Ich wollte mit der Bahn nach Koblenz und mein Fahrrad dabei mitnehmen. Der Ticketkauf war mal wieder nicht einfach möglich und mein Stresslevel war entsprechend hoch.
Ich hatte mir vorher die Verbindung angeschaut und stand dann in Troisdorf am Bahnsteig. Diesmal funktionierten sogar alle Aufzüge und sie waren groß genug für das Fahrrad. Das fing ja schon einmal ausgesprochen gut an.
Im DB Navigator habe ich dann die Verbindung gesucht, dabei als mitreisende Person ein Fahrrad angegeben. Ich bekam auch nur noch entsprechende Verbindungen angezeigt. Dann bei der Angebotsauswahl aber »Fahrradmitnahme ist im Angebot nicht berücksichtigt«:
Leute, wie bekomme ich denn jetzt meine Fahrradkarte? Ich möchte die Fahrradmitnahme berücksichtigen! Aber gut, vielleicht kaufe ich erstmal das Ticket und das Fahrradticket dann als zweites.
Meine Sitzung war natürlich wieder abgelaufen. So musste ich mich dann erstmal wieder einloggen. Das Spiel habe ich aber mit dem Passwortmanager schon durchgespielt. Der Login hat mich also unter einer Minute zusätzliche Zeit gekostet und ich nehme das inzwischen stoisch hin.
Das war aber auch nicht so einfach. Ich hatte zwischenzeitlich die Bank gewechselt und entsprechend eine neue IBAN und auch eine neue Kreditkarte. Meine Zahlungsmittel waren alle neu. Ich habe schon zuhause die neuen Zahlungsmittel in meinem Bahn-Account eingetragen, damit das nicht so viel Reibung gibt. Allerdings wollte man mich nicht per SEPA-Lastschrift bezahlen lassen ohne Identitätsprüfung:
Hier geht es nicht um meine Sicherheit, hier geht es um die Absicherung der Deutschen Bahn. Aber gut, man kann es ja so erzählen. Man will zu meiner Sicherheit dann meine Zahlungsdaten an irgendeinen Dienstleister übermitteln.
Ne, ganz sicher nicht. Dann zahle ich halt mit MasterCard und die Bahn darf irgendwie 0,2 bis 1,0 % an Gebühren in die USA überweisen.
Mein Handy war allerdings überfordert damit die DB Navigator App sowie die App meiner Bank gleichzeitig offen zu halten, die Zahlung wurde am Ende abgebrochen.
Nur kein Stress, der Zug kommt ja erst in wenigen Minuten. Das ist noch genug Zeit den Prozess nochmal zu durchlaufen.
Ah, aber da war noch die Fahrradkarte. Tja, die Zeit war um, der Zug ist eingefahren. Ich wollte meine Verabredung in Koblenz aber auch nicht verpassen und bin eingestiegen. Dann sah ich den Zugbegleiter und bin einfach direkt zu ihm gegangen. Ich schilderte mein Problem und er verkaufte mir dann auch direkt eine Fahrradkarte.
Damit hatte ich dann alles, was ich brauchte. Aber was für ein Stress!
Fahrradkarte im DB Navigator
Ich habe dann noch versucht im DB Navigator die Fahrradkarte zu finden. Es gibt Angebote der Verkehrsverbünde. Ich habe bei VRS geschaut, die haben auch Fahrradkarten. Allerdings gelten die nur im Tarifgebiet, hilft also auch wieder nichts.
Man muss zu Regionale Angebote gehen. Wie ist eine Fahrradkarte ein regionales Angebot? Wie soll man darauf kommen, wenn man unter Zeitdruck am Bahnsteig steht? Warum gab es dazu keinen Hinweis bei der obigen Buchung?
Da findet man dann die Fahrradkarte für den Nahverkehr:
Zum gleichen Preis kann man dann die Fahrradkarte nur für Bayern kaufen. Die deutschlandweite Karte gilt auch in Bayern, was soll dieses schlechtere Produkt?
Fazit
Naja, am Ende hat es alles irgendwie geklappt. Der Zugbegleiter hat mir auch geholfen und kein Drama daraus gemacht. Wahrscheinlich war mein Kauf der normalen Fahrkarte hilfreich.
Als ich in zuletzt in Kopenhagen war, nahm ich das Fahrrad in der Metro mit. Und ich konnte per DOT Billeter App ganz problemlos ein Ticket für mich und dann noch eines für das Fahrrad kaufen. Und das ohne Dänisch zu sprechen. Es ist schon krass, wie Kopenhagen das besser hinbekommt als die Deutsche Bahn.
Ich habe auf meinem Handy inzwischen zu viele Apps um den Kram zu suchen und buchen:
- DB Navigator für Fernreisen
- VRS für die Fahrplanauskunft aller kleinen Busse im Bereich Rhein-Sieg
- VRS eezy.nrw für die günstigere Abrechnung nach Luftlinie
- SWB easy.GO von den Stadtwerken Bonn
- Google Maps zum Einplanen von Geh- und Fahrradstrecken am Anfang und Ende der Route
Nachtrag
Auf Mastodon wurde ich noch auf den Umstand hingewiesen, dass in Rheinland-Pfalz die Fahrradmitnahme in der Bahn kostenlos ist. Somit hätte tatsächlich die Fahrradkarte innerhalb von NRW gereicht. Diese kostet nur 3,68 EUR. Das ist günstiger als die 7,50 EUR für die deutschlandweite Fahrradkarte.
Das geht allerdings nur nach 9 Uhr, davor ist die Fahrradmitnahme in RLP jedoch auch kostenpflichtig. Man muss sich also sehr genau mit den Details in den jeweiligen Bundesländern auseinandersetzen und kann somit dann eventuell noch Geld mit fragmentierten Fahrkarten sparen. Und das ist doch eigentlich schon total bekloppt.







