Ladezone vor Apotheke

In Anerkennung der Zwangslage eines behindernd parkenden Apothekenlieferanten habe ich mich an einige Stellen gewandt, die für den Lieferanten eine Ladezone einrichten könnten. Von denen hat jedoch niemand auf meine Anfrage reagiert.

Manchmal komme ich beim Joggen an der Ennert-Apotheke in Holzlar vorbei. Dort sind direkt vor der Apotheke ein paar Parkplätze für Kunden. Auf diesem Foto sind sie einmal alle frei, aber das war auch schon außerhalb der Öffnungszeiten. Meist sind hier alle Parkplätze belegt, an der Ladesäule stehen immer Verbrennungsautos.

Auf der anderen Seite ist die Fahrbahn ebenfalls komplett zugeparkt. Nach links beginnt ein absolutes Halteverbot.

Apotheken werden zum einen beliefert, zum anderen liefern sie auch aus. Die Fahrer für die Apotheke müssen irgendwo kurz halten, gehen rein, kommen wieder raus. Das ist meist eine Sache von zwei Minuten. Aber in diesen zwei Minuten müssen sie ihr Auto natürlich irgendwo parken. Und da hier im autoabhängigen Außenbezirk, in dem man die Fahrradständer vor der Ladenzeile aus ästhetischen Gründen demontiert hatte, alle mit dem Auto kommen, ist entsprechend immer alles belegt. Die Tage hatte ich einen Fahrer, der da links auf dem Gehweg stand. Der ist mit drei Gehwegplatten schon nicht besonders breit, aber durch das Auto war der unter einem Meter breit, also mit Behinderung.

Ich machte ein Foto von dem Auto und bin weitergegangen. Der Fahrer kam gerade aus der Apotheke raus. Er rief mir hinterher, fragte, ob ich ein Foto gemacht hätte. Der vorletzte, mit dem ich mich auf ein Gespräch eingelassen hatte, bezeichnete mich als Charakterkrüppel, der niemals eine Freundin finden würde, der sich zuhause einen darauf herunterholen würde, dass er einen Autofahrer anschwärzen würde. Der letzte hat mich am Arm gepackt, die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren kürzlich eingestellt. Meine Bereitschaft für derartige Gespräche ist inzwischen also Null. Wenn ich in der Sache Unrecht habe, wird die Bußgeldstelle der Stadt Bonn die Sache nicht verfolgen. Und wenn doch, kann der noch immer Einspruch gegen die 30 EUR Bußgeld erheben.

Der Fahrer hat es in der Hand, wo er sein Auto parkt. Daher muss er sich auch dafür verantworten. Die Schuld aber alleine beim Fahrer zu sehen, ist jedoch zu kurz gedacht. Der hat bestimmt einen engen Zeitplan. Sucht er sich einen legalen Parkplatz, so platzt der Zeitplan und er bekommt Ärger. Eventuell muss er seine Tour Abends verlängern und rutscht somit unter den Mindestlohn, oder er bekommt weniger Provision für die Lieferungen. Das sah nach einem Privatauto aus, mit einem Schild der Pharma-Handels-Firma. Der Fahrer ist wahrscheinlich scheinselbstständig und in einer entsprechend beschissenen Situation. Ich sehe aber nicht ein, dass die Apotheke und die Pharmafirma ihr Geschäftsmodell auf meine Kosten machen und den Gehweg zuparken. Sollen sie entweder dem Fahrer mehr Zeit geben oder eine Ladezone einrichten.

Eine Runde E-Mails

Nur gegen den Fahrer zu treten war mir dann zu wenig. Also habe ich noch versucht alle anzuschreiben, die etwas verändern können. Wahrscheinlich werden die sich irgendwie rausreden, dem Fahrer die alleinige Schuld geben oder das ganze direkt ignorieren.

Apotheke

Zuerst war die Apotheke dran. Die können sich mal für eine Ladezone einsetzen.

E-Mail an team@ennert-apotheke.de am 04.06.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Tage sah ich einen Lieferfahrer mit einem Schild »eilige Medikamente« im Auto. Das Fahrzeug war vor der Hausnummer 42 geparkt, halb auf dem Gehweg, halb auf im absoluten Haltverbot. Derartiges Parken behindert Fußgänger einerseits und Auto- und Busfahrer andererseits.

Die Schuld nur beim Fahrer zu sehen, greift wohl zu kurz. Vor der Apotheke waren alle Parkplätze belegt, gegenüber schien auch die gesamte Fahrbahn zugeparkt. Da der Fahrer wohl einen engen Zeitplan hat, kann es auch nicht deutlich weiter weg legal parken.

Ich nehme an, dass ich nicht der einzige potentielle Kunde bin, der auf dem Fußweg zur Apotheke nicht behindert werden möchte. Wäre die Einrichtung einer Ladezone für die eiligen Medikamente vielleicht eine Option?

Mit freundlichen Grüßen

Martin Ueding

Pharma-Handels-Firma

Die Pharma-Handels-Firma kann wahrscheinlich keine Ladezone bei dieser Apotheke im speziellen einrichten, aber sie kann den Fahrern mehr Zeit geben. Das wird sie aus Kostengründen wohl nicht machen, aber immerhin habe ich es dann einmal versucht.

Nachricht an GEHE am 04.06.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Tage sah ich einen Fahrer, der anscheinend mit seinem Privatfahrzeug für Ihr Unternehmen Medikamente an oder für eine Apotheke ausgeliefert hat. An der Apotheke stand er halb auf dem schmalen Gehweg, halb im absoluten Haltverbot auf der Fahrbahn. Dadurch hat er mich und potentiell andere Fußgänger behindert. Wäre der Linienbus gerade vorbeikommen, hätte er diesen ebenfalls behindert.

