🇩🇪 — Hi, ich bin Martin Ueding; Physiker, Maschinenlerner, Softwareentwickler und Fahrradaktivist. Ich habe recht früh mit dem Programmieren angefangen und schreibe darüber im Bereich »Code & Zahlen«. Im Physikstudium bin ich immer weiter in die Computerphysik gegangen, meine Studiumsunterlagen sind noch immer Teil dieser Webseite. Nach der Promotion bin ich in die Wirtschaft gewechselt. Seit dem Abitur habe ich meine Wege mit dem Fahrrad erledigt, Radtouren unternommen und irgendwann auch Radreisen. Inzwischen bin ich auch Aktiver im Radentscheid Bonn.

Aktuell schreibe ich am meisten zu Verkehrsthemen, manchmal auch noch über Wissenschaft, Maschinenlernen oder anderen Dingen, die mir einfallen. Die eher technischen Dinge schreibe ich meist auf Englisch, den Rest auf Deutsch.

Man kann mich per E-Mail, Threema oder Telegram kontaktieren, oder mich auf Twitter, LinkedIn oder XING finden.

🇺🇸 — Hey, I am Martin Ueding, a physicist, software developer, machine learning researcher and a traffic policy activist from Germany. On my blog you can find all my physics study material, mostly English articles about code and numbers and travel. The articles about traffic policy are in German.

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Verdrehtes Einbahnstraßenschild in Keldenich

In Wesseling-Keldenich ist am Ende der Oberdorfstraße ein Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt), das an der Stelle aber keinen Sinn ergibt. In Blickrichtung ist das nämlich eine Einbahnstraße, und jetzt kommt man da nicht mehr raus.

Da Verkehrzeichen aber regelmäßig nach links wirken, ist das wohl einfach nur verdreht. Das kann man aus der anderen Richtung auch gut erkennen.

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Vorfahrt in Kreisverkehren: Innerorts und Außerorts

Für reinen Autoverkehr ist die Vorfahrtsregelung in einem Kreisverkehr recht einfach: Ist man einmal auf der Kreisfahrbahn, so hat man Vorfahrt gegenüber anderen, die in den Kreisverkehr einfahren wollen. Schwer wird es, wenn Radverkehr auf einem Radweg dazukommt. Da sind die Regeln nämlich komplett gegenteilig, je nach dem, ob der Kreisverkehr inner- oder außerorts ist.

In Wesseling gibt es ein tolles Beispiel, da sind zwei Kreisverkehre direkt nebeneinander, der westliche ist außerorts, der östliche ist innerorts. Auf der Karte von Open Street Map habe ich in Rot die Ortsgrenze eingezeichnet:

Die Beschilderung ist an sich komplett erklärend, ich bezweifele aber, dass wirklich alle Verkehrsteilnehmer:innen diesen Unterschied bewusst wahrnehmen.

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Optimaler Abstand zum rechten Fahrbahnrand

Nicht immer gibt es einen baulich getrennten Radweg, in diesen Fällen muss man auf der Fahrbahn im Mischverkehr fahren. Dabei gibt es die Variante mit und ohne Schutzstreifen, und mit und ohne geparkten Fahrzeuge am rechten Rand. In solchen Situationen sollte man nicht zu nah am rechten Fahrbahnrand fahren. Das eine Problem sind fahrlässig geöffnete Autotüren (Dooring) oder zwischen den Autos auf die Fahrbahn tretende Personen, das andere ist das Überholtwerden durch Autofahrer:innen.

Nehmen wir den Schutzstreifen auf der Siegburger Straße in Bonn-Beuel-Ost als Beispiel. Dort sind 125 cm Schutzstreifen in einem schon kleinen Fahrstreifen markiert, dafür aber keine parkenden Autos. Die Farbe suggeriert, dass wir wie folgt fahren sollen, oder gar müssen:

Dort zu fahren bringt einige Probleme mit sich. Wie man in dem Bild schon erkennen kann, lädt man damit zum Überholen mit unzureichendem Seitenabstand ein. Zudem reichen die Wassereinlaufroste (Gullis) auch zu zwei Drittel in den Schutzstreifen rein, diese sollte man wegen der eigenen Spurtreue lieber nicht überfahren. Wie fährt man also besser?

