Manche Dinge benutze ich sehr lange, bis ich einmal meinen Bedarf hinterfrage. Das ist durchaus nachhaltig, manchmal entgeht mir aber sehr viel Komfort. So habe ich mir nun eine neue Werkzeugkiste gegönnt.
Mit dem Einzug in meine erste eigene Wohnung hat mir mein Vater eine alte Werkzeugkiste aus seiner Werkstatt gegeben. Bei der waren schon länger die kleinen Organizer kaputt und fehlten.
Die Kiste konnte ich trotzdem gut nutzen. Oben habe ich das ganze kleine Werkzeug reingelegt. So alles, was ich fast immer irgendwie gebrauchen kann.
Und unten kamen dann die größeren Dinge rein, die oben keinen Platz finden.
Das hat bisher eigentlich immer gut geklappt. Aber nachdem ich diverse Handwerker (leider ohne Gendern korrekt) bei der Arbeit beobachtet habe, machte ich mir mal ein paar Gedanken.
Verschiedene Zielgruppen
Im Baumarkt habe ich mir verschiedene Werkzeugkisten angeschaut. Und da gibt es dann ganz verschiedene Ansätze.
Die Profis haben meist ein ganzes Auto als mobile Werkstatt. Daher brauchen die ein modulares System, bei dem jedes Werkzeug in einer standardisierten Kiste ist. Diese Kisten werden dann im Auto in ein System verladen und arretiert. Beim Material machen Handwerker:innen meist viel vom gleichen. Der Elektriker hatte zum Beispiel eine ganze Werkzeugkiste nur voll mit Quetschverbindern und Schrumpfschläuchen. Der wird da entsprechend viel Bedarf haben. In diesem Segment gibt dann stabile Werkzeugkisten ohne Innenleben. Oder Organizer mit sehr vielen und großen Fächern. Aber das ist nicht mein Profil.
Dann gibt es noch die ganz kleinen Kisten für jene Leute, die nur einen Hammer, zwei Typen Nägel und drei Schraubendreher haben. Das ist typisch für Mieter:innen, die mal Möbel zusammenbauen. Das ist aber auch nicht mehr mein Profil.
Ein großer Block scheint noch so Hobby-Handwerker zu sein. Da gibt es dann die günstigen Kisten von den Baumarkt-Eigenmarken und diverse Markenware. Die Markenware ist besser verarbeitet, aber nicht unbedingt zweckmäßiger. Die Werkzeugkisten von Stanley wirken solide, haben aber nicht so viele Fächer.
Ich trenne auch nicht wirklich nach Gewerken. Außerdem gibt es einfach Werkzeug, das ich immer brauche. So brauche ich für alles Schraubendreher. Hammer kann man ebenfalls gebrauchen, genauso wie Zange, Seitenschneider. Oh, den Messschieber auch. Den wasserfesten Stift brauche ich häufig, das Holzgliedermaß und den Laser-Entfernungsmesser auch häufiger. Licht brauche ich auch. Das muss alles dabei sein.
Von daher brauche ich eine große Werkzeugkiste mit dieser Grundausstattung. Allerdings möchte ich auch ein gewisses Sortiment an Schrauben, Dübeln, Nägeln und Elektro-Klemmen dabei haben. Das passt nicht in eine Kiste, zumindest nicht in den Schachteln wie bisher.
Werkzeugkiste von Lux
Ich habe mir dann von Lux-Tools (Obi) eine große Werkzeugkiste mit Organizer gekauft.
Der Einsatz ist befriedigend tief und besteht aus vier ungefähr gleich großen Teilen. Das ist wunderbar für die Schraubendreher, Zangen und sonstigen Kleinkram.
Unten ist dann noch mehr Platz:
Dann mal rein mit meinem ganzen Kram!
Ich habe jetzt ganz entspannt alles aus der alten Werkzeugkiste reinpacken können. Schraubendreher, Zangen, Spachtel, Stifte, alles oben. Unten dann die größeren Werkzeuge. Und es war noch Platz für mein Elektro-Werkzeug (Abisolierzange, Entmanteler, Spannungsprüfer):
Und die ganzen Schrauben, Dübel und Klemmen gehen oben rein:
Ich brauche ja nie mehr als ein paar von den Dingen. Vielmehr hänge ich mal hier ein Bild auf, ändere da mal etwas an der Elektrik oder Schraube etwas an die Wand. Dafür brauche ich keine Unmengen von dem Zeug einzupacken.
Vorrat in der Werkstatt
Die ganzen Schachteln können nun einfach in der Werkstatt bleiben. Da ist ja Platz.
Und wenn mal ein größeres Projekt ansteht, kann ich ja noch immer die Kunststoffboxen mitnehmen, in dem ich die Boxen aufbewahre.
Fazit
Die Werkzeugkiste war jetzt nicht unfassbar teuer. Aber sie erfüllt meinen Bedarf genau, weil ich mir den zuerst mit dem vorhandenen Equipment angeschaut habe. Das ist wirklich der Vorteil, einfach mal mit dem vorhandenen anzufangen. Man bekommt eine Routine und weiß irgendwann genau, was man braucht. Und ich habe auch umso mehr Freude daran, weil ich es nun noch besser wertschätzen kann.









