Gelesene Bücher 2025

Das sind die Bücher, die ich im Jahr 2025 gelesen habe. Ich habe mal wieder auf eine Liste pro Jahr umgestellt, damit man auch eine Chance hat vergangene Listen durchzugehen.

  1. Lenze, Enno. Into the Fire: Berichte aus Krisengebieten. Berlin Story Verlag GmbH, 2023.

    Der Kriegsberichterstatter und Museumsbetreiber erzählt in seinem Buch diverse Geschichten aus Kurdistan-Irak, Afghanistan, der Ukraine und weiteren Orten. Dadurch habe ein ein bisschen mehr über die Konflikte unserer Zeit erfahren. Seine Erzählungen sind ganz konkret und deutlich nahbarer als das, was man so in den Abendnachrichten in Kurzform sehen kann.

    Es ist ein interessantes Buch, welches aber auch nachdenklich und betroffen macht.

  2. Farley, David. Modern Software Engineering: Doing What Works to Build Better Software Faster. Pearson, 2022.

    Ein wirklich großartiges Buch zum Thema Softwareentwicklung. Der Autor räumt auf mit dem Begriff "Software Engineering" und wie es viele in dieser Profession gibt, die sich gegen einen systematischen und empirischen Ansatz wehren. Er beschreibt das sehr schön:

    In software we have somewhat redefined what engineering means. Certainly in some circles we have come to see engineering as an unnecessary, onerous, and burdensome thing that gets in the way of “real software development.” Real engineering in other disciplines is none of these things. Engineers in other disciplines make progress more quickly, not less. They create work of higher quality, not lower.

    Er lädt ein auch in der Softwareentwicklung einen besseren Ansatz zu finden, die Erkenntnisse in diesem Feld ernst zu nehmen und das Hauptproblem, Komplexität und Kopplung, ernsthaft anzugehen.

    Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es meinen Fachkollegen wärmstens empfehlen.

  3. Stöcker, Christian. Männer, die die Welt verbrennen: Der entscheidende Kampf um die Zukunft der Menschheit. Ullstein, 2024.

    Schon in "Autokratie"1, aber auch in "Schockwellen"2 wurde die Verbindung zwischen Männlichkeit und fossilen Brennstoffen gemacht. Stöcker schreibt hier noch klarer zu diesem Zusammenhang und welche Machtstrukturen dahinterstehen. Die Interessensvertreter der fossilen Energiewirtschaft haben einen breiten und tiefen Einfluss und lenken durchaus das Geschick der Welt, allerdings in den Abgrund.

  4. Unites States Office of Strategic Services. Simple Sabotage Field Manual. Strategic Services Field Manual 3. Washington DC, 1944.

    Während des zweiten Weltkrieges hat der US-Geheimdienst dieses Handbuch für einfache Saboteure in Deutschland angefertigt. Darin stehen diverse Dinge, wie man mit unauffälligen Methoden Schäden anrichten kann. So kann man wohl 1 % Zucker ins Benzin mischen, das würde Motoren übel verkleben und langwierige Wartungen nach sich ziehen.

    Auf eine tragische Weise lustig sind die Tipps für Büroangestellte. Dort wird zum Beispiel unter anderem folgendes vorgeschlagen:

    • Insist on doing everything through “channels.” Never permit short-cuts to be taken in order to expedite decisions.
    • When possible, refer all matters to committees, for “further study and consideration.” Attempt to make the committees as large as possible—never less than five.
    • Haggle over precise wordings of communications, minutes, resolutions.
    • Refer back to matters decided upon at the last meeting and attempt to re-open the question of the advisability of that decision.

    Und das sind einfach so Dinge, die man manchmal auch im Berufsleben beobachten kann. Man kann das Sabotage-Handbuch auch umdrehen und daraus ableiten, wie man effizienter arbeiten kann.

  5. Schutzbach, Franziska. Die Rhetorik der Rechten: Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick. Zürich: Xanthippe, 2018.

    Eine verständliche Übersicht über die Methoden, mit der Rechtspopulisten den öffentlichen Diskus lenken und bestimmen. Sie schreibt vor allem auf die Schweiz und SVP bezogen, es kommen aber Rassemblement National, ÖVP, AfD, Schwedendemokraten und andere Parteien drin vor.

    Für mich besonders erhellend war die Auflösung des Widerspruchs, wie eine offen homosexuelle Frau, die mit einer Person mit Migrationshintergrund zusammen im Ausland lebt, in Deutschland eine rechte Partei anführen kann. Aber der neue Rechtspopulismus hat die Spaltungslinien an anderer Stelle, man definiert einfach "gute homosexuelle Personen" und "schlechte homosexuelle Personen" und kann sich gleichzeitig einen progressiven Anstrich geben, der verfängt. Man mag denken, dass die AfD eben nicht so schlimm sein kann, wenn die Vorsitzende homosexuell ist. Mit dieser Aufstellung macht die Partei es Leuten einfacher in ihr Netz zu gehen.

