Bonn-Pützchen/Vilich soll aufgelöst werden.
  • Eine Anschlussstelle »Maarstrasse« wird mit großen Aufwand und Flächenbedarf neu gebaut.
  • Die A59 zwischen Dreieck Bonn-Nordost und Dreieck Sankt-Augustin-West soll sogar auf 10 Streifen verbreitert werden.

Schauen wir uns diese Stellen einmal der Reihe nach an.

Weitere Standstreifen

Vor ungefähr 40 Jahren wurde jener Abschnitt der A 59 gebaut, und zwar mit vier Fahrstreifen und zwei Standstreifen. Vor wenigen Jahren wurden diese Standstreifen dann zu Fahrstreifen umgewidmet, sodass die Verkehrskapazität um ungefähr 50 % gestiegen ist. Nun sollen allerdings dort wieder neue Standstreifen gebaut werden.

Das ganze ist schon ziemlich perfide. So wurde die effektive Erweiterung der Autobahn von vier auf sechs Fahrstreifen ohne Bürgerbeteiligung gemacht, einfach nur durch Änderung der Markierungen ist das potentielle Verkehrsvolumen deutlich gestiegen. Jetzt will man neue Standstreifen, wahrscheinlich wegen der Verkehrssicherheit. Ich habe allerdings wenig Vertrauen darein, dass diese dann nicht auch irgendwann heimlich in Fahrstreifen umgewandelt werden.

Anschlussstelle Pützchen

Die Anschlussstelle Pützchen ist aktuell nur für die Richtungen nach und von Köln nutzbar, die Richtungen nach Königswinter sind nicht angeschlossen. Dort soll der Anschluss entfallen.

Das sieht im 3D-Bild so aus:

Bild von Bonn in 3D:

  • Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation (CC-by-sa 4.0)
  • Land NRW (2017)/Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation, dl-de/by-2-0
  • GeoBasis-DE/LVermGeoRP2018, dl-de/by-2-0, https://www.lvermgeo.rlp.de

Die Brücke muss etwas verbreitert werden. Ich bin sehr gespannt, ob sie die Situation für den Radverkehr dort verbessern. Dort gibt es in der querenden Siegburger Straße nämlich drei Fahrstreifen für den Kraftverkehr. Der Radverkehr für beide Richtungen ist auf einer Seite gebündelt.

Unter der Brücke ist jetzt nicht so viel Platz, das ist schon lächerlich eng. Insbesondere die gestrichelte Linie in der Verschwenkung zeigt, dass das viel zu schmal ist.

Wenn die ganze Anschlussstelle verändert werden soll, dann könnte man ja auch mal den Radweg anpacken. Den extra Fahrstreifen für den Linksabbieger braucht es dann ja nicht mehr, man könnte das entsprechend dem Radweg zuschlagen.

Schaut man in die Pläne rein, findet man in Datei 1D-Erläuterungsbericht-Straße.pdf auf Seite 22 eine Ausführung zu genau diesem Radweg. Der Linksabbiegerstreifen kommt in der Tat weg, der Radweg wird auf 4,75 m verbreitert. Das ist endlich einmal angemessen.

Anschlussstelle Maarstraße

Die Maarstraße verläuft südlich vom Pützchen Chaussee, unten der Ausschnitt aus der Open Street Map

So richtig viel Platz für eine Anschlussstelle sehe ich dort nicht. Schaut man sich das 3D-Bild der Anschlussstelle Pützchen an, so sind dort für die Linksabbieger auf und von der Autobahn noch etwas Platz nötig. Die Rampen können also nicht zu eng an der Autobahn entlang geführt werden. Auch im 3D-Bild sieht das alles ziemlich eng aus.

Bild von Bonn in 3D:

  • Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation (CC-by-sa 4.0)
  • Land NRW (2017)/Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation, dl-de/by-2-0
  • GeoBasis-DE/LVermGeoRP2018, dl-de/by-2-0, https://www.lvermgeo.rlp.de

Schaut man von etwas weiter weg auf die Kreuzung, ist da auch nicht mehr so viel Platz. Dort sind ein paar Felder, die werden vielleicht überbaut.

Bild von Bonn in 3D:

  • Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation (CC-by-sa 4.0)
  • Land NRW (2017)/Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation, dl-de/by-2-0
  • GeoBasis-DE/LVermGeoRP2018, dl-de/by-2-0, https://www.lvermgeo.rlp.de

Das erschreckende sind allerdings die ganzen Bäume, die dort stehen. Die stehen sehr nach an der aktuellen Autobahn. Ohne eine großflächige Fällung wird man da nichts mahcen können. Und alleine auf dem Foto sieht man schon sehr viele Bäume, dabei ist das nur ein kleiner Ausschnitt.

