🇩🇪 — Hi, ich bin Martin Ueding; Physiker, Maschinenlerner, Softwareentwickler und Fahrradaktivist. Ich habe recht früh mit dem Programmieren angefangen und schreibe darüber im Bereich Computer. Im Physikstudium bin ich immer weiter in die Computerphysik gegangen, meine Studiumsunterlagen sind noch immer Teil dieser Webseite. Nach der Promotion bin ich in die Wirtschaft gewechselt. Seit dem Abitur habe ich meine Wege mit dem Fahrrad erledigt, Radtouren unternommen und irgendwann auch Radreisen. Inzwischen bin ich auch Aktiver im Radentscheid Bonn.

Aktuell schreibe ich am meisten zu Verkehrsthemen, manchmal auch noch über Wissenschaft, Maschinenlernen oder anderen Dingen, die mir einfallen. Die eher technischen Dinge schreibe ich meist auf Englisch, den Rest auf Deutsch.

🇺🇸 — Hey, I am Martin Ueding, a physicist, software developer, machine learning researcher and a traffic policy activist from Germany. On my blog you can find all my physics study material, English articles about computer and programming, about science and travel. The articles about traffic policy are in German.


Mich findet man auch auf anderen Plattformen und Webseiten:


Ich verstehe die FDP nicht

Ich verstehe die FDP in letzter Zeit nicht mehr. Ich versuche es immer wieder einmal, aber es gelingt mir nicht. Aktuell lese ich ein Buch zu Makroökonomie1, weil mir das bisher noch fehlte. Da man im Gegensatz zur Physik nicht einfach unabhängige und wiederholbare Experimente durchführen kann, muss man deutlich mehr Annahmen in eine Theorie stecken, die sich nicht falsifizieren lassen. Das stört mich fundamental, aber ist wohl einfach so. Und in dem Gebiet gibt es anscheinend zwei große Lager: Keynes-Anhänger und das klassische Lager. Die Theorien werden immer wieder verfeinert und haben dann leicht andere Annahmen, aber zwei Richtungen kann ich identifizieren.

Bei den Keynes-Modellen werden Schwankungen in den Investments privater Firmen als Hauptursache für Fluktuationen in der Wirtschaft gesehen. Sind aufgrund irgendwelcher Unsicherheiten die Aussichten schlecht, investieren Unternehmen weniger. Dadurch stagniert das BIP, die Menschen haben weniger Geld. Dies soll durch staatliche Eingriffe kompensiert werden. Der Staat kann mehr Geld ausgeben oder Steuern senken. Auch kann die Zentralbank mehr Geld zur Verfügung stellen. Je nach Zustand der Wirtschaft sind unterschiedliche Instrumente effektiver als andere. Die Politik soll jedenfalls eingreifen.

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Positives Twitter

Seit ungefähr zwei Jahren bin ich wieder auf Twitter. Inzwischen habe ich über 1000 Follower, da ist einiges passiert. Mit der Zeit lernt man einige Muster kennen, sodass es sich teilweise eher eintönig anfühlt.

Twitter, und andere soziale Netzwerke, ermuntern die Nutzer:innen sich mit Personen zu umgeben, die ähnliche Ansichten haben. Dadurch ist kann umgeben von einer Art Echokammer, die die Person in ihren Ansichten bestärkt. Das ist nicht verwunderlich, wir Menschen haben alle ein Bedürfnis nach Geselligkeit, verstanden werden, Zugehörigkeit. Auf Twitter manifestiert sich dann dann darin, dass man Personen folgt, die ähnliche Inhalte verbreiten. So sieht man Inhalte, die einem gefallen, man fühlt sich wohl, tauscht sich mit Gleichgesinnten aus.

Das wäre eine schöne und heile Welt, wären da nicht die ganz anderen Leute und der Twitter-Algorithmus. Twitter ist eine Firma, die Werbeplätze verkauft, also die Aufmerksamkeit der Nutzer. Je mehr davon eingesammelt wird, desto mehr Umsatz macht Twitter. Der Algorithmus lernt die gezeigten Inhalte so zu steuern, sodass die Leute möglichst viel Zeit auf Twitter verbringen. Eine sehr erfolgreiche Strategie ist das Einmischen von Beiträgen aus »verfeindeten« Bubbles. In meinem Fall würde ich zum Beispiel Tweets bekommen wie »Radfahrer halten sich nie an Regeln« oder »Berlin muss autofrei werden«. Das soll mich dann »triggern«, sodass ich eine Diskussion mit denen anfange.

