Bei Mass Effect hatten sie eine Technik, mit der man eine Klimaanlage ohne Abluftschlauch hätte bauen können. Eine alberne Produktidee.
Im Computerspiel Mass Effect fliegt man mit dem Tarnaufklärer-Raumschiff SSV Normandy SR-2 durch die Gegend. Im Weltraum ist es nicht nur wichtig auf Radar und sichtbarem Licht unsichtbar zu sein, sondern auch thermisch. Der kosmische Mikrowellenhintergrund ist nur knapp 3 K warm, daher sieht man ein Raumschiff mit Fusionsreaktor da ziemlich einfach mit einer Wärmebildkamera.
Damit das Raumschiff aber auch so im Hintergrund untergeht, haben sich die Entwickler etwas cooles ausgedacht. Mit einer großen Wärmepumpe werden die Emissionen des Reaktors in einen Wärmespeicher innerhalb des Schiffes umgeleitet. Da ist ein großer Blob Zeug, der dann erhitzt wird. Das Schiff wird gegen diesen Blob gekühlt. Irgendwann ist es zu heiß, die Tarnvorrichtung muss abgeschaltet und die ganze Wärme nach außen abgegeben werden. Für eine Mission reicht es allerdings.
Dieses Emission Internalization System leitet also die Emissionen um. Und das gleiche könnte man prinzipiell auch bei einer mobilen Klimaanlage machen. Anstelle eines Abwärmeschlauchs würde darin ein Tank mit Wasser erhitzt. Die Klimaanlage entnimmt der Luft die Wärme und speichert sie im Wasser. Irgendwann entsorgt man das heiße Wasser oder lässt die Klimaanlage draußen umgekehrt laufen und das Wasser wieder abkühlen.
So hätte man eine Klimaanlage ohne Schlauch. Allerdings wäre das unfassbar ineffizient. Zwar hat Luft eine geringere Wärmekapazität als Wasser, jedoch wäre eine handliche Wassermenge relativ schnell erhitzt.
Eine Klimaanlage hat um 2 kW Kühlleistung. Entsprechend entsteht da sogar noch ein bisschen Abwärme. 10 kg Wasser, ein großer Putzeimer voll, haben eine Wärmekapazität von 42 kJ/K, also 0,012 kWh/K. Umgedreht sind das 83 K/kWh. Lässt man die Klimaanlage mit 2 kW laufen, sind das 166 K/h Temperaturanstieg, das ist sehr schnell.
Eine Klimaanlage mit R32 Kältemittel kann auf der heißen Seite so 45 °C gut verkraften, 60 °C scheint die absolute Schmerzgrenze zu sein. Wir haben also von vielleicht 20 °C initialer Wassertemperatur bis 60 °C einen Bereich von 40 K zur Verfügung. Das Wasser kann dann 0,48 kWh speichern. Das haben wir nach einer halben Stunde schon umgesetzt.
Man kann also mit 10 l Wasser die Klimaanlage eine halbe Stunde betreiben, oder bräuchte 20 l pro Stunde Betriebszeit. Geht man nur bis 45 oder 50 °C, bräuchte man noch mehr Wasser. Das Gerät würde immer großer und schwerer werden.
Baut man es stationär ein und versorgt es mit Wasserzu- und -ablauf, könnte man es natürlich kontinuierlich betreiben. Aber ein Anschluss an Wasser ist ähnlich aufwändig wie einfach eine normale Split-Anlage zu installieren. Zudem verschwendet es dann kein wertvolles Wasser.
Also alles nettes Science Fiction, aber in der Praxis haben sich die etablierten Lösungen zurecht durchgesetzt.