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Nummernschilder für Fahrräder

Ein anscheinend recht verbreiteter Standpunkt bezüglich Radverkehr ist, dass diese »wilden Pedalritter«, die »immer über Rot fahren«, erstmal anfangen sollten, Steuern zu zahlen (siehe Blogartikel zur Fahrradsteuer), Helm und Warnweste tragen müssen sollten und es eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder geben soll. Die Begründung dafür sei, dass man es beim Auto ja auch tun muss. Dabei wird auch immer wieder eine Versicherungspflicht genannt.

Ich finde das ziemlich absurd, aber das lässt sich begründen. Und daher möchte ich in diesem Beitrag den Schwachsinn einmal durchgehen.

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Würfelrätsel in Splinter Cell Double Agent

Im Computerspiel »Splinter Cell: Double Agent« spielt man den NSA Geheimagenten Sam Fischer, der unbemerkt hinter feindlichen Linien aufklären soll. Dabei gibt es wie in vielen Computerspielen so Rätsel, die man lösen muss. Das »Hacken« ist meist irgendein Minispiel, das nicht wirklich viel Können erfordert.

Umso erstaunter war ich, als eines der kleinen Spiele ein wirklich schweres Rätsel war. Man hatte einen Würfel, der auf jeder Seite vier Felder hatte. Man sollte jedes der Felder mit einer dreistelligen Binärzahl füllen und dabei diese Zahl nicht innerhalb eines Umfanges wiederholen. So sah das im Spiel aus:

Das ist gar nicht so leicht. Die dreistelligen Binärzahlen sind die Zahlen von 0 bis 7, es gibt also 8 Stück. Und in jedem Umfang um den Würfel hat man vier Seiten, und dann zwei Felder dort. Man kann also beim ersten Umfang einfach hochzählen. Aber dann?

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Mülltonnen rausstellen, aber ohne Behinderung

Die Stadtreinigung wird in Bonn durch Bonn Orange durchgeführt. Auf deren Webseite schreiben sie:

Alle Abfälle müssen am Abfuhrtag bis 6:30 Uhr morgens an die Straße zur Abholung bereitgestellt werden. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf Fußgänger*innen und achten Sie darauf, dass sie den Gehweg ohne Beeinträchtigung nutzen können.

Die Nachbarn stellen die Tonnen immer auf den Gehweg. Der ist hier aber nur 135 cm breit. So eine Mülltonne ist aber gut 70 cm tief, bleiben also noch 65 cm Gehweg übrig. Das Ordnungsamt sieht beim Gehwegparken bei unter 100 cm eine Behinderung, von daher sind die Mülltonnen auf dem Gehweg eine Behinderung. Die Frage ist halt, wo ich sie sonst hinstellen soll.

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Übersicht über Radverkehrführungsformen

Für den Kraftverkehr gibt es diverse Arten von Straßen, die man kennen muss: Autobahn, Kraftfahrstraße, Straße außerorts, Straße innerorts, Tempo-30-Zone, verkehrsberuhigter Bereich. In allen gelten etwas andere Regeln. Aber das ist noch ziemlich einfach im Vergleich zu dem, mit dem sich der Radverkehr herumschlagen muss. Dieser Artikel ist der Versuch alle Formen mit Beispielen zu sammeln.

Ich hatte schon einzelne Artikel geschrieben, zum Beispiel zu Schutzstreifen, oder zu Fahrradstraßen in Bonn. Die Tage hatte ich dann aber auch etwas ganz neues für mich entdeckt, den gemeinsamen Geh- und Radweg ohne Nutzungspflicht. Daher die Idee das einmal zu sammeln.

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Alte Streuscheibe bei Sülztalstraße

Entlang der Sülztalstraße bei Rösrath (Karte) ist noch die alte Streuscheibe für den Fußverkehr, obwohl da ein gemeinsamer Geh- und Radweg entlang führt.

