Winter-Radfahren in Bonn nicht vorgesehen

Bonn bekommt es nicht hin für Eisfreie Radwege zu sorgen. Selbst auf Fahrbahnen bekommen die das nicht hin. Es ist so ein Trauerspiel. Dann fahre ich halt mit dem Auto zum Fitnessstudio.

Am 11.01.2026 hatte es über Nacht nochmal gefroren, es lag noch ein bisschen Eis und Schnee in den Ecken, ansonsten war es halbwegs frei. Normalerweise fahre ich mit dem Fahrrad zum Fitnessstudio, bei Eis wird es mir dann aber zu riskant. Ich hatte überlegt, ob das Auto an dem Tag angemessen ist.

Als ich in Bonn dann die Autobahn verließ und auf die Römerstraße kam, sah ich das hier:

Da ist also eine breite Fahrbahn mit einem »Schutzstreifen«. Dieser ist allerdings komplett vereist. Der Autoverkehr hat wohl die Kernfahrbahn freigefahren, die Seite aber noch nicht.

Ohne Schnee soll man da in der Türzone neben den geparkten Autos radeln. Jetzt bei Eis könnte man halt links vom Schutzstreifen fahren. Das kann, je nach dem, welcher Klappspaten hinterm Lenkrad sitzt, allerdings zu Wutausbrüchen und erzieherischen Überholmanövern führen. Überhaupt nicht lustig, wenn da Eis ist.

Ich saß Ende 2021 als Mitglied des Radentscheides mit der Verwaltung der Stadt Bonn zusammen. Thema war Winterdienst auf Radwegen. Und da kamen wirklich die absurdesten Dinge raus. Zum einen hat die Firma Bonn Orange, die den Winterdienst durchführt, gar keinen aktuellen Plan mit den Radwegen. Sie wissen schlicht nicht, wo überall Radwege sind. Dann haben sie auch nicht genug kleine Kehrmaschinen für die wenigen echten Radwege, die Bonn hat. Man könnte die Bestellen, die haben aber drei Jahre Lieferzeit.

Das war vor vier Jahren. Seitdem gibt es auch nicht wirklich mehr Radwege, nur diese »Schutzstreifen«. Und offensichtlich schafft man es in Bonn nicht, dass man diese Fahrbahnen um 12:52 Uhr so geräumt hat, dass man dort mit dem Fahrrad fahren kann.

Ich bin mit dem Thema inzwischen durch. Wenn irgendwie Frost ist und ich nach Bonn muss, fahre ich halt mit dem Auto und lasse das Fahrrad in der Garage stehen.

Paradoxerweise schafft es Sankt Augustin, die Geh- und Radwege zu räumen. Ich weiß auch nicht, wie sehr man als studentische Großstadt verkacken muss, damit die konservative Einfamilienhaus-Mittelstadt mehr für den Nicht-Autoverkehr tut.