Einträge über Traffic (Ältere Einträge, Seite 6)

Seit 2010 bin ich auf fast jedem Weg mit dem Fahrrad gefahren. Meine Zivildienststelle war in der Bonner Innenstadt, und ich musste nach jedem Arbeitstag auf den Venusberg raus. Nach ein paar Wochen ging es dann richtig leicht und meine Reichweite hat sich seitdem immer weiter erhöht. Heutzutage mache ich immer noch alle meine Fahrten mit dem Fahrrad bei jedem Wetter.

Ich mag Tagestouren mit dem Rad, die längste war bisher die zur Hohen Acht. Auch mag ich Radurlaube wie den, den ich in Utrecht & Holland 2018 gemacht habe.

Neben dem sportlichen Aspekt interessiere ich mich sehr für Verkehrspolitik und nachhaltige Mobilität. Ich bin Mitglied im ADFC und versuche, mich an der an der Bonner Verkehrspolitik zu beteiligen. Um zu sehen, wie die Fahrradinfrastruktur aussehen könnte wie, habe ich Reisen nach Utrecht & Holland 2018, København (2018) und Groningen (2019) unternommen.

Die meisten Beiträge in dieser Kategorie sind auf Deutsch, da ich versuche, eher eine lokale Zielgruppe auf die Unzulänglichkeiten der Fahrradinfrastruktur hier aufmerksam zu machen. Gelegentlich wird es auch einen englischsprachigen Artikel geben.

Die Artikel sind mit Schlagworten nach den Städten und Stadteilen organisiert sortiert, in denen ich aktiv bin:

Dann sind die Artikel auch noch mit den Behörden verschlagwortet, die ich kontaktiert habe:


Radverkehrsführung an der Kennedybrücke

Die Kennedybrücke ist die zentrale Rheinbrücke, sie verbindet Bonn-Zentrum mit Beuel-Mitte. Auf beiden Seiten der Brücke ist ein Radweg in beide Richtungen. Das ist ein Symptom dafür, dass die Verkehrsführung an den Brückenköpfen ziemlich mies ist. Zur ersten Orientierung erstmal eine Übersichtskarte von OpenStreetMap.org:

Ich bin früher regelmäßig zwischen Endenich (im Westen) und Holzlar (im Osten) gependelt. Dabei habe ich diverse Routen ausprobiert und bin letztlich bei dieser hier für beide Richtungen geblieben:

Für die Strecke von Endenich nach Holzlar sieht das soweit auch sinnvoll aus. Aber für die Rückrichtung erscheint das erstmal bekloppt. Um das zu verstehen, zeige ich einmal die Verkehrsführung an den Brückenköpfen. Dann kann ich darlegen, warum die anderen Routen alle weniger angenehm sind.

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Straßen Privatisieren

Freie Fahrt für freie Bürger ist das Leitbild deutscher Mobilität. Es geht also um Freiheit, und die Partei mit »Frei« im Namen weiß, ist vor allem der freie Markt das für die Realisierung wichtige Element. Wie auch in anderen Lebensbereichen wird die unsichtbare Hand des Marktes aber von links-grünen Fortschrittsfeinden aufgehalten, sodass am Ende der Verkehr aufgehalten wird.

Wie bei allen anderen gesellschaftlichen Problemen ist auch hier eine Befreiung nötig. Das gesamte Straßenverkehrsnetz muss privatisiert werden, staatliche Eingriffe drastisch reduziert und somit der Markt befreit werden. Eine vollständige Privatisierung bietet zudem ungeahnte Möglichkeiten für Kapitalanleger und Investoren, sodass die private Altersvorsorge ebenfalls gestützt werden kann.

So ein abstraktes Konzept ist aber nicht genug, es müssen konkrete Ideen her. Und somit fangen wir doch einfach bei den Autobahnen an. Dort wird schon jetzt eine Maut Infrastrukturabgabe erhoben. Hier wurde schon einiges richtig gemacht, der Betrieb der Abrechnungsinfrastruktur wurde der Privatwirtschaft überlassen. Dies soll in Zukunft auch weiter exakt so gehandhabt werden. Allerdings soll die Maut für alle Verkehrsteilnehmer gelten, nicht nur für die LKW.

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Bonn tut etwas gegen Falschparken: Legalisieren

Als ich noch in Endenich gewohnt habe, bin ich dort immer wieder zu Fuß einkaufen oder spazieren gegangen. Dabei kam ich dann an diversen Stellen vorbei, an denen Autofahrer den Gehweg als Parkplatz genutzt haben. Mir geht es ziemlich auf den Geist an solchen Stellen entweder hintereinander oder auf der Fahrbahn gehen zu müssen. Insbesondere mit einer Einkaufstüte nervt es. Davon abgesehen ist Gehwegparken verboten, weil es illegal ist. Je nach Tagesstimmung mache ich ein Foto und schicke das über Weg-Li an die Stadt Bonn.