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»Erst Alternativen Schaffen«

In Diskussionen um die Verkehrswende kommt häufig das Argument, dass zuerst die Alternativen geschaffen werden müssen, bevor der Autoverkehr in irgendeiner Weise benachteiligt werden dürfe. Das manifestiert sich in Tweets von auf dem Land vom Auto abhängigen Bürger:innen, von Lokalpolitiker:innen der CDU, FDP oder dem Bürgerbund Bonn, die ein »Gesamtkonzept« fordern und keine »Experimente« wollen. Anders ausgedrückt soll es nur sogenannte Pull-Maßnahmen, jedoch keine Push-Maßnahmen geben. Das halte ich weder für sinnvoll, noch machbar.

In dieser Forderung steckt vor allem, dass sich für Personen, die aktuell das Auto nutzen, zu keiner Zeit etwas verschlechtern darf. Es darf gerne parallel ein Bus- oder Fahrradnetz ausgebaut werden. Das wird dann aber von jenen Personen nicht genutzt, bis es besser ist, als mit dem Auto zu fahren. Während des Aufbaus der Alternativen darf aber dem Auto kein Platz genommen werden, also keine Fahrstreifen umgewidmet oder Parkplätze entfernt werden. Sobald irgendwann die Alternativen besser sein sollten als das Auto, versprechen diese Personen umzusteigen. Diese Darstellungen sind aufgeladen mit Floskeln wie dass wir »nicht zurück in die Steinzeit fallen« dürften.

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Datenweitergabe bei Privatanzeige

Ich nutze immer wieder Weg-Li um eine Privatanzeige bei behindernd abgestellten Fahrzeugen auf Geh- und Radwegen an die Stadt zu schicken. Das führt auch zu Erfolgen, man muss nur ein bisschen Ausdauer haben.

Das Problem bei der Sache ist allerdings, dass man dann als Zeuge auftritt. Und dieser wird auch in den Akten erfasst. Das ist soweit auch einfach notwendig in unserem Rechtssystem und total in Ordnung. Jedoch wird mein voller Name schon auf der ersten Verwarnung an den Beschuldigten herausgegeben. Das ist nach Einschätzung anderer Landesdatenschutzbeauftragten nicht erforderlich. Der Effekt ist, dass ich manchmal auf der Straße angesprochen werde und die immer gleiche Diskussion mit den Leuten führe.

Bevor ich dorthin gezogen bin, hat sich niemand beschwert. Sie haben über Jahrzehnte immer dort auf dem Gehweg geparkt. Und sie verstehen einfach nicht, warum das jetzt plötzlich nicht mehr in Ordnung sein soll. Aber es war ja die ganze Zeit nicht in Ordnung, es hat sich eben keiner genug daran gestört es verfolgen zu lassen. Aber in deren Augen bin ich schuld an ihrem Bußgeld. Es ist schon korrekt, wenn ich es nicht angezeigt hätte, hätte die Bußgeldstelle das nicht bearbeitet. Hätte man aber nicht auf dem Gehweg geparkt, wäre ich erst gar nicht behindert worden.

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Neugestaltung Endenicher Allee

Die Endenicher Allee wurde gegen Ende meiner Studentenzeit neugestaltet. 2020 war sie noch eine Baustelle, Anfang 2022 war sie dann so gut wie fertig. Ich hatte am 24.03.2022 einen Ortstermin dort und ein paar Fotos gemacht. Hier möchte ich die neue Straße einmal zeigen und kritisieren.

Schauen wir von Poppelsdorf aus, sieht man noch einen alten Teil der Straße. Dort ist ein Schutzstreifen direkt neben parkenden Autos markiert. Gut, das kennt man ja leider.

Danach fängt der neue Abschnitt als Tempo-30-Zone an.

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Kostenloser Versand

In vielen Online-Shops bekommt man inzwischen den Versand gratis. Das ist auch scheinbar toll, man spart als Kunde Geld. Aber die Händler:innen verzichten natürlich nicht freiwillig auf Einkommen. Es ist am Ende eine Mischkalkulation. Im Verkaufspreis ist eine Marge enthalten, mit der die Kosten für Gehalt, Lagerhaltung, Rücklagen und Abschreibungen finanziert werden. Der Versand kommt noch dazu, unabhängig vom Bestellwert.

