Deckenlampe mit Paulmann Schienensystem

Für große Zimmer braucht man eine große Deckenlampe. Wir haben jetzt gute Erfahrungen mit dem Schienensystem von Paulmann gemacht.

Bei über 5 m Kantenlänge in manchen Zimmern wird es mit einer zentralen Deckenlampe nicht wirklich hell. Und selbst wenn man da tausende Lumen Lichtstrom in ein Leuchtmittel packt, kommt das Licht nur von der Mitte raus. Steht man vor dem Bücherregal, wirft man einen Schatten genau dorthin, wo man etwas sehen möchte. Die Deckenlampe reflektiert im Fernseher. Am Schreibtisch wirft man sich selbst einen Schatten. In der Küche steht man sich auch immer im Licht.

In allen diesen Räumen wollten wir daher Licht haben, das eher vom Rand des Zimmers kommt. Das ist aber mit nur einem Auslass in der Decke nicht einfach machbar. Die Lösung scheint da ein Schienensystem zu sein.

Nach etwas Recherche habe ich die älteren Seilsysteme gesehen, die dann häufig mit 12 oder 24 Volt betrieben werden. Das ist irgendwie okay, aber so richtig flexibel ist man damit nicht.

Modern sind jetzt 230 Volt Schienensysteme, mit denen man sehr viel machen kann. Paulmann hat das U-Rail, das hat uns gefallen. Es ist schon recht teuer, hat mich aber auch im Nachhinein überzeugt. Montage war ganz gut machbar und wir haben jetzt sehr viel Flexibilität.

Schienen

Es gibt Schienen, die man an die Decke montieren muss. Hier einmal falsch herum auf dem Sofa:

Im Querschnitt sieht man die Zusammensetzung. Oben links ist die Metallschiene, die als Erde dient. In dem schwarzen Kunststoff sind die zwei Leiter, an denen Phase und Neutralleiter angeschlossen werden.

Die Profile sind so eng, dass die stromführenden Leiter gut geschützt sind. Selbst wenn man es versucht, kann man mit einem Schraubendreher nicht an die Leiter kommen. Erst wenn man ein Stück Draht genau biegt und vorsätzlich in die Schiene steckt, kann man einen Stromschlag bekommen. Das ist also schon sehr sicher. Und zudem hängt es ja an der Decke, da sollte eh nichts passieren.

Einspeisung

An die Schiene kann man dann eine Einspeisung mit einem Kabel hängen. Das ist recht flexibel, sieht aber nicht optimal aus.

Ansonsten gibt noch die Möglichkeit, direkt in der Schiene einzuspeisen, mittig oder am Ende. Das sieht schicker aus, erfordert aber detailliertere Planung.

Spots

An die Schiene kann man jetzt verschiedene Spots montieren. Da gibt es zum Beispiel den Spot Cover.

Innen hat der einen GU10-Sockel, man kann da also ganz normale Hochvolt-Leuchtmittel reinpacken.

Den Spot setzt man dann mit seinem Fuß in die Schiene ein und kann den beliebig platzieren.

Man kann das entweder in die Schiene schieben oder beliebig mittig einsetzen. Die Spots kann man aus der Schiene rausnehmen, die Einspeisung aus Sicherheitsgründen nicht. Die muss man vor der Montage reinschieben.

Schraubt man die Abdeckung fest, sieht das auch ordentlich aus.

Für diffuseres Licht gibt es noch den Spot Blossom mit mattem Glas.

Der hat einen G9-Sockel:

Da kommen dann solche Leuchtmittel rein:

So sieht das zusammen aus:

Montage

Die Montage der Schienen ist etwas mühsam, weil man auf 2 m Länge fünf Löcher anzeichnen und bohren muss. Danach muss man die Schiene halten und die Schrauben reindrehen.

Weil die Schienen so lang sind, braucht man letztlich zwei Personen und zwei Leitern. Zu dritt ist es wahrscheinlich noch einfacher. Man kann sich aber aus den Verpackungsröhren der Schienen noch eine praktische Hilfe bauen:

Die rechten Winkel in den Ecken hinzubekommen ist echt etwas mühsam. Wir haben zuletzt einen Fliesenleger-Laser genutzt, der einen großes rechtwinkliges Kreuz mit Laser erzeugt. So ein großer Schreinerwinkel sollte auch gut gehen.

Überall Licht!

Und nun haben wir überall im Wohnzimmer Licht. Die eine zentrale Lampe hat nur radial geleuchtet, nun sind alle Ecken nett hell, ohne dass es blendet und Schatten wirft.

Teure Abdeckungen

Nun sind noch die Schienen offen und man sieht das dunkle Innenleben. Das sieht nicht so wirklich perfekt aus. Es gibt für das schwarze Schienensystem schwarzes Plastik, das man dort einfädeln kann. Für die weißen Schienen gibt es allerdings nur transparentes Plastik. Das ist dann schon echt nicht toll.

Frech ist aber der Preis. Die Paulmann 95126 URail Abdeckung 0,68 m Transparent kostet 6,28 EUR. Das sind 9,23 EUR pro Meter! Die eigentliche Schiene, die ja wirklich aus Metall, Leitern und Isolatoren besteht, kostet 19,03 EUR pro Meter. Das ist überhaupt kein sinnvolles Verhältnis. Und entsprechend haben wir uns dann gegen die Abdeckung entschieden, weil sie ja keinen funktionellen Mehrwert bietet.

Fazit

Das ganze System ist schon ziemlich teurer. Es ist auch mühsam zu montieren. Aber am Ende kann man das Licht genau dort haben, wo man es möchte. Die Leuchtmittel sind auch gut unf flackern nicht. Und das ist es dann schon wert. Die teure Abdeckung hinterlässt ein etwas bitteres Gefühl.