Ordnungsamt-Mitarbeiter winkt falschparkenden Stadtgärtnern

Gärtner des Grünflächenamtes der Stadt Bonn haben ihren LKW behindernd geparkt. Jemand vom Ordnungsamt fuhr zufällig vorbei, winkte den Gärtnern zu, und ignorierte den LKW. Der angerufene Disponent des Ordnungsamtes unterstellte mir die Abteilungen der Stadt Bonn piesaken zu wollen.

Heute war ich in Holzlar im Penny einkaufen. Auf dem Weg dorthin sah ich einen LKW vom Grünflächenamt der Stadt Bonn. Die Gärtner arbeiteten auf der kleinen Wiese am Kreisverkehr.

Der LKW sehr ungünstig geparkt. Der steht dort auf dem Gehweg, und zwar komplett. Da muss man auf die Fahrbahn ausweichen. Dann steht er im absoluten Haltverbot. An dieser Stelle fährt eine Buslinie, das behindert. Zusätzlich steht der innen in der Kurve, sodass die Sichtbeziehung gestört ist.

Von einer Ansprache der Gärtner hatte ich abgesehen. Das habe ich früher immer versucht, aber man erreicht damit nicht. Im Gegenteil, man erfährt nur Renitenz und typische Ausreden. Also habe ich direkt beim Ordnungsamt angerufen. Am Telefon meldete ich eine »Verkehrsbehinderung« sagte die Kreuzung an (Paul-Langen-Straße/Espeler Wiese). Der Disponent wollte gar nicht das Kennzeichen haben, das habe ich dann noch durchgegeben.

Beim Kennzeichen »BN BN« sah er dann direkt, dass es sich um ein Fahrzeug des Grünflächenamtes handelte. Er unterstellte mir, die Stadt Bonn ärgern zu wollen, die Abteilungen untereinander »triezen« zu wollen. Im Bereich der Polizei gibt es das Konzept der »Polizeifamilie«, ein gruseliger Korpsgeist durch den Straftaten von Polizisten nicht verfolgt werden. Die Reaktion des Disponenten hat mich echt irritiert. Ich kann schon verstehen, wenn man sich als großes Team bei der Stadt sieht. Die Unterstellung fand ich trotzdem dreist.

Ich habe ihm dann gesagt, dass ich als Bürger gerne den Gehweg nutzen können möchte. Der Disponent fragte weiter, ob die Gärtner gerade arbeiten, und ob ich sie angesprochen hätte. Ich beantwortete die Fragen und wies auf einen Parkplatz direkt in der Nähe hin.

Mit spürbarem Widerwillen hat der Disponent dann denn Fall aufgenommen und sagte, dass irgendwann irgendwer mal vorbeischauen würde. Auf dem Hinweg hatte ich noch einen Mitarbeiter vom Ordnungsamt gesehen, wie er an dem LKW vorbeigefahren ist. Und anstelle, dass der Mitarbeiter vom Ordnungsamt dort etwas gesagt hat, haben sich Gärtner und Ordnungshüter zugewunken.

Dass man Kollegen grüßt, ist guter Ton. Aber dass der vom Ordnungsamt die Gefährdung durch den LKW nicht anspricht, fand ich nicht okay. Den Disponenten habe ich daher darauf hingewiesen, dass ein Mitarbeiter gerade an dieser Stelle vorbeibekommen ist. Das möge sein, sagte er, aber dann war der gerade in einer Maßnahme.

Wenn Polizei oder Ordnungsamt gerade in einer Maßnahme sind, dann schließen sie den Fall erstmal ab. Das ist auch sinnvoll. Allerdings schien mit der Mitarbeiter auf dem Weg ins Zentrum zu sein, also wahrscheinlich auf dem Rückweg von einer Maßnahme. Wenn alle Mitarbeiter, die man so in der Stadt fahren sieht, gerade auf dem Weg von oder zu einer Maßnahme sind, dann ist auch erklärt, warum die nie irgendwo halten und sich um etwas kümmern. Es wirkt anscheinend nur auf explizit gemeldete Fälle reagiert. Da muss man sich nicht wundern, dass sie ständig an allen Falschparkern vorbeifahren.

Als ich eine halbe Stunde später mit dem Einkaufen fertig war, packten die Gärtner gerade ein. Das Ordnungsamt war wohl noch nicht da, oder hat nichts gemacht. Ich habe nochmal den Disponenten angerufen und entsprechend gemeldet. Der hat sich gefreut und sagte, dass er es dann ja »vom Tableau nehmen kann«. Anscheinend wurde der Einsatz tatsächlich eingetragen.

Die Außenwirkung von dem ist denkbar schlecht. Ich sehe immer wieder Fahrzeuge vom Grünflächenamt, die denkbar schlecht abgestellt sind. Und ich immer wieder Fahrzeuge vom Ordnungsamt, die an Verkehrsbehinderungen vorbeifahren. Wenn ich das in Kombination sehe, fühle ich mich einfach verarscht. Nach dem Anruf beim Ordnungsamt habe ich den Eindruck, dass das ganze mehr System hat, als mir lieb ist.