Getrennte Routen für Rad- und Autoverkehr in Venray

Die Stadt Venray hat eine Umgehungsstraße für den Autoverkehr und eine getrennte Route für den Radverkehr. Das macht sowohl das Rad- als auch das Autofahren sehr angenehm.

Kommt man von Norden nach Venray rein, ist da erstmal eine große Kreuzung. Der Autoverkehr hat einen Hubbel auf eine erhöhte Kreuzung. Das erhöht die Aufmerksamkeit und senkt die Geschwidigkeit.

Der Radverkehr wird dann nach links geleitet. Dort ist man als Radfahrer dann wartepflichtig, was aber okay ist.

Geradeaus darf man nicht mehr weiter mit dem Fahrrad. Das ist eine reine Kraftfahrstraße. Interessant ist aber, dass sie nur einen schmalen Fahrstreifen hat, der von viel Grün umgeben ist. In Deutschland wäre da wohl kein Grün und doppelt so viel Asphalt.

Nach links geht es dann in eine Tempo-30-Zone. Folgend ist die Ansicht für den Autoverkehr.

Die Einmündung ist mit einem Rampenstein gestaltet, der zum langsamen Abbiegen zwingt. Es ist eine gerade Rampe und keine fahrdynamischer Sinusstein.

Für den Autoverkehr wird es kurz darauf wieder anders. Da beginnt eine Fahrradstraße. Von rechts kommt der Radweg von eben, der an dem man wartepflichtig die große Straße quert.

Und dann ist man in einer Fahrradstraße, die optisch auch aus zwei breiten Radwegen besteht. Das kleine graue Mittelstück ist das, was sozusagen für den Autoverkehr bleibt.

Das ist ja auch total okay. Wenn man mit dem Auto ins Zentrum möchte, dann fährt man eben die Umgehungsstraße. Somit sind Rad- und Autoverkehr getrennt, beide kommen ungestört ans Ziel.

Die Fahrradstraße bindet dann die Wohngebiete an. Dort kann man mit dem Auto fahren, Spaß macht es aber keinen.

Am anderen Ende der Fahrradstraße findet man dann eine schöne Auflösung. Es wird ein Radweg rechts und links, in der Mitte ist dann für den Kraftverkehr. Und wieder schön viel Grün.

Das ist mit dem Fahrrad wirklich schön zu fahren. Und die Häuser haben auch direkt mehr Wohnqualität, weil eben keine Durchgangsstraße vor der Tür ist.

Ich bin auch einmal mit dem Auto zum Einkaufen nach Venray reingefahren, über die Umgehungsstraße. Und das war auch ziemlich angenehm, da so mit 50 km/h zu fahren und nicht auf Radverkehr achten zu müssen. Es war ganz entspannt, weil ich weniger gefordert war.

Somit ist es kein Nullsummenspiel, sondern ein Gewinn für alle Verkehrsarten: Mit dem Fahrrad kommt man auf direktem Weg in die Stadt rein, hat fast keinen Autoverkehr um sich herum und eine großzügige Fahrbahn in der Fahrradstraße. Die Bewohner haben eine relativ leise Straße vor der Tür, können bei Bedarf aber mit dem Auto bis ans Haus fahren. Und die Autofahrer, die einfach nur ins Zentrum zum Einkaufen wollen, müssen nicht auf Radfahrende achten und kommen so entspannter voran.