Große Versender zahlen pro Paket nicht mehr so viel, wie ich als Privatkunde für ein einzelnes Paket bezahlen muss. Daher können sie das ganz anders kalkulieren. Ab einem gewissen Bestellwert sind die Versandkosten relativ so gering, dass der Händler auf die Erhebung verzichten kann. Dies wird gleichzeitig genutzt, um Kunden zu größeren Umsätzen zu verleiten.

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Hosenständer Selbstgebaut

Für das Schlafzimmer wollte ich noch einen »Stummen Diener« haben, etwas, an den man die getragene Kleidung aufhängen kann. Die meisten, die man fertig kaufen kann, sind allerdings eher sperrig. Ich habe eine bestimmte Lücke, in die das sollte. Und so klein werden die nicht gebaut. Am nächsten dran wäre ein Handtuchhalter, aber das sieht dann so nach Badezimmer auf. Von Ikea gibt es das Komplement, ein Hosenhalter zum Einbauen in einen Schrank. Das sieht schick aus, jedoch wollte ich es freistehend haben.

Handwerk ist zwar nicht meine Stärke, aber gerade deshalb kann man es ja in der Freizeit ausprobieren. Ich habe also das Projekt »Komplement mit Beinen« angefangen und mir grob überlegt, was ich haben wollte. Und das Ergebnis gefällt mir auch ganz gut:

In diesem Beitrag wollte ich teilen, wie ich es gebaut habe.

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Verlärmter Rheinsteig

Nach einer Spaziergehpause während der Lebendimpfstoff eingewirkte habe ich eine Wanderung entlang des Rheinsteigs unternommen. Das war allerdings deutlich weniger erholsam, als gewünscht. Das Problem ist schlicht der Lärm. So gibt es zum Beispiel die Aussichtsplattform am Dornheckensee. Die sieht erstmal richtig schön aus. Allerdings hört man sehr laut Autoverkehrsrauschen, obwohl man keine Straße sehen kann.

Wenn man etwas nach hinten geht, so kann man ein bisschen erahnen, welche Straße das sein könnte. So richtig überzeugend ist es aber nicht, weil die ja so weit weg ist.

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Übersetzungsverhältnisse bei Shimano-Gangschaltungen

Nachdem mir 2018 mein Trekkingrad gestohlen worden ist, habe ich mir einfach ein neues Trekkingrad gekauft. Dabei habe ich mir keine weiteren Gedanken über das Übersetzungsverhältnis gemacht. Ich habe vorne Kettenblätter mit 26, 36 und 48 Zähnen. Hinten eine Kassette mit zehn Ritzeln zwischen 11 und 34 Zähnen.

Bei Renn- oder Crossrädern schaut man in der Regel mehr hin. Nachdem ich da in eine längere Diskussion über die Vor- und Nachteile von zwei und drei Kettenblättern und diverser Kassetten verwickelt worden bin, habe ich mir das vor Jahren einmal angeschaut. Die Grafiken lagen hier herum, die wollte ich jetzt mit euch teilen.

In der Shimano Ultegra Produktgruppe gibt es viele verschiedene Kettenblätter und Kassetten. Obwohl die Kassetten nämlich immer ähnlich viele Ritzel haben, ist die Anzahl der Zähne unterschiedlich.

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IQ Test Zahlenfolgen

Ich finde IQ-Tests generell eher suspekt, aber bei den Zahlenfolgen ist es einfach komplett vorbei. Ein so ein Beispiel für eine Zahlenfolgen ist diese hier:

8, 11, 15, 19, 24, 29, 35.

Welche Zahl kommt als nächstes? Man muss jetzt also Regelmäßigkeiten finden, damit man das irgendwie lösen kann. Ein guter Anfang ist immer sich die Differenzen aus den Zahlen anzuschauen. Da haben wir diese Folge:

3, 4, 4, 5, 5, 6.

Vielleicht ist das so gemeint, dass man immer die Differenzen zweimal nutzt, und sie dann um eins größer werden? Somit wäre die nächste Zahl dann also um 6 größer als 35, die Lösung also 41. Laut IQ-Test ist das auch die richtige Lösung. Aber ist das auch die einzige Möglichkeit?

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