Wir haben seit Frühjahr 2026 die Wärmepumpe, nun kann ich anhand der Sommermonate die Kosten für Warmwasser vergleichen. Wir sparen, aber nicht wegen der Wärmepumpe sondern wegen der moderneren Steuerung und weniger dummen Einstellungen.
Im Haus war eine etwas über zwanzig Jahre alte Gas-Brennwerttherme drin. Für Warmwasser (Brauchwasser) hatte die einen 100 l Tank. Da ich mir Sorgen wegen Legionellen gemacht hatte, habe ich die Solltemperatur einfach auf 60 °C gestellt.
Mit der Wärmepumpe und 180 l Tank habe ich das nicht mehr gemacht, da sind wir am Ende bei 46 °C gelandet. Dafür hatte ich die Wöchentliche Legionellen-Schaltung drin, bei der das Wasser einmal auf 75 °C erhitzt wird. Bis uns ein Heizungsbauer erklärt hat, dass wir innerhalb einer Woche locker mehr als 180 l Umschlag haben und wir daher kein stagnierendes Wasser haben. Nach dem Urlaub kann man einmal durcherhitzen, aber laufend ist das nur Energieverschwendung.
Wir haben also mit beiden Systemen jeweils diese Warmwasser-Hysterese:
| Heizsystem | Unten | Oben |
|---|---|---|
| Gasheizung | 57,5 °C | 62,5 °C |
| Wärmepumpe | 39,0 °C | 46,0 °C |
Ich habe den Gaszähler monatlich abgelesen, die Wärmepumpe erfasst ihren Energieverbrauch und Wärmeerzeugung selbst. Daher kann ich die Daten hier einmal exemplarisch für Juli 2025 gegen Juli 2026 anschauen. Dabei habe ich mit einer Energiedichte von 11,5 kWh/m³ für das Gas gerechnet sowie einem Gaspreis von 0,127 EUR/kWh und einem Strompreis von 0,29 EUR/kWh. Hier die Daten:
| Heizsystem | Warmwasser | Primärenergie | Kosten |
|---|---|---|---|
| Gasheizung | 495 kWh | 495 kWh | 63 EUR |
| Wärmepumpe | 178 kWh | 57 kWh | 17 EUR |
| Einsparung | 64 % | 88 % | 73 % |
Man kann sehr gut sehen, wie wir beim Warmwasser deutlich reduziert haben. Klar, ständig einen Tank von 62,5 °C auskühlen lassen braucht viel mehr Energie als ihn von 46 °C abkühlen zu lassen. Alleine dadurch haben wir 64 % der Energiemenge eingespart. Dazu kommt noch die Umweltwärme, die die Wärmepumpe nutzen kann. Somit brauchen wir viel weniger Primärenergie als mit der Gasheizung und sparen so 88 %. Allerdings ist Strom teurer als Gas, von daher ist die monetäre Einsparung »nur« 73 %. Das ist noch mehr als die reine Einsparung der Wärmemenge selbst.
Würden wir die gleiche Temperatureinstellung nehmen wir vorher und der Tank ähnlich viel Wärme verlieren (der Aspekt ist mir nicht klar), würden wir wohl auch um 500 kWh für Warmwasser verbrauchen. Bei dem hohen Temperaturhub wäre die Arbeitszahl vielleicht noch 2,3. Somit bräuchten wir 217 kWh Primärenergie. Bei 29 ct/kWh sind das dann witzigerweise auch 63 EUR an Stromkosten.
Gasheizung und Wärmepumpe müssen weniger Wärme bereitstellen, wenn das Wasser nicht so warm werden soll. Die Wärmepumpe wird aber gleichzeitig auch noch effizienter. Daher lohnt sich Temperatursenkung bei der Gasheizung einfach, bei der Wärmepumpe aber gleich doppelt. Und diesen Effekt sehen wir hier.
Insgesamt ist die Einsparung schon wirklich schön. Allerdings sind 40 EUR/Monat nur 480 EUR/a. Das braucht also schon Jahrzehnte, um den Aufpreis von ganz grob 8.000 EUR für die Wärmepumpe gegen eine neue Gasheizung rauszubekommen. Aber das nur unter Annahme eines festen Verhältnis zwischen Gas- und Strompreisen, was hoffentlich so nicht stimmen wird. Zudem wird das Heizen hoffentlich auch nochmal effizienter. Darüber kann ich dann im nächsten Frühjahr schreiben.
Und es zeigt auch, dass Optimierung der bestehenden Heizung mehr bringt als den Energieträger zu wechseln. Das alleine kann auch nicht zaubern.