Landal Sonnenberg (2022)

Dieses Frühjahr sind wir wieder in Deutschland verreist, diesmal ins Hunsrück an die Mosel. Beim Urlaub ins Hochsauerland letztes Jahr habe ich gelernt, dass bergige Regionen nicht so wirklich zum Fahrradfahren einladen, daher haben wir die Fahrräder diesmal gar nicht erst eingepackt.

Den Ferienhauspark haben wir absichtlich relativ nah gewählt, sodass man nicht ewig hinfahren muss. Die Fahrt bin ich auf der Autobahn entspannt mit 100 km/h gefahren, das war erstaunlich angenehm. Obwohl es nur so 150 km waren, haben wir noch eine Pause für das Mittagessen eingelegt. Früher gab es teilweise einen riesigen Stress möglichst früh am Zielort anzukommen, damit man ganz viel vom Urlaub hat. Dadurch brauchte man aber einen Tag nur zum Ankommen. Das hatten wir jetzt gar nicht, der Urlaub fing schon zuhause an.

Die Aussicht vom Ferienhaus ist wirklich toll. Weil hier alles so bergig ist, liegen die Häuser auf so Terrassen, und man hat freien Blick auf die Eifel. Das ist wirklich sehr schön. Und dann geht da auch noch die Sonne unter.

Ausblickspunkt Moselkino

In der Nähe vom Park gibt es den Aussichtspunkt Moselkino. Das ist einfach ein Rahmen aus Baumstämmen, mit Bänken davor.

Da kann man sich hinsetzen und die wirklich tolle Aussicht genießen.

Wanderung Richtung Pölich

Die erste Wanderung hat mich zum Moselsteig gegenüber von Pölich geführt. Da war ich dann erstaunlich lange unterwegs, war eigentlich gar nicht so geplant.

Oben auf dem Berg gibt es eine große Solaranlage. Die finde ich cool, weil sie dort niemanden stört, regelmäßig gut Sonne bekommt und in der Größe auch einfach gewisse Skaleneffekte helfen, die bei individueller Anlage auf Häuserdächern nicht zur Geltung kommen.

Am Moselsteig selbst stehen zu viele Bäume, als dass man eine tolle Aussicht hätte. Immer wieder kann man durch Lücken durchschauen, aber so richtig super ist das nicht. Es gibt auch einen Aussichtsturm, der war allerdings wegen Baumängeln gesperrt. Das hat die Leute aber nicht abgehalten, trotzdem auf den Turm zu gehen. Ich habe die dort verpasste Aussicht dann aber nachholen können, als ich die Serpentinen zur Mosel runter gelaufen bin. Da hat man einen tollen Blick auf die Schleife bei Pölich:

Und in die andere Richtung kann man Richtung Schleich (links der Mosel) und Detzem (rechts der Mosel) schauen:

Je nach Stelle hat man auch ein schönes Panorama, bei dem die Mosel und die Schleifen ganz zur Geltung kommen:

Insgesamt eine lange Wanderung mit vielen Höhenmetern. Gelohnt hat es sich definitiv! Man kann auf dem Strava-Bild die Höhenlinien erkennen, da ist es echt verdammt steil.

Wanderung Leiwen und Detzem

An einem anderen Tag sind wir dann nach Leiwen gewandert. Der Weg führt die Weinberge herunter in das Dorf, das man auch vom Moselkino aus sehen kann.

Wir hatten gehofft, dass es dort ein nettes Café geben würde. Die Hoffnung wurde leider nicht erfüllt. Dort gibt es zwar jede Menge Weinlokale, aber kein einziges Café. Auch öffnen diese erst ab 17:00 Uhr. Das ist also kein Ort, um einen Zwischenstopp bei einer Tagestour einzulegen. Wir sind dann noch nach Detzem, dort gibt es ein sehr schönes Café.

Die Wanderung war sogar noch ein bisschen länger und weiter als die davor, jedoch etwas weniger Höhenmeter.

Trier

Wir haben uns auch noch ein bisschen die Innenstadt von Trier angeschaut. So wie das Stadtmarketing von Bonn komplett auf Beethoven zugeschnitten ist, so präsentiert sich Trier als älteste deutsche Stadt und Römerstadt.

Das Kurfürstliche Palais ist ziemlich schön anzuschauen:

Auch interessant war das Amphitheater. Dort konnte man auch den Keller besichtigen, in dem es damals wohl Aufzüge und weitere Bühnentechnik gegeben hatte. Es war zwar nicht so viel zu sehen, man konnte sich das aber ziemlich gut vorstellen, wie es früher mal gewesen sein könnte.

Und die Porta Nigra haben wir auch angeschaut. Das ist ein altes römisches Stadttor, das nun zwischen Innenstadt und großer vierstreifiger Straße liegt. Man hat zumindest in die eine Richtung eine ganz nette Sicht auf die Innenstadt.