Schaut man sich in Datei 9.1D_Maßnahmenübersichtsplan_200109.pdf den Plan an, so findet man dieses Bild:

Das passende 3D-Bild mit gleichem Ausschnitt ist hier:

Bild von Bonn in 3D:

  • Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation (CC-by-sa 4.0)
  • Land NRW (2017)/Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation, dl-de/by-2-0
  • GeoBasis-DE/LVermGeoRP2018, dl-de/by-2-0, https://www.lvermgeo.rlp.de

Es wird also nicht nur so einfach Rampen geben, wie man sie an der Anschlussstelle Pützchen hatte. Es wird noch ein Kreisverkehr gebaut und dann noch so eine große Auffahrt mit großen Kurvenradius. Ich verstehe nicht, warum man da nicht einfach ein paar Rampen macht. Wahrscheinlich damit man schneller fahren kann, die Anschlussstelle also leistungsfähiger wird.

In Datei 9.2_Massnahmenplan-Blatt2D_200114.pdf findet man den Plan nochmal mit mehr Details. Der Rad- und Fußverkehr soll anscheinend einen Außenkreisverkehr bekommen. Und dann wird der auf eine Seite gebündelt.

Verbreiterung der A 59 nach Sankt Augustin

Aktuell ist dieser nördliche Abschnitt der A 59 nur sechs Streifen breit, an einer Stelle gibt es Nothaltebuchten und so sind es acht Streifen. Dort läuft die Autobahn in Menden an ein paar Wohnhäusern vorbei. Das meiste der Strecke ist aber in Feldern, von daher macht das an der Stelle gar nicht so viel aus. Jedoch ist die Autobahn auch dort wie eine Allee von Bäumen umsäumt, die dann wohl alle wegmüssen.

Meine Gedanken

Diese Pläne machen mich wütend. Insbesondere im Vergleich zum Radweg durch die Rheinaue. Dort sollte ein Radschnellweg gebaut werden. Schaut man sich den rechtsrheinischen Radweg einmal an, sieht man was für ein Flickwerk das ist. Der linksrheinische Radweg ist auf ähnlichem Niveau, teilweise sogar noch schlechter. Dort hätten 44 Bäume gefällt werden, der Bonner Naturschutzbeirat hat dies klar abgelehnt. Somit wird es keinen Radschnellweg geben, der die parallel laufende B 9 hätte entlasten können.

Baumfällungen und Flächenversiegelung ist also nicht gewünscht, wenn es dem Radverkehr zu gute kommt.

Lärm

In Datei 1D-Erläuterungsbericht-Straße.pdf auf Seite 38 steht dieser tolle Absatz:

Bereits der vorhandene Verkehr verursacht eine starke lärmbedingte Vorbelastungen im Umfeld der Autobahn vor. Mit der für das Jahr 2030 prognostizierten Zunahme des Verkehrsaufkommens ist ein Anstieg der Lärm- und Schadstoffemissionen verbunden. Diese Zunahme ist ursächlich auf die allgemeine Verkehrsentwicklung und nicht auf den geplanten Ausbau zurückzuführen. Durch die geplanten aktiven Lärmschutzmaßnahmen wird die Betroffenheit durch Lärm reduziert.

Der Verkehr wird so oder so mehr, da kann man nichts machen. Möglichkeiten, die Verkehrsmenge zu steuern, scheint es nicht zu geben. Es ist eine Naturgewalt, der man einfach immer mehr Fahrbahn bauen muss. Und weil man jetzt plant die komplette Fahrbahn in Flüsterasphalt zu bauen, und die Bäume gegen Lärmschutzwände aus Beton ersetzt, tut man also aktiv etwas für den Lärmschutz.

Auf Seite 5 findet man das hier:

Die Verkehrscharakteristik ist geprägt von dem Wirtschafts- und Berufspendlerverkehr. Der LKW-Anteil liegt auf dem betrachteten Planungsabschnitt der A 59 bei < 5 %.

Da sind also ganz viele Pendler unterwegs, wahrscheinlich aus Königswinter. Da in Bonn die Wohnkosten immer weiter steigen, ziehen die Leute immer weiter raus. Aber wie wäre es, wenn man zumindest einige dieser Leute mit einem guten rechtsrheinischen Radschnellweg pendeln lassen könnte?

Es gibt auf der Strecke ja auch die Straßenbahn, die S-Bahn. Aber wenn man die Autobahn vorauseilend ausbaut, so wird es nie zum kompletten Kollaps kommen. Bahn und Fahrrad werden nicht attraktiver als das Auto, und somit fahren die Leute halt weiterhin mit dem Auto.