  6. Bartlett, R. D., und Patricia Bartlett. Koi for Dummies. Wiley, 2007.

    Wir haben einen Koiteich übernommen, vorher allerdings keine Erfahrungen mit Fischen gehabt. Entsprechend musste ich noch viel lernen. Dieses Buch hat mich angesprochen, weil es relativ modern ist. Es hat zwar die typischen »für Dummies«-Wortwitze, aber es enthält recht viel Information und das ganz gut strukturiert.

    Viele YouTube-Videos, die ich zu dem Thema versuchte zu schauen sind von technisch schlechter Qualität, haben als Ratschlag letztlich nur ein »muss man ein Gefühl für entwickeln« und kratzen meist nur an der Oberfläche. Da war mir ein Buch mit dreihundert Seiten doch deutlich lieber.

  7. Scott, Kim. Radical Candor: How to Get What You Want by Saying What You Mean. Pan Macmillan, 2017.

    Das Management meines Arbeitgebers spricht häufiger von diesem Buch und hat das Konzept »Radical Candor« zur Unternehmensphilosophie erklärt. Das Grundkonzept ist schnell erklärt: Man soll emotional investiert sein (»care personally«) und gleichzeitig offen Missstände ansprechen (»challenge directly«). Würde man zwar emotional investiert sein, aber nichts offen ansprechen, so hätten die anderen Leute auch nichts davon (»ruinous empathy«). Würde man nur kritisieren ohne persönliche Verbindung, so wäre man einfach nur fies (»obnoxious aggression«).

    Ich wollte mehr darüber erfahren und habe das ganze Buch gelesen. Es ist schon ganz spannend, was die Autorin so schreibt. Sie hat unter anderem bei Google und dann Apple gearbeitet, beschreibt die unterschiedlichen Kulturen der Firmen. Sie gibt auch viele Tipps, wie man das Konzept einführen kann. Vor allem soll man erstmal selbst nach »radically candid feedback« bitten, bevor man es selbst austeilt. Man soll zeigen, dass man an Verbesserung investiert ist. So schafft man Vertrauen, aus dem heraus man dann anderen konstruktive Kritik geben kann.

    An einigen Stellen kann ich auch diese Silicon-Valley-Kultur herauslesen. Bei dem Abschnitt, wo es um Entlassung geht, hat sie eine für mich neue Perspektive. Es ginge nicht darum, jemanden zu entlassen, weil der doof sei. Oder weil er den Job schlecht macht. Vielmehr hätte man festgestellt, dass dieser Job für diese Person zu dieser Zeit nicht der richtige wäre und es daher für die Person gut ist, wenn sie sich einen besser passenden Job suchen kann. Mit diesem Framing soll es einem Manager einfacher fallen, jemanden zu entlassen. Das funktioniert halt nur, wenn es ganz viele Jobs zur Auswahl gibt.

  8. Keith, William H. Decision at Thunder Rift. BattleTech 1. FASA, 1986.

    Das ist der erste Roman aus dem BattleTech-/MechWarrior-Universum. Ich habe zwar immer wieder die Spiele gespielt, so richtig etwas von der Geschichte des Universums habe ich allerdings nicht mitnehmen können. Es gibt diese riesigen BattleMechs, man ballert sich gegenseitig kaputt und irgendwie ist das Motto »the future is war«. Ja, aber warum? Warum diese Kampfmaschinen, warum nicht Bomben aus dem Orbit werfen?

    Ich wollte ein Buch der Reihe lesen und habe, ähnlich wie ich das bei Terry Pratchett gemacht hatte, einfach das erste genommen. Das war allerdings wieder nicht so clever. Das Buch liest sich ziemlich flach. Es fängt schon damit an, dass der Protagonist der Sohn eines bekannten MechWarriors ist, der dann in der Eröffnung im Kampf stirbt, sein Sohn muss übernehmen. Dann gibt es eine Intrige, aber so richtig hat es mich dann nicht gepackt.

    Über das Universum lernt man auch eher wenig. Kernwaffen sind verboten, weil sie ineffizient waren. Okay, aber das war es dann auch schon. Es gibt halt die fünf großen Häuser und die sind dauernd im Krieg miteinander. So weit war ich auch schon aus den Spielen.

    Vielleicht schaue ich mir das Universum nochmal mit einem anderen Buch der Reihe an, aber das ganze Universum scheint so auf dem Level von »Alarm für Cobra 11« zu sein, wo Autos über Sprungschanzen fliegen und explodieren. Charakterentwicklung und so braucht man da nicht wirklich.

  9. Wynn-Williams, Sarah. Careless People: A Cautionary Tale of Power, Greed, and Lost Idealism. First edition. New York: Flatiron Books, 2025.

    Das ist das Buch von der Facebook-Aussteigerin, das die Meta-Anwälte verhindern wollten. Aufgrund der Rezension von Cory Doctorow habe ich das Buch auch einmal gelesen. Ich finde es sehr toll geschrieben, ich habe es regelrecht verschlungen. Die Autorin beschreibt ihre Zeit bei Facebook und ihre Begegnungen mit den diversen hohen Leuten dort. Im Verhalten der anderen steckt so viel Arroganz und Überheblichkeit, dass es meine Annahmen noch übertrifft. Am Ende wird sie gefeuert, weil sie sexuellen Missbrauch anprangert.