Also nichts besonderes, nur mal wieder eine dieser vielen Stellen, bei denen die Streuscheiben nicht an die neue Gesetzgebung von 2017 angepasst worden ist. Da dies eine Landstraße ist, ist hier Straßen NRW, Regionalniederlassung Rhein-Berg in Gummersbach zuständig.

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Einfach mal Hupen!

Wenn kleine Kinder unzufrieden sind, werfen sie sich auf den Boden und schreien wild vor sich hin. Das ist dann ein Verhalten, das man weder»differenziert« noch »reif« nennen würde. Die Kinder gehen damit allen umstehenden auf den Geist, bis sie ihren Willen bekommen.

Gewisse volljährige Personen verhalten sich ähnlich, wenn sie im Auto sitzen. Im Auto ist die Möglichkeit zur Kommunikation sehr eingeschränkt, mehr als Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker), Fernlicht und Hupe hat man nicht zur Verfügung1. Bei den hohen Geschwindigkeiten ist es ebenfalls schwer. Aber deswegen muss man nicht gleich trotzig werden.

Ich habe die Tage beobachtet, wie eine Anwohnerin nicht in ihre Einfahrt fahren konnte, weil dort ein Handwerker sein Auto abgestellt hatte. Das ist natürlich ärgerlich, schließlich bezahlt man für den Parkplatz. Was würde ich machen? Mein Auto irgendwo anders legal parken, zum Haus laufen, versuchen den Handwerker zu finden. Die Frau hingegen parkte einfach auf den Gehweg direkt vor der Einfahrt, möglichst nah hinter den Handwerkerfahrzeug. Sie blockierte damit den Gehweg und hat das Problem, das der Handwerker zu ihrem gemacht hat, nun zum Problem aller Fußgänger:innen gemacht. Dann blieb sie im Auto sitzen und hupte ausdauernd. Damit machte die das Problem zu dem aller anderen Anwohnern.

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Einzelfälle und Systematische Verbesserungen

In der Mathematik gibt es ein lustiges Konzept, »fast alle«. Das bedeutet »alle, bis auf endlich viele«. Endlich viele Elemente hat eine Menge, wenn man sie durchnummerieren kann und es dann eine feste Zahl gibt, sodass alle Nummern kleiner sind als diese Zahl. Viele Sätze zu unendlichen Mengen oder Folgen gelten dann, wenn eine bestimmte Bedingung für fast alle Elemente erfüllt ist. Das bedeutet aber auch, dass eine beliebig hohe, aber endliche, Zahl an Elementen diese Bedingung nicht erfüllen darf, ohne dass der Satz nicht mehr gilt.

Aber was hat das mit Straßenverkehr zu tun, wird man sich wahrscheinlich fragen. So funktioniert mein Kopf manchmal, es wird sich gleich fügen. Die Verfolgung von Verstößen im Straßenverkehr ist bestenfalls homöopathisch. Die meisten Gehwege sind zugeparkt, der Ordnungsdienst ist hier so gut wie nie zu sehen. Nun kann ich als Einzelperson anfangen jede Menge Privatanzeigen zu schicken. Damit erhöhe ich den Kontrolldruck hier im Quartier. Aber was bringt es denn im großen und ganzen? Nimmt man an, dass es unendlich viele Parkverstöße gibt, dann bringt eine egal wie große Menge verfolgter Einzelfälle nichts, die Verfolgungsquote ist weiterhin Null. Und egal, wie viele Privatanzeige ich schreibe (und mich dadurch selbst in Gefahr bringe), es ändert nichts.

Nun ist die Anzahl der Verstöße natürlich nicht unendlich, sondern eine hohe endliche Anzahl. Trotzdem fand ich die Annahme erstmal hilfreich. Denn wenn man eine Aussage widerlegen möchte, die für fast alle Elemente gilt, dann reicht es nicht, endlich viele Ausnahmen zu finden. Vielmehr muss man einen gewissen Teil von Unendlich als Ausnahme finden, damit man die Aussage widerlegen kann. Und so muss man auch bei der Verkehrswende Multiplikatoren finden, die einem helfen, dem Ziel näher zu kommen.

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