Kurzer Test der Cyclic Fly12 CE

Ich hatte neulich die günstige Lxmimi-Kamera getestet. Die ist günstig, die Bildqualität ist allerdings ziemlich mau. Dann hatte ich noch die Garmin Virb Elite getestet. Dort ist die Bildqualität besser, die Kamera ist aber schon ziemlich alt.

Als Kontrast teste ich jetzt die Cyclic Fly12 CE. Die Kamera kostet 300 EUR und erscheint mir bei Fahrradkameras gerade das beste zu sein, was es gibt.

Ich schreibe ein bisschen zur was zur Kamera, zur Bedienung, Bildqualität und Software.

Kamera

Die Kamera selbst ist recht schwer und länglich. Man kann sie also nicht auf dem Helm tragen, dafür ist sie zu klobig. Für den Lenker ist es aber wunderbar.

Vorne sieht man schon die Linse der Kamera (links) und die helle LED (rechts).

Hinten scheinen einfach nur Löcher für einen Lautsprecher zu sein, möglicherweise auch noch Mikrofone, damit die im Windschatten liegen.

An der Seite gibt es zwei Taster. Der links ist zum Ein- und Ausschalten, der andere ist die Q-Taste zum Speichern. Dazu später mehr.

Auf der anderen Seite ist eine Klappe, hinter der sich die Anschlüssel verbergen.

Hinter der Klappe findet man den SD-Karten-Slot, bei dem die mitgelieferte 32 GB SD-Karte schon drinsteckt. Daneben ist ein USB-C-Anschluss.

Halterung

Mit im Lieferumfang ist eine Lenkerhalterung. Diese sieht solide aus. Man dreht die Kamera dort rein, sie rastet ordentlich ein.

Der Ring ist noch mit dickem Gummi gepolstert, das sollte die gröbsten Erschütterungen auch schon entfernen.

Das Problem ist allerdings die Größe des Rings. Der Lenker an meinem Trekkingrad ist in der Mitte ziemlich dick, da passt die Kamera einfach nicht. Ich müsste sie ganz am Rand montieren.

Bedienung

Man schaltet die Kamera ein, indem man die Power-Taste einige Sekunden festhält. Sie piepst und man weiß so, dass sie läuft. Dann fängt sie auch direkt an aufzunehmen.

Um Videoclips zu speichern, drückt man die Q-Taste. Dann werden diese Videosegmente nicht mehr gelöscht. Ansonsten werden die irgendwann auch wieder überschrieben. Man muss die Segmente dann am Ende von der Speicherkarte holen. Dazu kann man entweder die Speicherkarte rausnehmen, oder die Kamera per USB anschließen und so auf die Videos zugreifen.

Mit der Power-Taste kann man durch Antippen auch die Lampe umschalten. Dazu später mehr.

Es gibt eine Android-App, mit der man auf die Kamera zugreifen kann. Mit der kann man die Kamera ein bisschen verwalten:

Man kann dort Einstellungen ändern, zum Beispiel man die Bildqualität, Licht-Modi und Namen der Kamera einstellen.

Datum und Uhrzeit muss man über die App synchronisieren. Die Kamera hat weder Funk- noch GPS-Uhr. Daher muss man das regelmäßig erneuern, damit der Zeitstempel noch hinreichend genau ist. Glücklicherweise macht die App das automatisch, sobald man die Kamera verbunden hat. Man muss also immer mal wieder die App starten und verbinden.

Auf der Speicherkarte ist eine versteckte Datei .config.txt, in der steht noch folgendes:

TIME=NOV-08-2021 17:52:11
TIMEFLAG=0
FILELOCKWARNING=0
LIGHT=1111000000
VOLUME=2
BEEPINTERVAL=0
EIS=1
RESOLUTION=0
SEGMENTLENGTH=5
STAMP=1
INCIDENT=1
IDLE=1
FORMAT=0
SERIAL=…
DSPFWVER=V1.0.67.000
BLEFWVER=V1.0.29.000
BATTERY=100

Bildqualität

Die Kamera zeichnet in FullHD mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Das ist zwar im Vergleich zu heutigen Action-Kameras weniger, jedoch reicht das für den Straßenverkehr super aus. Zudem hier die Akkulaufzeit und Bildstabilisierung wichtiger ist als die reine Auflösung.

Ich habe mal ein Video bei Nacht gemacht, in dem man die Qualität abschätzen kann. Da bin ich ein bisschen gegangen und gesprungen. Das sieht schon einmal deutlich besser als, als das gleiche Video mit der Garmin Virb.

Licht

Die Kamera hat noch eine eingebaute Lampe, die von der Ausleuchtung jedoch symmetrisch unten und oben zu sein scheinen. Damit wird man also durchaus den Gegenverkehr blenden. Für Fahrten durch den dunklen Wald kann das aber ein gutes Fernlicht sein.

Es gibt da diverse Modi mit Blinken oder Pulsieren. Die habe ich deaktiviert, weil das in Deutschland nicht zugelassen ist. Somit bleiben drei verschiedene Helligkeitsstufen.

Kopplung mit rückwärtiger Kamera

Cycliq verkauft auch die Fly6 CE als rückwärtige Kamera. Diese ist allerdings eine unabhängige Kamera, die nicht direkt mit der Kamera nach vorne gekoppelt wird. Dadurch muss man sie unabhängig einschalten. Auch das Speichern ist nicht gekoppelt, man muss unabhängig auf die Q-Taste drücken. Und auch die Zeitstempel sind unabhängig, man muss die Uhren also regelmäßig synchronisieren, damit das zusammenpasst.