    Interessant finde ich, wie die Autorin über Sheryl Sandberg schreibt, nämlich eher negativ. Dagegen hat Kim Scott in Radical Candor positiv über ihre Arbeit für Sandberg bei Google beschrieben. Da sind also zwei Frauen, die beide für Sandberg gearbeitet haben und sie einmal positiv und einmal negativ beschreiben. Das macht meinen Blick auf die Silicon-Valley-Kultur noch einmal etwas differenzierter.

  10. Arnold, Glen. The Financial Times Guide to Bond and Money Markets. Financial Times Guides. Pearson, 2015.

    Aktien kenne ich inzwischen genug, um darin investieren zu können. Aber bei Anleihen habe ich so ein bisschen Verständnis, wollte aber mehr. Vor allem wollte ich aber wissen, was dieser »Geldmarkt« ist, den ich zuletzt anstelle von Tagesgeld genutzt hatte.

    In dem Buch habe viele grundlegende Dinge über Staats- und Unternehmenanleihen gelernt. Aber auch in späteren Kapiteln kamen immer wieder interessante Dinge, wie zum Beispiel die »Repurchase Agreements«. Dabei verkauft eine Partei an eine andere ein Paket Staatsanleihen mit der Absprache sie nach einer kurzen Frist zu einem leicht höheren Preis zurückzukaufen. Das ist effektiv ein Kredit mit Sicherheit, daher sind die Zinsen dafür recht gering. Das Volumen dieser Instrumente ist schwindelerregend hoch. Und sobald das Vertrauen weg ist, hört das reibungslose Leihen weg und Firmen haben ein großes Problem mit Cashflow.

    Witzig finde ich die ganzen historisch gewachsenen Begriffe, wie »Gilt«, »Tips« oder »Haircut«. Das hat man ja in jedem Fachbereich, da verselbstständigt sich die Nomenklatur von ganz alleine.

  11. Pratchett, Terry. Going Postal. Disc World 33. Harper Collins, 2005.

    Das ist das vierte Buch aus der Scheibenwelt-Reihe, das ich gelesen habe. Mit »The Color of Magic« (von 1983) und »Guards! Guards!« (von 1989) war ich nicht warmgeworden. Bei »Monstrous Regiment« (von 2003) hatte ich aber durchaus schon Spaß. »Going Postal« fand ich richtig gut, das ist das bisher beste Buch der Reihe, was ich gelesen habe. Es hat subtilen Humor, feine Charaktere und nicht diesen bemühten Klamauk der ersten Bücher.

    Der Protagonist des Buches ist ein professioneller Schwindler und Betrüger, er wird vom Tyrann der Stadt durch Tricks dazu gebracht es mit einem betrügerischen Geschäftsmann aufzunehmen. Dabei kommen immer wieder putzige Situationen zustande, wie zum Beispiel dass der Protagonist nebenbei Briefmarken erfindet und den Stecknadel-Sammlern ein ganz neues Hobby ermöglicht. Zuvor hat der Autor die etwas durchgedrehten Stecknadel-Sammler beschrieben, um dann den Leser an die heutigen Briefmarkensammler denken zu lassen.

    Auch sehr schön finde ich seine politischen Zwischenbemerkungen, wie hier eine Selbstreflektion des Protagonisten:

    What kind of man would put a known criminal in charge of a major branch of government? Apart from, say, the average voter.

    Oder auch etwas zu Firmenkultur:

    Headquarters had even started an Employee of the Month scheme to show how much they cared. That was how much they didn’t care.

    Und generell hat er wirklich schöne Wortbilder:

    It was raining now, a gray, sooty drizzle that was little more than fog with a slight weight problem.

    Auch wenn ich mit den frühen Scheibenwelt-Romanen nicht wirklich etwas anfangen kann, scheinen die späteren Romane wirklich Potential für mich zu haben.

  12. Seemann, Mark. Code That Fits in Your Head: Heuristics for Software Engineering. Addison-Wesley, 2021.

    Der Autor dieses Buches hatte zu Modern Software Engineering vor Farley (siehe weiter oben in der Liste) bei Goodreads eine Rezension geschrieben, die Bücher sprechen wohl eine ähnliche Zielgruppe an. Da ich vom gleichen Autor auch schon Dependency Injection3 gelesen hatte, wollte ich dieses Buch auch noch lesen.

    Im Gegensatz zu Modern Software Engineering gibt es in diesem Buch ein Projekt in C#, das komplett entwickelt wird. Es gibt also immer wieder große Blöcke mit Code. Das ist an sich ein gutes Konzept, allerdings hat es mich für den Moment nicht angesprochen. Vielmehr lese ich gerade gerne Bücher, in denen es eher allgemein um Softwareentwicklung geht. Ich brauche die konkreten Beispiele nicht mehr so sehr, von daher empfand ich das eher als störend.