An der Apotheke gibt es einige öffentliche Parkplätze, die jedoch von Kunden und Anwohnern komplett belegt waren. Der Fahrer hat wahrscheinlich einen engen Zeitplan für seine Lieferungen. Daher kann ich nachvollziehen, dass er »nur mal kurz« auf dem Gehweg geparkt hat.

Für mich als Fußgänger und potentieller Kunde dieser Apotheke sehe ich nicht ein diese Verkehrsbehinderung zu akzeptieren. Zudem scheint das Geschäftsmodell gerade dieses Externalisierung von Kosten einzuplanen.

Die Schuld hier nur beim Fahrer zu sehen, ist mir zu kurz gegriffen. Der Fahrer ist natürlich für seine Fahrweise komplett selbst verantwortlich. Durch den engen Zeitplan einerseits und eine mangelnde Ladezone andererseits ist Falschparken die naheliegende Lösung. Der wahrscheinlich selbstständige Fahrer wird die 30 EUR Bußgeld für die Behinderung nicht von Ihnen erstattet bekommen, nehme ich an.

Wie wäre es, wenn Sie mit der Ennert Apotheke in Bonn-Holzlar die Einrichtung einer Ladezone koordinieren und andererseits den Fahrern mehr Zeit für die Parkplatzsuche einräumen?

Mit freundlichen Grüßen

Martin Ueding

Stadtverordneter

Schaut man in das Ergebnis der Ratswahl 13.09.2020, so sieht man als Direktkandidaten für Holzlar und Hoholz (Wahlbezirk 35) Herrn Torben Leskien von der CDU. Er ist damit mein Stadtverordneter und Ansprechpartner für lokale Dinge. Zudem ist er in der freiwilligen Feuerwehr und hat vielleicht ein besonderes Interesse an freien Rettungswegen, die durch Apothekenlieferanden blockiert werden könnten.

E-Mail an torben.leskien@cdu-bonn.de am 04.06.2021

Sehr geehrter Herr Leskien,

ich wende mich an Sie in Ihrer Rolle als Stadtverordneter für Holzlar.

Die Tage stand vor der Ennert-Apotheke ein Fahrer, der »eilige Medikamente« geliefert hat. Dabei stand er neben der Apotheke (vor Paul-Langen-Straße 42) halb auf dem Gehweg, halb im absoluten Haltverbot. An diesem Tag hat er mich als Fußgänger behindert, demnächst behindert er vielleicht einen Linienbus oder gar einen Löschzug.

Die Schuld nur beim Fahrer zu sehen, erscheint mir etwas zu kurz gegriffen. Der Fahrer ist natürlich für sein Fahrverhalten verantwortlich. Durch das Fehlen einer Ladezone und den straffen Zeitplan der Lieferungen erscheint mir eine Suche nach einem legalen öffentlichen Parkplatz jedoch auch unrealistisch. Der Fahrer bekommt die 30 EUR Bußgeld wohl weder von der Apotheke, noch von der Pharma-Handelsfirma erstattet, in deren Auftrag er fährt.

Vielleicht können Sie zusammen mit der Apotheke die Einrichtung einer Ladezone für derartige Lieferfahrer erwirken, sodass Fahrer der Apotheke zukünftig zügig und ohne Behinderung anderer parken können?

Mit freundlichen Grüßen

Martin Ueding

Industrie- und Handelskammer

Und dann wird die Apotheke noch Mitglied in der IHK sein. Als ich noch Nachhilfe gegeben hatte, war ich dort auch Zwangsmitglied. Von dem Verein fühle ich mich aber überhaupt nicht sinnvoll vertreten, die scheinen vielmehr möglichst viel Autoverkehr in die Innenstadt pressen zu wollen. Wenn es jetzt um mehr Parkplätze geht, können die sich ja vielleicht dafür erwärmen.

E-Mail an info@bonn.ihk.de am 04.06.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Tage stand vor der Ennert-Apotheke (Paul-Langen-Straße 44, 53229 Bonn) ein Fahrer, der »eilige Medikamente« geliefert hat. Dabei stand er neben der Apotheke (vor Paul-Langen-Straße 42) halb auf dem Gehweg, halb im absoluten Haltverbot. An diesem Tag hat er mich als Fußgänger behindert, demnächst behindert er vielleicht einen Linienbus oder gar einen Löschzug.

Die Schuld nur beim Fahrer zu sehen, erscheint mir etwas zu kurz gegriffen. Der Fahrer ist natürlich für sein Fahrverhalten verantwortlich. Durch das Fehlen einer Ladezone und den straffen Zeitplan der Lieferungen erscheint mir eine Suche nach einem legalen öffentlichen Parkplatz jedoch auch unrealistisch. Der Fahrer bekommt die 30 EUR Bußgeld wohl weder von der Apotheke, noch von der Pharma-Handelsfirma erstattet, in deren Auftrag er fährt.

Vielleicht können Sie zusammen mit der Apotheke die Einrichtung einer Ladezone für derartige Lieferfahrer erwirken, sodass Fahrer der Apotheke zukünftig zügig und ohne Behinderung anderer parken können?

Mit freundlichen Grüßen

Martin Ueding

Stille

Es sind jetzt drei Wochen vergangen, und ich habe von keinem der vier angeschriebenen Stellen eine Antwort bekommen. Es scheint allen einfach komplett egal zu sein.