Hi, I am Martin Ueding, a physicist (M.Sc.), programmer and PhD student in Lattice QCD. My dissertation is handed in, I am currently awaiting the defense.

Although I am German, most of the content on this website is in English as both science and programming is communicated mostly in English.

Since 2011, I study Physics at Bonn university. I have finished my Bachelor degree in 2014 and my Master thesis in 2017. My dissertation was finished in 2020. See the studies section for the study related material.

At the age of 13 I started programming with C. Then I looked into HTML and CSS, started to use PHP and then MySQL. Looking for something to write software with a nice user interface with, I came to Java. Then I looked into more languages like Bash, Python, JavaScript, GNU Octave, VimScript, Fish. From then on, I tried to do most things in either Python 3 or C++11, so that I only have two languages, which I know well. For my work I now use R and also picked up the Wolfram Language. See my portfolio.

My most popular project are the thinkpad-scripts which I wrote to get all the screen and digitizer features working effortlessly on my ThinkPad. It is a collection of Python modules that take care of docking and screen rotation.

For several years now, I have been almost paperless. The main challenges are papers I get from other people and hand written notes. The former can be faced with a scanner, the latter was more interesting. I own a Wacom Tablet since long before I started to become paperless, but I never had a good software for note taking. Since I did not find one at first, I wrote jscribbe. After I was almost done with that, I discovered Xournal which I now use most of the time.


You can also find me on other platforms:


Fahrgeräuschresonator zwischen Häusern

Wenn ein Haus mit der Front parallel zur Straße steht und gegenüber noch ein Haus ebenfalls parallel steht, ergibt sich ein wunderbarer Resonator. Im Bild sind die beiden grauen Blöcke die Häuser, das rote ein Auto auf der Fahrbahn zwischen den beiden Häusern.

Der Abstand der Hauswände ist ungefähr 15 m. Im ersten Stock sind die Fenster auf vielleicht 5 m Höhe. Damit hat man einen Winkel von 33° von der Fahrbahn direkt zum Fenster. Die Strecke, die der Schall zurücklegt ist dann 9.0 m. Aus der anderen Richtung mit Reflexion an der Hauswand ist der Steigungswinkel nur noch 13°. Die Gesamtstrecke für den Schall ist dann 23.0 m.

Wir haben also einen Gangunterschied von 14 m. Bei einer Schallgeschwindigkeit von 330 m/s sind die Resonanzfrequenzen dann Vielfache von 23.5 Hz. In einem Schallspektrum müsste man dann so Interferenzlinien sehen, wie sie beim Doppelspaltexperiment vorkommen.

Mit der Android-App Spectroid habe ich dann einfach am Fenster das Schallspektrum aufgenommen, während ein Auto vorbeigefahren ist. Die Zeit verläuft nach oben, unten ist alt, oben ist neu. Zur Seite sind die Frequenzen aufgetragen. Links sind die tiefen Frequenzen, rechts die hohen. Je heller es ist, desto stärker war diese Frequenz zu dem Zeitpunkt vertreten.

In der Ellipse sieht man, wie es erst lauter und dann wieder leiser wird. Das Auto nähert sich, und fährt wieder weg. Und dann ist da noch bei 43 Hz, also dem doppelten der grob abgeschätzten Resonanzfrequenz, ein signifikanter Beitrag. Es ist auch zeitlich beschränkt auf die Zeit, während der das Auto genau zwischen den Häusern war.

Man kann hier also gut eine Interferenz von Wellen in einem Resonanzraum zwischen zwei parallelen Häusern beobachten. Den Effekt kann man auch ohne Spektralanalyse wahrnehmen: Es wummert unangenehm, wenn ein Auto vorbeifährt.

Falschparkerdichte in Bonn

Ich habe inzwischen einen guten Blick für Falschparker, zum Beispiel auf Radstreifen, Gehwegen oder im Fünfmeterbereich von Kreuzungen. Manchmal behindern die mich wirklich, manchmal stört es mich eher abstrakt.

Aber wie viele von denen gibt es denn wirklich? Ich halte nur an, wenn es mich wirklich stört. Für eine Fahrt von 10.9 km habe ich einmal einfach alle notiert, die ich im Blickfeld hatte. Die in Seitenstraßen habe ich schon gar nicht mehr notiert.

Auf einer Karte dargestellt sieht das dann so aus:

Im Innenstadtbereich können wir nochmal etwas vergrößern:

Read more…

Anzeige wegen mangelndem Überholabstand – Ein Erfahrungsbericht

Als Radfahrer hat man ein Recht auf 150 cm Überholabstand innerorts und 200 cm außerorts. Das war vor der StVO-Novelle 2020 nur durch die Rechtssprechung festgelegt, seit der StVO-Novelle 28.04.2020 steht es auch im Gesetzestext mit expliziten Zahlen drin. Das ist wunderbar, aber wie sieht das denn dann in der Praxis eigentlich aus?