  13. Arthur, Amy. Pace Yourself: How to Have Energy in an Exhausting World. Black and White Publishing Limited, 2024.

    Das Buch hatte mich in einem englischsprachigen Buchladen in Utrecht angesprochen. Die Autorin beschreibt, wie man sich seine Energie einteilen kann, wenn man davon eher wenig hat. Sie selbst ist von Myalgische Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue Syndrom betroffen und schreibt aus dieser Perspektive, sie ist aber auch für Long Covid relevant oder wenn man einfach so zu wenig Kraft hat.

    Letztlich beschreibt sie einige hilfreiche Aspekte. So soll man nicht nur zwischen physischer und psychischer Energie unterscheiden, sondern letztere noch in mentale und emotionale Energie aufteilen. Sie schlägt vor sich Aktivitäten aufzuschreiben, die Erholung für jeweils eine der Energieformen darstellen. Weiter empfiehlt sie ein »Pacing Diary«, in dem man zwei Wochen sein Energieniveau verfolgt. Vor allem soll man aber ein Grundniveau finden, bei dem man sich nicht verausgabt. Sobald es einem zu viel wird, kann man sich darauf zurückziehen. Somit verhindert man einen kompletten Zusammenbruch.

    Ich fand das Buch deutlich zu lang für das, was ich daraus mitnehmen konnte.

  14. Okabayashi, Kensuke. Figure Drawing for Dummies. For Dummies. Wiley, 2009.

    Seit einigen Jahren zeichne ich, bei Portraits wollte ich noch mehr lernen. Dieses Buch gefällt mir sehr gut, der Autor leitet in diesem eher längeren Buch viel an und hat auch viele praktische Übungen. Meist zeigt er, wie es am Ende aussehen soll und worauf man achten muss, dann kommen viele kleine Schritte zum Nachmachen.

    Durch das Buch habe ich mehr über Proportionen, Licht- und Schattensetzung, Haare, Falten, Form von Auge, Nase und Mund gelernt. Von meinen anfänglichen Portraitzeichnungen, bei denen die Augen in der Stirn waren und nichts so recht passen wollte, bin ich zu deutlich besseren Ergebnissen gekommen. Auch durch die vielen Tricks, die in dem Buch gezeigt werden, konnte ich Fotovorlagen deutlich besser umsetzen.

    Im Schlussteil hat er auch noch praktische Tipps zur Aufbewahrung von Zeichnungen, wie man sinnvoll katalogisiert.

    Das Buch hat mir wirklich Spaß gemacht und ich werde wohl immer wieder darauf zurückkommen, um nochmal eine Übung zu wiederholen.

  15. Wells, Martha. All Systems Red. The Murderbot Diaries 1. tor.com, 2017.

    Das ist der erste Teil der »Murderbot Diaries«. Das ist ein kurzer Science Fiction Roman, der aus sicht einer synthetischen Lebensform geschrieben ist, die einfache Wachdienste für eine Expedition der Menschen durchführen soll. Allerdings hat diese Einheit ein gewisses Eigenleben entwickelt und möchte vor allem die Serien aus dem Entertainmentsystem schauen. Es gibt einige Überraschungen, die zu einer Charakterentwicklung bei der Einheit führen. Das ganze ist ziemlich süß zu lesen.

  16. Pratchett, Terry. The Truth. Disc World 25. Harper Collins, 2000.

    Nachdem ich »Going Postal« gelesen hatte und mir die Themenreihe »Industrielle Revolution« gefallen hatte, wollte ich das erste der Reihe lesen. Bei »The Truth« hatte ich allerdings wieder das Phänomen, dass das Buch ganz nett zu lesen ist, mich aber nicht so richtig gepackt hatte.

    Inzwischen kann ich einen Trend erkennen. Erst die späteren Bücher von Pratchett finde ich nett, davor ist ist für mich so neutral. Und die ganz frühen Bücher finde ich eher mühsam.

    Titel Nummer Jahr Eindruck
    The Color of Magic 1 1983 Mühsam
    Guards! Guards! 8 1989 Mühsam
    The Truth 25 2000 Gleichgültig
    Monstrous Regiment 31 2003 Ganz nett
    Going Postal 33 2004 Spannend und witzig

    Es scheint also so ab 2003 besser und ab 2004 richtig gut geworden zu sein. Ich werde mich dann auf die Bücher danach konzentrieren, als nächstes also "Making Money" (Nummer 36 von 2007).

  17. Wagele, Elizabeth. The Happy Introvert: A Wild and Crazy Guide to Celebrating Your True Self. Simon & Schuster, 2006.

    Die Autorin geht die in der westlichen Welt übliche Überzeugung, dass Extroversion gut und Introversion schlecht sei, an. Sie zeigt auf, wie introvertierte Menschen anders funktionieren. Nachdem sie beide Typen vorgestellt hat, wirbt sie dafür die jeweils andere Seite zu verstehen. Schließlich tragen wir alle beiden Seiten in uns, nur in unterschiedlichen Ausprägungen.

