Die neuen Klimaanlagen haben ein WLAN-Modul mit drin. Ich habe die App dazu ausprobiert, aber schnell das Interesse daran verloren. Es bestätigt mich darin, den meisten IoT-Kram für Endkunden zu ignorieren.
Accounterstellung
In der Smart M-Air App fängt es mit der Registrierung an. Und sie haben unsinnige Passwortlimitationen, was nie ein gutes Zeichen ist. Gute Apps akzeptieren Passwörter fast ohne Grenzen.
Die Weiterleitung zurück zur App klappte auch nicht.
Das Design hat auch überhaupt nichts mit Android zu tun.
Dann muss man die Innengeräte suchen. Da passiert natürlich erstmal nichts, weil die nicht im gleichen WLAN eingebunden sind.
Innengeräte ins WLAN
Man muss die Klimaanlage erstmal in den Kopplungsmodus bringen. Und dann läuft das so:
- Man stellt mit der Fernbedienung den Kopplungsmodus ein.
- Die Inneneinheit spannt ein eigenes WLAN-Netzwerk auf.
- Mit dem Smartphone verbindet man sich mit diesem Netzwerk.
- In der App gibt man dann die Zugangsdaten von dem Netzwerk ein, das die Inneneinheit nutzen soll.
- Die Inneneinheit verbindet sich mit diesem WLAN und kontaktiert dann das Handy.
- Danach meldet sich die Inneneinheit beim Server des Herstellers.
Man braucht aber erstmal einen Zahnstocher für die Fernbedienung:
Das sieht dann so aus:
Aber ehrlich gesagt finde ich diese Fernbedienung großartig. Die wichtigen Tasten sind oben. Die weniger wichtigen Tasten sind unter der Klappe versteckt. Alles hat eine eigene Taste, man muss nicht erst durch Menüs durch.
Ich habe hier drei WLAN-Netzwerke:
- Vertrauenswürdige Geräte, diese können untereinander kommunizieren.
- Gäste, können keine anderen Geräte sehen.
- IoT-Geräte, können keine anderen Geräte sehen.
Durch die unterschiedlichen WLAN-Schlüssel kann ein Gast auch keinen Netzwerkverkehr im IoT-Netzwerk abfangen.
Leider müssen die Klimaanlagen aber mit meinem Handy kommunizieren für die Einrichtung, auch wenn es später über die Server des Herstellers geht. Von daher musste ich die Firewall innerhalb des IoT-Netzwerkes kurzzeitig ausschalten.
Steuerung in der App
Dann hatte ich das aber alles parat und konnte die Inneneinheiten sehen:
Als Identifikation haben sie die letzten Stellen der MAC-Adresse. Ich kann den Einheiten keinen Namen geben. Das ist dermaßen bescheuert. Ich soll mir jetzt merken, welche Einheit welche Adresse hat?
Man kann sich dann die Daten pro Einheit anzeigen lassen sowie Einstellungen vornehmen:
Interessant ist noch der Energiemonitor:
Aber ganz ehrlich: Der Anschaffungspreis einer Klimaanlage ist ungefähr 2000 EUR. Im Betrieb zieht die vielleicht 1 kW Strom, das sind 30 ct/h. Wenn ich die in einem Sommer mit 30 Hitzetagen je 8 Stunden laufen lasse, sind das maximal 144 EUR. Dafür ist es dann aber auch erträglich und ich muss nicht die ganze Zeit leiden. Im Vergleich zu den Anschaffungskosten ist das noch immer gering. Wenn ich die zehn Jahre jeden Sommer laufen lasse, hat mich der Strom weniger als die Anschaffung gekostet. Wenn man das Teil hat, wäre es dumm, es wegen der Stromkosten dann doch nicht zu nutzen. Dann lieber erst gar keine Anlagen kaufen.
Insgesamt bringt die App keinen Mehrwert. Ich kann nicht alle Klimaanlagen gleichzeitig bedienen, ich kann sie nicht als Verbund nutzen. Und mich durch das Menü klicken und mir merken müssen, welche Inneneinheit wo hängt, bringt mir auch nicht so viel.
Die Fernbedienung ist deutlich besser. Die hat für jede Funktion eine physische Taste. Man kann sie aufklappen und hat dann weitere Funktionen. Ich kann mit einer Fernbedienung durch das ganze Haus gehen und alle Klimaanlagen einschalten und dann auch auf die gleiche Temperatur setzen.
Home Assistant
Das Ganze würde erst dann sinnvoll werden, wenn ich anstelle von deren furchtbarer App etwas eigenes integrieren könnte. Und bei so Endkunden-Kram ist immer unklar, ob man das eigentlich überhaupt mit etwas standardisiertem wie Home Assistant koppeln könnte.
Und das geht anscheinend. Da ist eine offene Schnittstelle im Netzwerk, auf die man einfach zugreifen kann mit einer Integration. Das ist irgendwie gruselig, die Sicherheit des Ganzen steht und fällt dann mit dem Zugriff auf das WLAN. Oh Weia!







