Unnötiger LLM-Chatbot für Retoure

Ich habe das falsche Produkt bestellt und wollte es umtauschen. Der erste Vorschlag war den Chatbot zu nutzen, der hat mich aber nur genervt. Am Ende habe ich einfach eine E-Mail geschickt.

Beruflich arbeite ich mit LLM-Technik. Das sind die Large Language Models, die hinter Produkten wie ChatGPT stehen. Die brauchen ziemlich viel Rechenleistung. Und daher sehe ich ihren Einsatz kritisch, falls sie nicht wirklich gebraucht werden. Wenn man es »klassisch« machen kann, bevorzuge ich das.

So hat zum Beispiel Amazon eine klassische Oberfläche zur Rückgabe von Waren. Man wählt die Bestellung aus, klickt auf die Schaltfläche um die Retoure einzuleiten, gibt noch einen Grund an, bekommt das Retourenlabel erzeugt. Das ist ganz einfach, es braucht keinen Chatbot dafür.

Bei DocMorris hat man sich aber für einen Chatbot entschieden. Und nachdem ich dem mein Anliegen gegeben habe, wollte der ein Ticket für mich erstellen. Erstmal okay. Aber dann wollte der noch meine Stammdaten haben. Die hat DocMorris schon längst, ich sehe nicht ein, die nochmal in den Chatbot tippen zu müssen.

Davon ab, das </additional_guidance> sieht so aus, als hätten sie die Nachbereitung der erzeugten Texte nicht ganz im Griff. So etwas darf ich als Kunde/Nutzer nicht sehen.

Ich habe darauf hingewiesen, dass meine Daten doch im Kundenkonto vorliegen. Ich weiß, dass das ein nutzloses Unterfangen ist, weil das Teil ja nur seinen Prompt abarbeitet und sonst nichts kann.

Das Teil weicht dann aus.

Ich sehe aber nicht ein, dieses Spiel zu spielen.

Aber das Teil dreht sich halt im Kreis.

Ich habe dann am Ende in den Geschäftsbedingungen unter »Widerruf« eine E-Mail-Adresse gefunden, an die ich geschrieben habe. Dort habe ich natürlich Kunden- und Bestellnummer angegeben. Aber deren Prozess muss auch doof sein, nun muss ein Mensch meine Daten in irgendein Formular tippen.

Sie könnten halt wie Amazon direkt ein Formular anbieten. Wollte man aber nicht. Das will ich aber nicht zu meinem Problem gemacht bekommen.

Weiter umständlich

Ein zwei Werktage später versuchte mich ein Mitarbeiter von DocMorris dann telefonisch zu erreichen, ich war leider in einer Besprechung. Er hat mir dann noch eine E-Mail geschickt. Darin fragte er, ob die Produkte denn noch versiegelt seien. Und in welcher Form ich das Retourenlabel haben wollte. Darauf habe ich dann geantwortet.

Nun sind drei weitere Werktage vergangen, noch immer kein Retourenlabel. Aber gut, ich habe meinen Vertragswiderruf ja schon geltend gemacht, von daher läuft mir da keine Zeit davon. Wenn die so lange auf ihre Ware warten wollen, ist das ja nicht mein Problem.