    Ein Kapitel dreht sich um die Psychoanalyse von Jung und wie er selbst seine introvertierte Seite entdeckt hat. Daraus konnte ich nur wenig mitnehmen. Etwas interessanter war für mich war eine Vorstellung des Myers-Briggs-Typenindikator, welcher die Achsen Introversion/Extroversion, Intuition/Sensorik, Denken/Fühlen, Wahrnehmung/Beurteilung. Diese 16 Kombinationen erklärt die Autorin zusammen mit Beispielsituationen. Sie gibt zu jedem der acht Attribute einige Fragen, mit denen man sich selbst einschätzen kann. Und interessanterweise kann ich mich teilweise mit beiden vermeintlich gegensätzlichen Attributen identifizieren. Mir war am Ende nicht klar, in welche der 16 Kategorien ich jetzt genau passen sollte. Irgendwie passen mehrere Kategorien.

    Wie bei vielen US-Amerikanischen Büchern war die Informationsdichte zu gering und gefühlt zu viel Füllstoff. Insgesamt war das Buch nur so okay und ist von mir eine nicht-Empfehlung.

  18. Haig, Matt. Notes on a Nervous Planet. Penguin, 2019.

    Matt Haig geht sehr offen mit seiner Depression um, in Reasons to Stay Alive4 hat er seine Geschichte erzählt. In diesem Buch hier beschreibt er die Strategien, die er für den Umfang mit Unsicherheit und Angst gefunden hat. Er beschreibt in seiner typisch warmen und eloquenten Art, wie die Welt ziemlich verrückt ist und es daher wenig überraschend ist, dass uns das mitnimmt. So schreibt er direkt am Anfang:

    The aim in this book isn’t to say that everything is a disaster and we’re all screwed, because we already have Twitter for that.

    Und er beschreibt auch wunderschön, wie ihn seine Angst immer wieder packt und er sich hineinsteigern kann:

    I am a catastrophizer. I don’t simply worry. No. My worry has real ambition. My worry is limitless. My anxiety—even when I don’t have capital-A Anxiety—is big enough to go anywhere. I have always found it easy to think of the worst-case scenario and dwell on it.

    Er beschreibt seine Reise im Jetzt glücklich zu sein mit dem, was er hat. Wir hätten schon genug Dinge um uns herum, uns macht der Überfluss unglücklich, nicht der Mangel. Ich würde seine Ansätze als Minimalismus, Stoizismus, Mindfullness bezeichnen. So schreibt er beispielsweise:

    We often find ourselves wishing for more hours in the day, but that wouldn’t help anything. The problem, clearly, isn’t that we have a shortage of time. It’s more that we have an overload of everything else.

    Es ist ein sehr schön zu lesendes Buch, ein Buch zum wohlfühlen. Und mit dem Comfort Book5 hat er etwas ähnliches mit etwas anderem Fokus erneut geschrieben. Beide Bücher haben mir wirklich gut gefallen.

  19. Tiner, Ron. Figure Drawing Without a Model: Anatomy, Movement and Character Expression from Memory and Imagination. David & Charles, 2024.

    Nach dem Buch über Figurenzeichnen von Kensuke Okabayashi (Nummer 14 in dieser Liste) wollte ich noch weiter lernen. Insbesondere fehlt mir noch viel beim Zeichnen von Mimik. Ich hatte mir von diesem Buch erhofft, dass es das behandelt.

    So richtig viel habe ich nicht mitgenommen. Letztlich vor allem der Ratschlag, dass man ganz viel üben soll. Man sollte sich ein günstiges Skizzenbuch kaufen, damit man nicht scheut, einfach mal diverse Dinge zu skizzieren. Der Autor wirbt dafür, dass man auch viel vom Modell abzeichnet, damit man nicht nur Stereotype zeichnet. Ansonsten würde aber wirklich nur Übung helfen.

  20. Sinari, Satyajit. Step-by-Step Portraits from Simple Shapes: A Beginner’s Guide to Drawing Faces in Proportion. David & Charles, 2024.

    Dieses Buch hat mir die Loomis-Methode zum Konstruieren von Köpfen deutlich näher gebracht. Insbesondere zeigt der Autor in vielen Schritt-für-Schritt ausgeführten Beispielen, wie man den Kopf konstruiert, die Gesichtsmerkmale einzeichnet und dann schattiert. Durch die Grundlagenkapitel einerseits und die Mitmachbeispiele andererseits habe ich die gelernte Theorie direkt anwenden können. Und ich habe auch gemerkt, wie ich das auch auf eigene Bilder übertragen kann.

  21. Sand, Ilse. On Being an Introvert or Highly Sensitive Person: A Guide to Boundaries, Joy, and Meaning. Jessica Kingsley Publishers, 2018.

    Nachdem ich das Buch von Elizabeth Wagele (Nummer 17 in dieser Liste) so enttäuschend fand, wollte ich noch ein anderes lesen. Dieses Buch ist von einer dänischen Psychotherapeutin geschrieben, enthält mehr relevanten Inhalt und ist dabei kompakter geschrieben.

