Der letzte Urlaub war meine erste Pauschalreise mit All-Inclusive als Erwachsener. Das war schon eine spannende Erfahrung, insbesondere weil gewisse Anreize komplett anders waren als bei Individualreisen.

Es war ein anstrengendes Jahr, wir wollten einfach einen einfachen Urlaub. Am Ende ist es dann All-Inclusive auf Mallorca in einem Hotel am Strand geworden. Die einzige Entscheidung war für eines der unzähligen Hotels. Anreise per Flug und Transfer mit Bus, alles komplett organisiert. Wir mussten nur rechtzeitig am Flughafen sein, danach hat die Kette übernommen.

Die Urlaube davor waren Individualreisen. Hotel oder Ferienhaus haben wir selbst rausgesucht, Anreise mit eigenem Auto oder Bahn geplant, teilweise auch Flug und dann Transfer mit Mietwagen. Jeden Tag aufs Neue entscheiden, wo man essen geht.

Als Kind war ich zweimal bei All-Inclusive dabei. Das war schon praktisch, aber als Kind machte es wenig Unterschied, ob die Eltern einen zum Hotelbuffet bringen oder in ein Restaurant, man kümmert sich nicht selbst um das Essen.

Diesmal habe ich im Hotel dann das Bändchen bekommen und war ab da dann berechtigt, allen möglichen Kram zu bekommen.

Es empfiehlt sich, das Hotelbändchen proximal, die Armbanduhr distal anzuziehen (wie im Bild). Ansonsten hat man das lockere Bändchen ständig beim Händewaschen unter Wasser, das erscheint mir unhygienisch. Generell finde ich es etwas befremdlich, zwei Wochen mit so einem Stück Stoff herumzulaufen.

Aber dann gab es dreimal am Tag Essen damit. Keine Überlegungen, wo wir essen gehen wollen; das Hotelbuffet ist immer da. Möchte man mal etwas anderes oder ist auf einem Ausflug, kann man dort etwas essen gehen. Es ist allerdings beim Entscheidungsmanagement ganz entspannt, zu wissen, immer eine Standardoption zu haben.

Auf der Dachterrasse des Hotels konnte man sich dann auch diverse Drinks geben lassen. Ich habe den Virgin Mojito, auch als Mockito bekannt, ausprobiert. Das ist dann letztlich Limonensirup mit Sprudel und wenig Zucker. Das ist wirklich deutlich leckerer als die süßen Sprite oder 7-Up. Aquarius ist auch nicht ganz so süß, aber das hier war nochmal besser.

Man zahlt nichts dafür, kann sich also beliebig viele davon machen lassen. Ich habe nach einem davon dann erstmal genug, andere haben sich aber so richtig viel Bier oder Wein geben lassen. Für mich wäre es wahrscheinlich günstiger, die Teile einzeln zu zahlen.

Aber weil ich ja schon bezahlt hatte, hatte ich dann weniger Hemmungen, mir auch so etwas zu gönnen. Auch wenn es am Ende teurer war, hat es im Urlaub selbst dann die Kostenrechnung komplett kurzgeschlossen: zusätzlicher Genuss hat keine Grenzkosten, also mache ich das.

Bedienung

Beim Hotel ist es eher anders herum: Je besser sie die Leute bedienen, desto höher sind die Kosten. Der Umsatz ist kurzfristig unabhängig vom Service. In einem Restaurant werden sie immer weiter versuchen, einem Dinge anzubieten, weil sie damit den Umsatz steigern können.

In dem Hotel war der Service schon freundlich und recht präsent. Phasenweise merkte man aber, wie nur ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin alles machen musste und nicht mehr ganz hinterherkam. Das wäre in einer Bar wohl eher nicht der Fall.

Auswärtig essen

Hat man im Hotel nur Frühstück gebucht, muss man jeden Abend irgendwo essen gehen. Es ist von den Kosten her nicht so wichtig, in welches Restaurant man genau geht, teuer wird es so oder so.

Bei Vollpension ist es aber anders, man hat das Essen im Hotel schon bezahlt. Geht man nun außerhalb essen, verfällt der bereits bezahlte Anspruch und man zahlt für das externe Essen trotzdem. Somit wirkt es etwas dämpfend, meist waren wir im Hotel essen. Allerdings wird das Hotelbuffet mit der Zeit auch etwas öde, sie hatten nur Fleisch-Hauptgerichte und einige vegetarische Beilagen. Damit habe ich hauptsächlich Beilagen gegessen. Irgendwann macht das keinen Spaß mehr.

Fazit

So ein Urlaub ohne Organisationsaufwand hatte schon wirklich etwas. Das könnte ich durchaus nochmal machen. Durch meine Tagesausflüge mit dem Rennrad hatte ich noch genug Abwechslung, da musste es dann nicht jeden Abend ein anderes Restaurant sein.