Das Moselufer bei Trier ist ziemlich ungenießbar. Da ist auf jeder Seite eine fette Bundesstraße, die die Wege am Ufer verlärmen. Auf der östlichen Seite gab es eine Bettelampel, mit der man immer nur die eine Hälfte der Fahrbahn queren konnte. Man musste dann noch auf der Mittelinsel warten. Das ganze ist wohl der »Leistungsfähigkeit« für den Autoverkehr geschuldet. Witzigerweise war die gleiche Kreuzung mit dem Auto auch echt frustrierend, wir brauchten drei Ampelphasen, bis wir dann endlich links abbiegen konnten. Scheint also eine Kreuzung zu sein, die wirklich für alle Beteiligten furchtbar ist.

Ferienhauspark

Generell sind Ferienhausparks eine sehr autozentrierte Art Urlaub zu machen. Man braucht ein Auto, um sie anzufahren, und dann braucht man das Auto auch, um das ganze Zeug anzukarren, was im Ferienhaus so gebraucht wird. Neben jedem Ferienhaus gibt es zwei KFZ-Stellplätze, man erwartet also pro zwei Betten immer ein KFZ.

Deshalb ist es besonders witzig, dass im Park selbst aber das Autofahren möglichst unterbunden wird. Die Wege sind alle eher schmal, und es gilt ein Tempolimit von 20 km/h. Effektiv ist es aber aufgrund der ganzen Steigungen und Tempokissen viel langsamer. Die Leute sind dort auch im Urlaub und entspannt, daher geht das.

Im Park selbst gibt es einen Park Shop. Der hat jeden Tag offen, von 07:30 bis 18:00. Der nächste Supermarkt in Leiwen hat Sonntags geschlossen, unter der Woche von 08:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und Samstags nur bis 13:00. Der Park Shop hat ein kleines aber sehr gut ausgewähltes Sortiment. Das witzige ist, dass der Shop hier anscheinend funktioniert. Die Leute sind bereit hier Brötchen und andere Dinge zu kaufen, auch wenn diese möglicherweise teurer sind, als in den umliegenden Supermärkten. Aber vielleicht gerade weil die Leute hier im Supermarkt sind, sind sie bereit einen fußläufig erreichbaren Supermarkt mit geringerem Sortiment und höheren Preisen zu besuchen.

Wäre das hier kein Ferienhauspark, würde der Shop wahrscheinlich schnell uninteressant werden. Die Anwohner:innen hätten natürlich alle ein Auto und würden mit dem Auto dann losfahren und irgendwo auf der grünen Wiese zu seinem Vollsortimenter fahren. Mangels Kundschaft würde der kleine Markt sich nicht halten können. Im Urlaub aber ist so ein kleiner Markt dann plötzlich ganz interessant.

Es ist schon interessant, wie ich auch bei solchen Dingen inzwischen die Stadtentwicklung und Mobilitätsbedürfnisse ein bisschen sehen kann.

Fluglärm

Zuhause haben wir den Flugplatz Hangelar in der Nähe, und hören sehr regelmäßig die Leichtmaschinen. Im Urlaub hatte ich erhofft davon eine Pause zu bekommen. Das hatten wir auch auch größtenteils, jedoch hatte ich die Rechnung ohne die drei relevanten Flughäfen in der Nähe gemacht.

Da ist zum einen auch ein kleiner Flugplatz, von dem Sportflugzeuge starten. Die kreisen dann über das Moseltal, sodass man beim Wandern an der Mosel genauso wie zuhause immer die Flugzeuge über sich hat. Allerdings ist die Akustik im Moseltal brutaler, die Hänge reflektieren den Schall und es ist lauter, als es auf ebener Fläche wäre.

Dann gibt es im Nordwesten noch einen Luftwaffenstützpunkt, von dem aus diverse Kampfjets und Transportmaschinen unterwegs sind. Die hört man dann im Wald. Immerhin machen die das nur tagsüber und auch nicht ganz so regelmäßig. Und dann gibt es noch den Flughafen Frankfurt-Hahn, von dem einige Billigairlines starten. Die nehmen dann teilweise Wege recht nah am Ferienhauspark vorbei, das ist dann schon echt ziemlich nervig.

Also im Mittel weniger Fluglärm als Zuhause, aber entgehen kann man dem anscheinend auch in einer eher ländlichen Region nicht.

Fazit

Der Landal Park Sonnenberg liegt wirklich schön am Wald, man kann hier wunderbar wandern und spazieren gehen. Ich habe in der Zeit viele Kilometer zurückgelegt, und auch noch weitere Explorer Tiles (siehe Blogartikel dazu) gesammelt. Zu Fuß und mit der ganzen Steigung sind das aber hart erkämpfte Kacheln.