Bäume

In Datei 1D-Erläuterungsbericht-Straße.pdf auf Seite 39 steht noch etwas zu den Auswirkungen auf Pflanzen und Fauna:

Durch die Baumaßnahme ergibt sich eine Eingriffsfläche durch den Straßenkörper und die Nebenanlagen von rund 66.400 m² sowie durch indirekte Projektwirkungen von rund 23.200 m². Die nach dem angewandten Bewertungsverfahren durchgeführte Bilanzierung ergibt einen Gesamtkompensationsbedarf von 324.120 WP (siehe „Vergleichende Gegenüberstellung Naturhaushalt“, Unterlage 9.4D).

Dass die hohe Versiegelung schon ein Problem ist, erkennen sie auf Seite 41 an:

Im Untersuchungsgebiet sind die lokalklimatischen Verhältnisse durch die Becken- bzw. Tallage (Rheintal) und besonders durch den städtischen Charakter (Verkehr, Emissionen, starker Versiegelungsgrad) geprägt. Klimatische Austauschprozesse finden nur in sehr geringem Ausmaß statt.

Aber man macht da irgendwie Ausgleichsmaßnahmen, von daher können wohl alle damit gut schlafen.

Auf Seite 42 steht dann ein sehr erschreckender Satz im Abschnitt zu den Auswirkungen Landschaftsbild, Hervorhebung von mir:

Durch den Ausbau der A 59 kommt es zum vollständigen Verlust der Gehölzbestände auf den Böschungen der Autobahn und damit verbunden zu einer visuellen Beeinträchtigung der umgebenden Freiräume. Zudem wird durch die geplante Anschlussstelle der noch vorhandene Freiraum mit Grünlandflächen und Gehölzbeständen an der Maarstraße weiter reduziert. Durch den Gehölzverlust und das Anschlussbauwerk wird das Umfeld visuell beeinträchtigt.

Mit den dichten Gehölzpflanzungen auf den Böschungen erfolgen eine Wiederherstellung der straßenbegleitenden Gehölzbestände und die landschaftliche Einbindung der Anschlussstelle. Die Pflanzung weiterer Gehölze auf der rekultivierten AS Siegburger Straße und im Bereich der AS Maarstraße sowie der Ufergehölze am renaturierten Abschnitt des Thelenbaches führen darüber hinaus zu einer optischen Aufwertung im direkten Umfeld des Bauvorhabens.

Sie wollen wohl die Bäume neu pflanzen. Aber das wurde beim Radschnellweg in der Rheinaue auch so eingeplant, trotzdem wurde es abgelehnt. Warum ist das hier dann in Ordnung?

Wie viele Bäume sind es denn so insgesamt? Es müssen »324.120 WP« kompensiert werden. Das sind Wertpunkte. Die größte Kategorie sind »Gehölzstreifen mit lebensraumtypischen Gehölzen > 70 %, BHD 14–49 cm«. Diese hat den Biotopenwert 6 BWE, wahrscheinlich pro Quadratmeter. Insgesamt kommt man dann mit allen Gründen, warum diese Bäume gefällt werden sollen, auf eine Gesamtfläche von 29.885 m². Multipliziert mit dem Biotopenwert ergibt das dann 179.310 WPE.

Wir müssen noch herausfinden, wie dicht diese Bäume jetzt eigentlich stehen. Gefunden habe ich 100 bis 400 Bäume/ha, und 100 bis 1000 Bäume/ha.

Ein Hektar sind (100 m)², also 10.000 m². Wir haben hier eine Fläche von ungefähr 30.000 m², also 3 ha. Je nach Baumdichte sind das also zwischen 300 bis 3000 Bäume, die dort gefällt werden müssen. Es ist also eine ordentliche Hausnummer, deutlich mehr als 44 in der Rheinaue.

Das ganze wird aber einfach über Ökopunkte mit Ökokonten verrechnet. Irgendwo anders in der Region wird dann eine Fläche renaturiert, und dadurch entstehen diese Punkte. Die können dann für solche Maßnahmen genutzt werden, die Ökopunkte kosten. Es ist eine tolle Abstraktion, so werden keine Bäume mehr gefällt, sondern eine Baumaßnahme kostet nur Ökopunkte vom Konto.

Und das alles, während ich keine zusätzliche Gehwegplatten in den Garten legen darf, um eine ordentliche Fahrradabstellanlage zu bauen.