Am 13.06.2020 habe ich eine Radtour gemacht, dabei bin ich hauptsächlich Wald- und Feldwege gefahren. Oder baulich getrennte Radwege. In Wachtberg musste ich aber für ein kleines Teilstück die Landstraße nehmen. Und auf solchen Straßen habe ich immer ein mulmiges Gefühl. Ich fahre so 25 km/h, die Autofahrer sind so mit 100 km/h unterwegs. Ich muss ein bisschen Platz nach rechts lassen, damit ich trotz normaler Ausgleichsbewegungen wegen Seitenwind nicht von der Fahrbahn abkomme. Da sind ungefähr 100 cm vorgesehen, und so fahre ich ungefähr auch. Zum Überholen Außerorts muss der motorisierte Verkehr daher auf die gegenüberliegende Fahrbahn ausweichen, um vom linken Lenkerende noch 200 cm Abstand einhalten zu können. Der erste, der mich überholt hat, fuhr aber nur mittig auf dem Mittelstreifen, gut 100 cm Auto ragten noch in meine Spur rein. Obwohl ich das Auto von hinten gehört habe, habe ich mich wegen des geringen Abstands (ich schätze auf ungefähr 100 cm) durchaus erschrocken und geärgert. Es kam kein Gegenverkehr, und die nachfolgenden Autofahrer haben komplett auf die Gegenspur gewechselt. Es geht also!

Da dies nur eine Ordnungwidrigkeit ist, wollte ich versuchen es über Weg-Li beim zuständigen Ordnungsamt einzureichen. Doch für Wachtberg war dort keine E-Mail-Adresse hinterlegt. Ich habe also ein bisschen herumgesucht und am Ende die E-Mail-Adresse herausfinden können. 14.06.2020 habe ich das ganze also beim Ordnungsamt Wachtberg angezeigt. 15.06.2020 bekam ich eine persönlich verfasste Eingangsbestätigung. 16.06.2020 kam eine weitere Rückmeldung mit dem Hinweis, dass sie nur für den ruhenden und nicht den fließenden Verkehr zuständig sind; ich wurde an die Polizei verwiesen.

Read more…

Kidical Mass und das Rechtsverständnis von Demonstrationen

Die Tage sah ich die Ankündigung der Bonner Polizei zur Kidical Mass. Das ist angelehnt an die Critical Mass, einer Protestform gegen schlechte Radverkehrsinfrastruktur. Die Grundlage bildet StVO, § 27:

(1) Für geschlossene Verbände gelten die für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen sinngemäß.Mehr als 15 Rad Fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden. Dann dürfen sie zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Kinder- und Jugendgruppen zu Fuß müssen, soweit möglich, die Gehwege benutzen.

(2) Geschlossene Verbände, Leichenzüge und Prozessionen müssen, wenn ihre Länge dies erfordert, in angemessenen Abständen Zwischenräume für den übrigen Verkehr frei lassen; an anderen Stellen darf dieser sie nicht unterbrechen.

Die Kidical Mass ist besonders, da dort auch explizit kleine Kinder anwesend sein sollen. Es wird dann als angemeldete Demonstration realisiert, die noch weniger unterbrochen werden darf. Nun hatten wir heute eine Situation, die schnell aufheizte. Die Demonstration passierte die Fußgängerampel, und irgendwann wurde sie wieder einmal rot für die Fahrbahn. Als Verband gilt das für uns aber nicht mehr, wie bleiben geschlossen.

Das sahen aber einige Fußgänger nicht ein, und zwangen sich durch den Verband. Dabei kam es wohl zu einer Kollision, da lag dann das Fahrrad eines querenden Fußgängers auf der Straße.

Als ich auf der Höhe war, fuhren unsere Radfahrer schon weiter. Ich höre noch, wie die Fußgänger argumentierten, dass sie doch grün hätten, und wir rot. Das ist natürlich erstmal korrekt, aber die Demonstration hat hier Sonderrechte. Das wollten sie aber nicht einsehen, und beschimpften uns dann als Leute, die sich über das Gesetz stellen. Mehrere Leute verwiesen auf die Polizeibegleitung, die wir hatten. Ungefähr 20 m hinter mir war das Schlussfahrzeug der Bonner Polizei. Irgendwie hat die Leute das gar nicht interessiert.