    Sie beschreibt die beiden Persönlichkeitsmerkmale Introversion und Hochsensibilität. Es gibt mehr introvertierte Menschen als hochsensible, viele aber nicht alle hochsensiblen sind auch introvertiert. Sie beschreibt typische Verhaltensweisen für die beiden Merkmale.

    Die westliche Welt ist geprägt von einer Kultur, in der Extroversion der Standard ist. Genauso ist Hochsensibilität eine Abweichung vom Durchschnitt. Entsprechend hat man es als eine introvertierte und hochsensible Person im Alltag immer wieder schwerer. Sie gibt Tipps, wie man damit umgehen kann. Zudem hat sie auch den Eindruck, dass diese Merkmale immer präsenter in der Gesellschaft werden und die Abweichung vom Durchschnitt immer weniger problematisch ist.

  22. Nosrat, Samin. Salt, Fat, Acid, Heat: Mastering the Elements of Good Cooking. 1st ed. With Wendy MacNaughton und Michael Pollan. Canongate Books, 2017.

    Ich koche selten und wenn, dann auch nie etwas besonderes. Rezepte finde ich meist frustrierend, weil sie keine genauen Angaben enthalten und angenommen wird, dass man ein Gefühl für den Kochprozess hat. Den habe ich allerdings nicht. Und so mache ich dann irgendwas. Beim Abschmecken ist mir auch nicht klar, was man wann tun muss. Entsprechend habe ich meist keine Idee, was noch fehlt.

    Diverse Kochbücher hatte ich mir schon angeschaut, allerdings vermitteln die kein Grundgerüst an Koch-Chemie, mit der ich das Wissen organisieren könnte. Dieses Buch ist ein ganz anderes Kochbuch, es ist eher ein Buch über die Chemie des Kochens. Die Köchin und Autorin erklärt darin, wie Salz funktioniert, was es mit verschiedenen Lebensmitteln macht und wann es welche Wirkung entfaltet. Ähnliche Kapitel hat sie, dem Titel entsprechend, für Fett, Säure und Hitze.

    Bei Teigen erklärt sie zum Beispiel, wie Gluten (das Protein im Weizen) funktioniert. Knetet man Weizenmehl mit Wasser, so löst das das Gluten und es bilden sich immer längere Gluten-Stränge aus. Dadurch bekommt der Teig Struktur. Hat man entsprechend Wasser und Backtriebmittel, entsteht ein fluffiger und elastischer Teig. Das ist ideal für Brot. Möchte man allerdings Brownies machen, so versucht man die Gluten-Stränge zu verhindern. Dazu gibt man Öl in den Teig, das isoliert die Mehlpartikel und verhindert das Ausbilden des Gluten-Netzwerkes. Dadurch zerfallen Brownies, Brot aber nicht. Streuselteig hingegen soll kleine kompakte Flocken bilden, die untereinander aber keinen Halt haben. Das erreicht man mit Stücken kalter Butter im Teig. So kann sich ein Gluten-Netzwerk ausbilden, die Butterstücke bilden aber Sollbruchstellen. Beim Backen verdampt das Wasser in der Butter und sprengt den Teig an den Stellen. Als Ergebnis hat man dann kompakte Streusel.

    Das ganze erklärt, warum man nicht einfach Öl, Margarine und Butter beliebig mischen darf. Auch ist es für Lebkuchen wichtig, dass man die Butter vorher schmilzt, damit sie das Gluten-Netzwerk verhindern kann. Brot hingegen möchte man lange kneten, damit das Netzwerk besonders stark wird. Das steht zwar als Arbeitsanweisungen in Rezepten drin, aber eben nicht, warum man das tun soll.

    Wahrscheinlich werde ich auch in Zukunft nicht mehr kochen, aber die Theorie zu lernen hat mir trotzdem Spaß gemacht.

  23. Langlands, Alexander. Cræft: How Traditional Crafts Are About More Than Just Making. Faber & Faber, 2018.

    Der Archäologe beschreibt, wie er aus Frust über seinen wartungsintensiven benzingetriebenen Rasenkantentrimmer eine Sense zum Rasenmähen genutzt hatte. Ein Nachbar hat ihn dabei gesehen und ihm den richtigen Umgang gezeigt. Und am Ende hat er ähnlich lange für den Rasenschnitt gebraucht, sich dabei aber gut bewegt und viel besser gefühlt. Das war wohl sein Einstieg in »cræft«, einem altenglischen Konzept, das Handwerkskunst, Fähigkeit und auch eine gewisse Lebenseinstellung vereint.

    In den Kapiteln erzählt er seine Erfahrungen und Recherchen zum Heumachen, Schafe halten, Überleben in Island und Bienen halten. In allen Kapiteln geht es um das Selbstmachen, die Handwerkskunst von früher wieder aufleben lassen. Das hat auch etwas inspirierendes.

    Nach sechs Kapiteln hatte ich allerdings genug. Irgendwie wiederholte es sich dann vom Konzept her immer wieder. Die philosophischen Dinge scheinen mir grob ähnlich zu sein. Und dann hatte ich da etwas mitnehmen können, die Details bei den weiteren Tätigkeiten hatten mich nicht mehr so interessiert.