Einwendung

Ich kenne ich mich bezüglich der ganzen rechtlichen Grundlagen nicht aus. Aber ich fürchte, dass meine Einwendung eh ignoriert wird. Daher wird am Ende nur die Anzahl der Einwendungen zählen. Und das kann man ja durchaus machen.

Brief an Bezirksregierung Köln am 10.07.2021

Sehr geehrte Damen und Herren

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Anschlussstelle Maarstraße A 59 Bonn-Beuel mache ich von der Möglichkeit der Einwendung gebrauch.

Laut den Plänen soll entlang der A 59 zwischen Kreuz Bonn-Ost und Dreieck Bonn-Nordost die Autobahn auf insgesamt acht Streifen erweitert werden. Dazu müssen laut Anlage über 30.000 m² Baumfläche versiegelt werden, ich schätze die Anzahl der fällenden Bäume auf 300 bis 3.000. In der linksrheinischen Rheinaue hat der Umweltbeirat erst vor kurzem die Fällung von 44 Bäumen zur Schaffung eines Radschnellweges klar abgelehnt. Dass alle Fällungen ausgeglichen würden, war nicht ausreichend.

Es sollen zwar Standstreifen gebaut werden, jedoch ist dies erst dadurch nötig geworden, weil die bisherigen Standstreifen zur Fahrstreifen umgewandelt sind. Dies ist natürlich geschickt, bei der Umwidmung der Streifen waren keine Baumaßnahmen fällig, und jetzt kann damit argumentiert werden, dass keine zusätzlichen Fahrstreifen gebaut werden.

In 1D-Erläuterungsbericht-Straße.pdf, Seite 38, wird eine generelle Zunahme des Vekehrs als Grund für den Ausbau benannt. Der Ausbau hätte allerdings nichts mit dem Anstieg des MIV zu tun. Diese Annahme scheint mir unhaltbar. Würde nicht ausgebaut, so würde die Strecke entlang der B 59 weniger attraktiv, Leute würden auf die Straßenbahn, S-Bahn oder das Fahrrad umsteigen. Durch den regelmäßigen Ausbau der Autobahnen in der Region wird doch erst die Voraussetzung geschaffen, dass sie immer stärker genutzt werden.

Hier sollen also deutlich mehr Bäume gefällt werden, damit noch mehr umweltschädlicher Verkehr durch die Stadt geleitet werden kann. Da die Bäume durch Lärmschutzwände aus Beton ersetzt werden, wir im Bericht behauptet, dass der Autobahnausbau gut für den Lärmschutz ist. Natürlich ist eine neue Fahrbahn mit Flüsterasphalt und Lärmschutz hilfreich, wenn die Verkehrsmenge steigt. Aber wie wäre es, wenn die Verkehrsmenge nicht steigen, sondern sinken würde?

Generell verstehe ich nicht, warum hier derart viele Bäume gefällt werden dürfen, während das in der Rheinaue für den Radschnellweg (emissionsfreier Verkehr) nicht genehmigt worden ist. Der Ausgleich wird mit Ökopunkten verrechnet, das schien beim Radschnellweg jedoch nicht möglich. Warum geht das jetzt hier?

Dazu kommt noch die ganze Klimabelastung durch die Bauarbeiten selbst, es müssen große Mengen Beton verbaut werden, der in der Herstellung aktuell sehr viel CO₂-Emissionen erzeugt. Dazu noch weitere Kollateralschäden wie Zerschneidung von Habitaten, Eingriff in einen Bachlauf, Temperaturanstieg durch Versiegelung und mehr Autobahnabwasser.

An der Anschlussstelle Maarstraße soll laut Plänen eine große Kurve gebaut werden; wahrscheinlich für hohe Geschwindigkeiten bei Aus- und Auffahrt. An der AS Pützchen reichen aktuell einfache Rampen, die deutlich weniger Platz verbrauchen.

Die Stadt Bonn halt Klimanotstand. Wir sehen aktuell überall auf der Welt Hitzewellen und neue Rekordtemperaturen. Das Bundesverfassungsgericht hält die bisherigen Bemühungen zum Klimaschutz für unzureichend. Der Stadtrat Bonn hat letztes Jahr den Radentscheid angenommen. Die Stadt Bonn hat sich als Lead City beworben, um eine Mobilitätswende zu starten. Ein Ausbau einer Autobahn auf Kosten von existierenden Grünflächen erscheint mir daher komplett aus der Zeit gefallen, ich lehne ihn daher ab.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Ueding

Ich gehe davon aus, dass ich nichts mehr davon höre, und die Autobahn eben erweitert wird. Das Umdenken wird wohl noch ewig andauern, vielleicht wird eine weiterer Ausbau in 40 Jahren abgelehnt.