Einträge über Verkehr (Ältere Einträge, Seite 21)

Seit ungefähr 2015 nehme ich meine Umgebung beim Radfahren nicht mehr als gegeben hin, sondern als etwas, das man politisch und verwaltungsrechtlich verändern kann. Beim Rad-Dialog der Stadt Bonn 2017 habe ich mich kräftig engagiert, die Eingaben verschwanden aber alle in einer Schublade. Das hat mich geärgert, und ich habe mir andere Wege gesucht, Verbesserungen für den Radverkehr zu erwirken.

Inzwischen bin ich Aktiver im Radentscheid Bonn, Mitglied im ADFC und versuche als unabhängiger Bürger die Verwaltungen verschiedener Städte zur Umsetzung geltendem Rechts zu bringen. Darüber hinaus versuche ich ein Bild einer inklusiven Verkehrswende zu gestalten, bei der jede Person frei mobil sein kann und echte Wahlfreiheit des Verkehrsmittels kommen wird.

Die Artikel sind mit Schlagworten nach den Städten und Stadteilen organisiert sortiert, in denen ich aktiv bin. Besonders hilfreich ist auch die Karte mit Artikeln, mit der man Artikel direkt nach geografischem Bezug finden kann.


Geplanter Schutzstreifen entlang der B 56

Ich war mit der Stadtverwaltung Sankt Augustin in Kontakt bezüglich der B 56/Husarenstraße. Da kam dann noch der Hinweis, dass an der Stelle generell noch gebaut werden soll:

Nach interner Rücksprache mit dem zuständigen Kollegen der Verkehrsplanung teile ich Ihnen darüber hinaus mit, dass derzeit die Ortsdurchfahrt der B 56 zwischen Hammstraße/Husarenstraße und K 2 (Meerstraße/Mendener Straße) insgesamt überplant wird, mit der primären Zielsetzung einer Verbesserung der Radverkehrsführung. Nach erstem Konzept ist geplant, den Radverkehr Richtung Siegburg auf einem Schutzstreifen im Fahrbahnraum zu führen. Eine entsprechende Überleitung ist dabei vorgesehen. Ich bitte hierbei zu berücksichtigen, dass die Umsetzung eines solchen Konzeptes voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Es wird also neu geplant, die Verbesserung der Radverkehrsführung scheint der Fokus zu sein. Das klingt für mich so, als sollten dann andere Anforderungen weniger Priorität haben. Jedoch kam dabei dann ein Schutzstreifen raus. Das bedeutet dann Mischverkehr auf der Fahrbahn, unzureichende Überholabstände und auch wenig Sicherheitsgefühl. Die Niederländer haben Mischverkehr nur bei Tempo 30, darüber wird der Radverkehr baulich getrennt und geschützt geführt. Hier soll aber die Ortsdurchfahrt (mindestens Tempo 50) im Mischverkehr gemacht werden. Auch der Schwerverkehr wird dort fahren, das wird also die Hölle werden. Entsprechend werden die Leute es nicht nutzen, auf dem alten Gehweg fahren oder eine Umgehung nutzen.

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Frankfurter Hüte für Falschparker-Hotspot

In Hangelar gibt es einen Bäcker, vor dem ein echter Falschparker-Hotspot liegt. Der Bäcker hat »nur« 9 KFZ-Stellplätze, sodass sich anscheinend immer wieder Kunden legitimiert fühlen auf dem Gehweg zu parken. Das sieht dann so aus:

Der Gehweg ist dort nur grob 170 cm breit. Man kann das an den Gehwegplatten sehen, die haben eine Kantenlänge von 50 cm. Sobald ein Auto darauf steht, ist weniger als 100 cm übrig, in Bonn gilt das als Behinderung.

Das Ordnungsamt in Sankt Augustin ist zwar theoretisch vorhanden, fährt aber in der Praxis nicht raus. Dazu kommt natürlich auch, dass diese Bäckereikund:innen immer »nur mal kurz« dort stehen. Die Wahrscheinlichkeit von offizieller Seite dort erwischt zu werden ist faktisch Null. Es braucht also eine bauliche Lösung.

Auch wenn ich mir bei der Stadt Sankt Augustin wenig Hoffnungen mache, schreibe ich sie einmal an. An dieser Stelle erscheinen mir Frankfurter Hüte ein probates Mittel. Sie machen den Gehweg nicht schmaler, werden die Falschparker aber abhalten. Einfache Poller machen den Gehweg schmaler, weil sie 50 cm von der Fahrbahn entfernt aufgestellt werden müssen.

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Affenarme für Ampeltaster

Am Knotenpunkt zwischen der B 56 und der L 16/B 484 (Karte) gibt es eine Ampel, die allerdings ziemlich weit vom gemeinsamen Geh- und Radweg entfernt steht.

Um dort den Taster zu betätigen, bräuchte man schon sehr lange Arme. Wenn man den Taster drücken möchte, so muss man da ins Gras. Das ist bei trockenem Wetter kein Problem, allerdings wird das bei Matschwetter nicht so toll sein.