  24. Wells, Martha. Artificial Condition. The Murderbot Diaries 2. Macmillan USA, 2018.

    Nachdem ich den ersten Teil der Murderbot Reihe ganz nett fand, habe ich den zweiten Teil auch gelesen. Wir lernen einen neuen Charakter kennen, ART. Dieser ist, ähnlich wie Murderbot, unkonventionell und dadurch etwas interessant.

    Aber wie auch beim ersten Teil fand ich das Buch zwar interessant und die Charaktere auf ihre sozial tolpatschige Art knuffig. Die Geschichte und Handlung, in der sich die Charaktere bewegen, packt mich nicht so ganz. Es wirkt auf mich etwas beliebig, eine andere Handlung hätte auch keinen nennenswerten Unterschied gemacht.

    Das Konzept eines humanoid gestalteten Sicherheitsroboters, der sich unter Menschen unwohl fühlt und gerne Serien schaut, hat etwas. Aber für mich ist das dann auch schnell erschöpft gewesen.

  25. Lanier, Jaron. Who Owns the Future? Simon and Schuster, 2013.

    Von Lanier hatte ich schon ein Buch über die Disfunktionalität von sozialen Medien gelesen, er schlägt vor seine Accounts zu löschen, bis deren Geschäftsmodell besser wird. Ich habe entsprechend auch hier etwas erwartet, das gegen diese Art von digitalem Feudalismus geht.

    Im Kern beschreibt er, wie eine Mittelschicht nur entstehen kann, wenn es das »Winner Takes All« Prinzip eingedämmt wird. Beispiele sind Gewerkschaften, Tarifverträge, Lizenzeinnahmen für eigene Werke. Durch moderne Plattform-Konzerne, die Wissen anhäufen, wird Macht und Geld zentralisiert. Nutzer tragen kostenlos Arbeit bei, Geld bekommt aber nur der Betreiber.

    Zwar bekommen alle kostenlos Restaurantrezensionen über Google Maps, jedoch gibt es den Job des Restaurantkritikers als Vertreter der Mittelschicht dann nicht mehr. Geld verdient nur noch Google, die sich von Firmen für die hervorgehobene Präsenz bezahlen lassen. Auch bekommen Leute kein Geld, deren Daten für Zuschnitt von personalisierter Werbung genutzt werden. Hier nimmt Google die Nutzerdaten und macht sie zu Geld.

    Der Autor schlägt letztlich vor, alle Daten mit einem Preis zu versehen. So würde man für Informationen bezahlen, alle beitragenden Personen bekämen eine winzige Auszahlung. Zeigt Google Werbung, müssten sie allen Beitragenden etwas Geld für ihre Daten auszahlen. Wird ein KI-Modell genutzt, bekämen alle Autor:innen der Trainingsdaten eine winzige Auszahlung.

    Ich finde die Beobachtung, dass die Plattformen letztlich die Mittelschicht unter Druck setzen, durchaus einleuchtend. Viele der Beispiele, der er 2013 geschrieben hat, sind nur noch größer geworden. Es ist ein gewissermaßen deprimierendes Buch. Leider ist es mit 420 Seiten sehr lang, im Lektorat hätte man es auf ein Drittel kürzen sollen.

  26. Chiang, Ted. Exhalation: Stories. 2019.

    Ein Kurzgeschichtenband mit unterschiedlich langen Erzählungen aus dem Bereich Science Fiction. In der ersten Geschichte, »The Merchant and the Alchemist’s Gate« geht es um ein Portal zum Zeitreisen. Derartige Geschichten sind immer schwer zu entwickeln, ohne dass die Kausalität leidet oder trivial wirkt. In dieser Geschichte ist es schon spannend.

    In der zweiten Geschichte, »Exhalation«, geht es letztlich um den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und den Hitzetod des Universums in Billionen von Jahren. Das ganze aber dargestellt in einer viel kleineren Welt. Es dient auch als Metapher für den Klimawandel, ohne dass das so benannt worden ist.

    Die Geschichten sind wirklich toll, die Welten auch wirklich faszinierend. Einzig weil es Kurzgeschichten sind, wird man in die Welt geworfen und muss diese auch schnell aufnehmen. Gerade in den spannenden Welten hätte ich mir manchmal mehr gewünscht. Bei der dritten Geschichte bin ich nicht so wirklich reingekommen und habe dann auch die Lust verloren, mich auf immer neue Welten einzulassen, die mich dann nur einige zehn Seiten begleiten würden.

  27. Haig, Matt. The Radleys. Free Press, 2010.

    Dieses Buch handelt von einer Vampirfamilie, die versucht ein ganz normales Vorstadtleben zu leben. Allerdings ist das erstaunlich herausfordernd für die Familie. Es kommt zu immer mehr Wendungen und Enthüllungen, die weitere Konsequenzen mit sich ziehen. Es sind erstaunlich viele Leute miteinander verstrickt.

