Meine Nahverkehrstickets würde ich gerne über ein deutsches oder europäisches Zahlungsmittel kaufen. Aber ich soll mich erst auf fragwürdige Weise identifizieren. Aber selbst das klappt aufgrund technischer Fehler nicht. Dann soll die KVB halt Gebühren an MasterCard zahlen.

Als ich in den 2007 in den USA war, habe ich mich über die Checks in Papierform belustigt. In dem Land, aus dem die IT-Riesen kommen, zahlt man mit einem Stück Papier, das die Empfänger:in dann zur Bank bringen muss. Gut, sie hatten auch Kreditkarten, aber viele haben auch noch mit Papiercheck gezahlt.

In Deutschland haben wir die Girocard, ein Konzept deutscher Banken, mit dem man überall zahlen kann. Man braucht keine Kreditzinsen wie bei einer Kreditkarte bezahlen (wobei Revolving-Karten das auch nicht haben), kann sie auch unter 18 Jahren bekommen, ist für die Händler günstig, eigentlich eine feine Sache.

Aber man kann nicht im Internet damit bezahlen. Dort zahlt man entweder mit Kreditkarte oder PayPal. Allerdings kommen die großen Kreditkartenanbieter MasterCard und Visa aus den USA. PayPal genauso. Bei allen sind Gebühren in Höhe von einzelnen Prozentpunkten fällig, das ist schon nicht zu vernachlässigen.

Wir haben bei uns den Lastschrifteinzug. Anders als in den USA bezahlt man da wiederkehrenden Posten direkt vom Konto, nicht über die Kreditkarte. Aber das Problem bei Lastschrift ist der Mangel an Authentifizierung. Dafür ist es halt auch wirklich günstig. Der Händler trägt aber das Risiko, das ist schon nicht zu unterschätzen.

Nun hatten wir in Deutschland und EU diverse Versuche eine Alternative zu den US-Dienstleistern zu schaffen. Giropay, PayDirekt, Kwitt, Wero, wahrscheinlich noch mehr. Nun nimmt meine Bank aber nicht bei Wero teil. Die KVB nimmt da auch nicht teil. Es ist also eine Zahlungsmöglichkeit, die dann doch nicht verfügbar ist.

Somit habe ich erstmal meine MasterCard in der VRS-App hinterlegt. Die KVB wird dann entsprechend Gebühren in die USA leiten, aber das ist ja nicht mein Geld.

Weil ich aber jedes Mal in meiner Banking-App noch die Kreditkartentransaktion freigeben muss, wollte ich doch mal die Lastschrift einrichten. Das ist allerdings nicht so einfach. Ich soll mich nämlich über den Dienstleister Verimi erstmal identifizieren.

Hier sehe ich schon ein grundlegendes Problem: Mein Name oder meine IBAN identifizieren mich ja schon. Darum geht es gar nicht. Viel wichtiger ist doch die Frage, ob ich die Zahlung autorisiere. Daher muss es hier um Authentifizierung gehen, ich muss nachweisen wirklich ich zu sein, nicht wer ich bin.

Dazu wollen sie meine Daten an einen Dienstleister geben und auch noch die Schufa. Finde ich nicht toll. Aber gut, wenn es der Preis für das einfache Kaufen von Tickets ist, vielleicht. Meine Zugangsdaten zum Banking gebe ich aber sicher nicht dort ein, das wäre faktisch Phishing.

Personalausweisfoto, was für eine bescheuerte Idee. Ich habe einen elektronischen Personalausweis. Mein Handy hat ein NFC-Lesegerät. Ich habe die App. Die App kann mich kryptografisch authentifizieren. Wie geil ist das denn! Aber nein, ich soll ein Foto machen, damit ein Mensch sich das anschaut und auf »passt schon« klickt. Was für ein Schwachsinn!

Allerdings funktioniert auch das dann auch gar nicht:

Und somit kann ich gar keine SEPA-Lastschrift einrichten. Gut, dann bezahlt die KVB halt weiter um 1 % meiner Umsätze in die USA. Es soll wohl so.