Read more…

Hygienetheater

Im Bereich der Sicherheit gibt es das Konzept des Sicherheitstheaters. Das sind Maßnahmen, die an der objektiven Sicherheit nichts verbessern, dafür aber die gefühlte Sicherheit ansprechen. Ein Beispiel sind die Metalldetektoren in der U-Bahn in Beijing. Da geht man durch den Detektor durch, es piepst, und man wird einfach weitergewunken. Es bringt absolut nichts an Sicherheit, aber die Leute fühlen sich kontrolliert und irgendwie sicher.

Aktuell haben wir mit den Maßnahmen zur SARS-CoV-2 Pandemie teilweise ganz ähnliche Muster. Mein Stand ist, dass die Verbreitung hauptsächlich über Aerosole funktioniert. Die Infektion über Schmieren ist eher untergeordnet. Somit ist das beste natürlich Kontakt vermeiden. Als nächstes dann die Alltagsmasken, damit man einfacher weniger Aerosole verteilt. Und ordentlich Händewaschen.

In der Umsetzung ist das dann aber gar nicht mehr so einfach. Erschreckend viele Leute tragen ihre Maske nur über dem Mund. Die Leute haben wohl einfach nicht verstanden, wozu das gut sein soll. Natürlich kommen Aerosole aus der Lunge auch durch die Nase. Dann gibt es noch so Idioten, die ihre Maske zum Sprechen oder gar Niesen/Husten abnehmen. Spricht man Leute darauf an, sind sie genervt. Klar ist das lästig. Ja, meine Brille beschlägt auch ständig.

Read more…

Verkehrszeichen und Ihre Effektive Bedeutung

Es gibt ja diverse Verkehrszeichen, deren Bedeutung auch alle im Gesetzestext und Verordnungen geregelt sind. Aber das hat natürlich wenig mit dem zu tun, was man in der Realität vorfindet. Daher habe ich hier einmal zusammengestellt, wie die Zeichen eigentlich gedeutet werden.

Wenn man also als Fußgänger or Radfahrer nicht so ganz weiß, warum sich die Autofahrer so verhalten, kann das hier eine Orientierung geben.

Read more…

Kommunalwahl NRW 2020

06:00 klingelt der Wecker. Inzwischen geht das ziemlich gut. Um 06:30 wollte ich Brötchen holen. Draußen stellte ich aber fest, wie kalt es war. Also nochmal hoch. Und vor dem losfahren fiel mir noch ein, dass meine Alltagsmaske fehlte. Also ein zweites Mal hoch.

Um 06:37 stellte ich verärgert fest, dass die Bäckerei Klein Sonntags erst später öffnet. Dann schaute ich doch besser nach, bevor ich jetzt zum nächsten Bäcker fahre. Gruhn? Nein. Voigt? Nein. Kamps? Ja! Also um 06:47 Ankunft dort. Aus dem Ladenlokal kam gerade ein für Poppelsdorf typischer Kunde und ging zu seinem in zweiter Reihe, leicht versetzt zu einem freien Parkplatz, geparkten Mercedes SL. Der Herr setzte sich in sein mattgraues Auto, deaktivierte den Parkblinker und erfreute alle bis zu diesem Zeitpunkt möglicherweise noch schlafenden Anwohner mit dem markanten Motorgeräusch des 63ers. Parallel dazu suchte ich nach einer freien Fahrradabstellanlage. Fast alle Stellplätze für KFZ und Fahrräder waren belegt, wohl durch Anwohner. So muss man sich auch nicht wundern, wenn die ganze Laufkundschaft immer in zweiter Reihe parken muss.

Auf dem Rückweg sprach mich noch jemand an, der an einer Bushaltestelle saß, fragte ob ich etwas Zeit für ihn hätte. Hatte ich nicht, aber man sieht wieder, wie kommunikativ man auf dem Fahrrad doch ist. Dem Herrn in dem lauten Auto wäre dieses Lerngeschenk wohl entgangen.

Read more…

Neuer Radweg in der Weiherstraße

In der Stadt Bonn gibt es jetzt mit der Weiherstraße eine weitere Einbahnstraße, die für Radfahrende in der Gegenrichtung freigegeben wurde. Darüber berichtete gestern auch schon der General-Anzeiger. Und wie das so häufig ist, wurde auch hier gequetscht.

Beginnen wir mit der Einfahrt in die Straße. Dort sieht alles erstmal noch ganz normal aus.

Dann findet man sich mit parkenden Autos auf der rechten Seite. Es kommt Gegenverkehr, man muss sich also sehr dünn machen. Hier mit Sicherheitsabstand zu den stehenden Autos fahren, ist leider nicht möglich. Wenn man Angst vor unachtsam geöffneten Türen hat, muss man wohl einfach anhalten.

Read more…