    Der Plot ist durchgängig spannend und abwechslungsreich. Auf den letzten zwanzig Seiten passierten auch noch Dinge, die ich nicht kommen sah. Das Ende wirkt auf mich wirklich befriedigend, das ist in letzter Zeit selten.

    Sprachlich finde ich das Buch sehr erfreulich zu lesen, Matt Haig hat einen sehr schönen Schreibstil mit vielen schönen Bildern. Zum Beispiel diese Stelle direkt am Anfang:

    In the morning, shortly after waking, Helen sits up and sips her water. She unscrews the jar of ibuprofen tablets and places one on her tongue, as delicately as a communion wafer.

    She swallows, and right at that moment as the pill washes down her throat, her husband—only a few steps away in the bathroom—feels a sudden tweak of pain.

    He has cut himself shaving.

    Da musste ich herzlich schmunzeln. Und von dieser Art gibt es noch viel mehr Stellen im Buch.

  28. Gloger, Katja, und Georg Mascolo. Das Versagen: Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik. Ullstein, 2025.

    In diesem Buch erzählen zwei Journalist:innen von der deutschen Russlandpolitik der letzten Jahrzehnte. Einiges davon kannte ich schon aus Schockwellen2, in diesem Buch kommen aber noch diverse weitere Ebenen jenseits der Energiepolitik zu Tage.

    Ich fand es wirklich erschütternd, wie naiv die Politik mit Putin umgegangen ist. Der KGB-Agent hat es wohl mit seiner Rede im Bundestag geschafft, die Hoffnung auf “einen anderen Putin” zu wecken und über Jahrzehnte aufrecht zu halten. Rückblickend ist es natürlich einfach zu sagen, dass man damals falsch entschieden und gehandelt hat.

    Man kann jetzt nur hoffen, dass es in Zukunft besser gehandhabt wird und die Bedrohung Europas durch Putins Russland ernster genommen wird.

  29. Corey, James S. A. Caliban’s War. The Expanse 2. Orbit, 2012.

    Das Buch ist das beste Buch, das ich seit längerem gelesen habe. Der erste Teil fühlte sich an wie ein Drehbuch, dieser Teil ist wirklich grandios. Das Buch mit über 500 Seiten Seiten eher dicker, aber ich habe gut 120 Seiten am Tag gelesen. Auch bin ich derart in die Welt abgetaucht, dass ich ganz verwundert war, nicht auf einem Raumschiff sondern in meinem Haus zu sein. Ich war auch etwas irritiert, dass die Charaktere nicht hier herumliefen.

    In diesem Band kamen meine Lieblingscharaktere vor: Bobbie Draper und Chrisjen Avasarala. Bobbie ist eine Marine-Soldatin aus der Mars Navy. Sie verkörpert Stärke, Integrität, Disziplin. Avasarala hingegen ist die dritthöchste Politikerin der Erde und nutzt Informationen und Konversationen, um in der Welt der hohen Politik Intrigen zu spinnen oder sich gegen welche zu wehren. Die Dynamik mit den anderen Charakteren ist wunderbar vielschichtig. Amos nutzt seine immense Stärke und Brutalität immer moralisch, Naomi bildet das Gewissen der Crew. Und Holden ist zerrissen zwischen Gewalt, Hass, Angst und Wärme. Seine Charakterentwicklung ist ebenfalls spannend zu lesen.

    Wie im ersten Buch auch gibt es wieder mehrere parallele Handlungsstränge, die bei ungefähr der Hälfte zusammenkommen. Die Geschichte zieht sich nie, es ist immer spannend. Es gab auch keine Sektionen, die sich wie Füller angefühlt haben. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band.

  30. Corey, James S. A. Abaddon’s Gate. The Expanse 3. Orbit, 2013.

    Der nächste Teil der Reihe. Hier ging es um die Ereignisse in der Slow Zone. Erzählt wurde hier von Anna, Bull, Holden und Melba.

    Auch wenn ich die Ereignisse in der Slow Zone in der Serie etwas mühsam fand, war die Erzählung hier trotzdem spannend und hatte eigentlich keine langweiligen Abschnitte. An einem Kapitelende war klar, was als nächstes passieren würde. Ich hatte keine Lust, das im nächsten Kapitel alles lesen zu müssen. Und zu meiner Freude begann das Kapitel mit »We lost.« Und damit war dann alles schon vorweggenommen und es wurden nur noch einige Höhepunkte erzählt. Das hat mir echt gut gefallen.


  1. Diehl, Katja. 2024. Raus aus der AUTOkratie: Rein in die Mobilität von morgen! Fischer E-Books. 

  2. Kemfert, Claudia. Schockwellen: Letzte Chance für sichere Energien und Frieden. Campus, 2023. 

  3. Deursen, Steven van, und Mark Seemann. 2019. Dependency Injection: Principles, Practices, and Patterns. Manning. 

  4. Haig, Matt. 2015. Reasons to Stay Alive. Canongate Books. 

  5. Haig, Matt. 2021. The Comfort Book. Penguin Life.