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Niemand hat Vorfahrt in Benzelrath

Außerhalb von Frechen-Benzelrath, am Kreisverkehr mit L 277 Dürener Straße und Neuer Weg muss man als Radfahrer:in an den Armen warten, siehe das Zeichen 205 (Vorfahrt Achten) im Bild mit Markierung 1. Das ist zwar doof, aber wie im Artikel zur Vorfahrt in Kreisverkehren innerorts und außerorts beschrieben, ist das soweit korrekt:

Nicht korrekt ist aber, dass der Kraftverkehr ebenfalls wartepflichtig gegenüber dem Radverkehr ist, siehe das gleiche Zeichen 205 mit Markierung 2. Die Radfahrenden können nur erahnen, dass die Autofahrenden ein Zeichen 205 sehen. Aus der anderen Perspektive kann man das Zeichen 205 für den Radverkehr nicht erkennen und nur die Ecken erahnen. Andere Perspektive, aber gleiche Nummern:

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Falschparkerhotspots an der Siegburger Straße

Die Siegburger Straße in Bonn ist eine wichtige Verbindung für Radfahrende zwischen Beuel-Mitte, Beuel-Ost und Bechlinghoven, Holzlar, Sankt Augustin. Auf der nördlichen Seite ist ein Gehweg mit »Fahrrad frei«, auf der südlichen Seite ein Schutzstreifen. Weil damals der nördliche Gehweg in beide Richtungen mit dem Fahrrad freigegeben war, und es auf der Fahrbahn rau zugeht, fahren die meisten Leute weiterhin auf dem Gehweg in beide Richtungen. Mehr dazu im Artikel über die Siegburger Straße und dem Artikel über das Ende des Schutzstreifens.

Auf dieser wichtigen Straße gibt es direkt drei Falschparker-Hotspots nur innerhalb von Beuel-Ost. Am schlimmsten sieht es dann so aus:

Da ist ein kleiner Supermarkt, und die Leute parken einfach immer direkt vor der Tür. Einen richtigen Parkplatz hat der Supermarkt nicht, und in der Nebenstraße ist nicht immer Platz. Und die Leute wollen ja immer »nur mal kurz« etwas einkaufen. Dass dies eine wichtige Verbindung für den Radverkehr ist, scheint denen ziemlich egal zu sein.

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Verwirrender Seitenwechsel über B 56

Radwege werden häufig so angelegt, dass beide Fahrtrichtungen auf der gleichen Straßenseite sind. Das hat den Vorteil, dass man Platz spart und mehr Platz für Fahrstreifen hat. Der Nachteil ist allerdings, dass man regelmäßig die Straßenseite wechseln muss. So auch in Beuel-Mitte entlang der B 56. Dort kommt man hier an:

Wie geht es jetzt weiter? Geradeaus scheint nicht vorgesehen zu sein.

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Mittelfinger auf Umweltstreifen

Auf einer Radtour zu zweit kamen wir in Hürth an der Hans-Böckler-Straße vorbei. Diese hat einen Umweltstreifen. Das ist ein Busfahrstreifen, der für den Radverkehr freigegeben ist. Dieser ist auch komplett mit absolutem Halteverbot versehen.

Die entsprechenden Bodenmarkierungen werden auch regelmäßig wiederholt. Man kann das einfach nicht übersehen. Und trotzdem hat der Fahrer dieses BMW sich gedacht, dass man da doch »nur mal kurz« gegen die Fahrtrichtung parken könnte. Wahrscheinlich wollte der etwas im Kiosk kaufen.

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Identifizierbarkeit von Verkehrsteilnehmenden

Die Tage hatte ich darüber geschrieben, dass ich Fahrrad-Kennzeichen für eine schlechte Idee halte. Auf jenen Artikel habe ich viele Rückmeldungen über Twitter und E-Mail bekommen, das ganze erfreulich konstruktiv. Das ganze hat mich dazu gebracht, meine Meinung weiter zu differenzieren. Danke für die Anregungen an dieser Stelle!

Es wurden Situationen geschildert, in denen Radfahrende auf dem Gehweg gefahren sind, Kinderwagen umgeworfen haben, Personen angefahren haben, über rote Ampeln fuhren, die Nutzungspflicht von Radwegen missachtet haben, Autotüren aufgerissen haben oder beleidigend waren. In allen Fällen konnte die Person auf dem Fahrrad nicht identifiziert werden, sodass es keinerlei Konsequenzen für diese Person hatte. Das verärgert die Geschädigten und fordern daher Kennzeichen für Fahrräder, damit sie die Person anzeigen können.

Ich bin weiterhin nicht davon überzeugt, dass Nummernschilder die Lösung sind. Ein Nummernschild ist keine hinreichende Bedingung für eine Ordnungs- oder Strafrechtliche Verfolgung, wohl aber eine nötige Bedingung.

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Verdrehtes Einbahnstraßenschild in Keldenich

In Wesseling-Keldenich ist am Ende der Oberdorfstraße ein Zeichen 267 (Verbot der Einfahrt), das an der Stelle aber keinen Sinn ergibt. In Blickrichtung ist das nämlich eine Einbahnstraße, und jetzt kommt man da nicht mehr raus.

Da Verkehrzeichen aber regelmäßig nach links wirken, ist das wohl einfach nur verdreht. Das kann man aus der anderen Richtung auch gut erkennen.

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