Ich habe mit ein paar Coding Agents Erfahrungen gesammelt, dann habe ich noch ein paar mehr ausprobiert. Es ist interessant wie ähnlich die sind und dass die Unterschiede teilweise an unerwarteten Stellen sind.

Claude

Mit Claude habe ich am meisten Erfahrung, weil ich das auch auf der Arbeit viel nutze. Es besteht aus zwei Teilen, dem Claude Code Programm und den Claude-Modellen.

Claude Code in VS Code

Meist nutze ich die Erweiterung für VS Code. Die fügt sich ganz gut in die Entwicklungsumgebung ein, weiß welche Datei ich gerade geöffnet habe und ob ich Zeilen ausgewählt habe. Wenn mir etwas nicht gefällt, kann ich die Unterhaltung und den Code auf einen vorherigen Stand zurücksetzen.

Etwas nervig finde ich allerdings die Animation. Claude ist relativ langsam, daher wollen sie das mit einer Animation wohl erträglicher machen. Am Ende finde ich es allerdings nur nervig und kindisch.

Das ganze funktioniert wunderbar, das setze ich auch für mein Hobbyprojekt meist so ein. Die Modelle sind leistungsstark genug um nicht mehr wirklich dumme Fehler ausbügeln zu müssen.

Claude Code CLI

Der andere Weg ist das Kommandozeilenwerkzeug. Es ist ein TUI, also ein Text User Interface. Es basiert aber trotzdem auf dem Web-Frontend-Stack. Es fühlt sich an wie ein Terminal-Programm von Leuten, die aber nicht mit Programmen wie Vim oder Midnight Commander aufgewachsen sind.

Und auch das hat diese dämliche Animation:

Geht auch, finde ich aber weniger komfortabel. Der einzige Vorteil für mich ist die Statusleiste, in der ich mir die Kosten pro Sitzung einblenden lassen kann (nicht gezeigt).

Google Gemini mit Antigravity CLI

In einem kostenlosen Google-Konto ist sogar ein bisschen AI Coding mit Antigravity CLI enthalten. Man kann da das Flash-Modell nutzen. Es sieht Claude Code sehr ähnlich aus.

Unglaublich nervig ist aber, dass man jedes Kommando einzeln freigeben muss:

● Bash(git checkout main) (ctrl+o to expand)

Command
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Requesting permission for:
   git checkout main

Do you want to proceed?
> 1. Yes
  2. Yes, and always allow in this conversation for commands that start with 'git checkout'
  3. Yes, and always allow for commands that start with 'git checkout' (Persist to settings.json)
  4. No

  ↑/↓ Navigate · tab Amend · ctrl+g edit/expand command
esc to cancel                                                                 accept-edits · Gemini 3.5 Flash (Medium)

Claude macht das viel besser. Die haben einen Classifier drin, der die Kommandos nochmal prüft. Und erst wenn diese nicht zu den Angaben passen, wird das blockiert. Somit passierte bisher nichts Schlimmes und ich muss aber nicht alle paar Sekunden etwas freigeben. Denn wenn es nicht autonom arbeitet, bin ich selbst ähnlich schnell.

Man kann agy --dangerously-skip-permissions nutzen, aber das ist dann auch wieder etwas zu wild.

Die Animation hier ist subtiler:

Als kostenloses Ding ganz nett, aber mit den Berechtigungen faktisch nicht nutzbar für mich.

Cursor

Cursor ist ein Fork von VS Code in den AI Coding komplett eingebaut worden ist. Das ist auch ziemlich cool, der Code ist gar nicht mehr in der Mitte. Zentral sind dann die Coding Agenten, die da laufen.

Das ganze sieht dann so auch professioneller aus als Claude Code:

Die Integration mit der Entwicklungsumgebung ist deutlich tiefer. Man bekommt im Code dann die Änderungen angezeigt, kann sie einzeln annehmen oder ablehnen. Das ist deutlich granularer als Claude Code, das einfach mal macht und man dann mit git zurücksetzen müsste.

Deren kostenloses Modell ist allerdings von der Leistungsfähigkeit unter Claude Sonnet. Ich kann gegen Mehrkosten auch andere Modelle nutzen, allerdings kostet das Basisabo von Cursor schon so viel wie Claude Pro. Von daher bekomme ich über Claude einfach mehr.

Devin Desktop/Windsurf

Bei Devin haben sie auch eigene Modelle. Interessant fand ich aber auch, wie sehr sie das in die IDE integriert haben.

Hier erstmal nur ein bisschen Planung:

Dann habe ich einen Plan bekommen, schön in Markdown. Das kann Claude und Cursor aber auch genauso.

Hier sieht man die Änderungen und ich kann sie annehmen und ablehnen. Das ist in Cursor ähnlich, Claude hat das nicht.

Sehr cool ist aber das Kanban-Board mit den Agenten. Es ist wirklich dafür gedacht ganz viele Agenten parallel Dinge machen zu lassen.

Das hat mir an sich schon gefallen. Allerdings ist das SWE Modell von denen furchtbar ineffizient. Es denkt elend lange nach. Auch wenn das auf Cerebras-Hardware an sich viele Token pro Sekunde erzeugt, braucht es unfassbar viele Tokens, um halbwegs auf einen grünen Zweig zu kommen. Damit ist es am Ende sogar noch langsamer als Claude gewesen.

Auch hier kostet das Abo ~20 EUR/Monat, genauso wie Claude Pro. Man kann für Zusatzkosten auch andere Modelle nehmen, jedoch kostet es dann wieder mehr.

Fazit

Cursor und Devin Desktop sind zwar echte Agentic Coding IDEs, allerdings sind die Modelle mit Inklusivvolumen nicht so gut wie das, was bei Claude inklusive ist. Von daher sind das bei meiner Anforderung einer Flatrate für den Privatgebrauch keine Alternative.

OpenAI Codex habe ich nicht ausprobiert. Da bin ich nicht schlau draus geworden, ob man für ~20 EUR/Monat eine Flatrate-Nutzung haben kann oder nicht. Falls es das dort gibt, wäre das noch eine Option.