Bei der Verwaltung hat man wohl die Häufung der Anzeigen um meinen Wohnort festgestellt und sich überlegt, dass man doch endlich mal gegen das Falschparken etwas machen müsste. Und anstelle das Ordnungsamt regelmäßig dort kontrollieren zu schicken, hat man das Falschparken ganz kreativ abgestellt: Man hat es legalisiert und das Zeichen 315 aufgestellt. Im Kollegienweg sieht vorher (links) und nachher (rechts) dann so aus:

Man bemerkt solche Änderungen ja nicht direkt bewusst, aber irgendwie kam es mir merkwürdig vor. Ich zweifelte schon an meinen Anzeigen, hatte ich die ganze Zeit das Zeichen dort übersehen? Aber der Vergleich mit alten Fotos zeigte den Vorgang deutlich.

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Bundesbetonhovenstadt Bonn

In Beuel-Mitte an der Rheinlust gibt es jetzt eine neue Anzeigetafel, anscheinend für ein Parkleit- und Verkehrsinformationssystem. Also etwas, das nur Autofahrer brauchen. Und wo wurde diese Tafel aufgestellt? Natürlich nicht auf der Fahrbahn, sondern daneben. Das ist ja okay, man ist es nicht anders gewohnt.

An dieser Stelle stört mich aber besonders, wo genau es aufgestellt worden ist. Man hat dort links einen Radweg (für beide Seiten) und rechts einen Gehweg. Diese sind durch diese taktilen Platten voneinander getrennt. Der Radweg ist für den Begegnungsverkehr schon zu eng. Der Gegenverkehr fährt meist sehr weit zur Fahrbahn, das Lenkerende ragt dann über die Pflastersteine. Vor dem nächsten Mast für die Oberleitung muss man dann wieder ausweichen. Und der neue Mast wurde ganz nah am Radweg plaziert.

Ich verstehe wirklich nicht, warum. Zur Fahrbahn ist noch genug Platz, dass selbst große Außenspiegel nicht abgefahren werden können. Es wurde links vom Mast viel toter Raum geschaffen.

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Fahrräder sind breiter als Autos

Ich habe eine steile These: Fahrräder sind breiter als Autos. Zumindest im Mischverkehr.

Laut § 32 StVZO dürfen Personenkraftwagen maximal 250 cm breit sein [bussgeldkatalog.net]. Ein für Bonn realisitisches Beispiel ist ein aktueller Audi A6 mit 211 cm Breite mit Rückspiegeln [angurten.de]. Ein Fahrradlenker ist eher so 75 cm breit, das ist erstmal deutlich schmaler. Selbst mit den Ellenbogen dazugerechnet kommt man gerade mal auf 100 cm Breite.

Interessant wird es dann aber bei den ganzen zusätzlichen Abständen, die man beim einhalten muss. Als Radfahrer muss nach rechts 100 cm zu parkenden Autos einhalten, nach links müssen die Autofahrer 150 cm beim Überholen einhalten. Und schon haben wir eine dynamische Gesamtbreite von 350 cm.

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Radweg an der Müldorfer Straße (Teil 1)

In Holzlar gibt es einen linksseitigen Radweg, der in einem Kreisverkehr anfängt. Insgesamt ist die Führung sehr merkwürdig und bedarf etwas Spurensuche.

Bonn-Holzlar hat ein paar baulich getrennte Radwege. Allerdings sind das nie exklusive Radwege, sondern immer nur gemeinsame Geh- und Radwege. Und zusätzlich werden die immer für beide Richtungen angelegt. Das ist natürlich für die Planer praktisch, weil man dann nur einen Weg anlegen muss. Die Autofahrer freuen sich natürlich auch, weil mehr Platz für die Kernfahrbahn bleibt. Und die Radfahrer? Naja, hier gibt es nicht so viele. Woran das nur liegen könnte …

Ein besonders beklopptes Beispiel habe ich an der Müldorfer Straße gefunden. Zur Übersicht hier eine Karte von openstreetmap.org, die Zahlen erkläre ich im Laufe des Beitrags. Manchmal komme ich vom Finkenweg an die Müldorfer Straße und stehe dann bei Position 1:

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Kurvenradien steuern Geschwindigkeiten

In Bonn-Holzlar gibt es eine Kreuzung, eine nach rechts abknickende Vorfahrtsstraße, die sogar noch einen freilaufenden Rechtsabbieger hat. Das ganze sieht dann in der Kurve ungefähr so aus:

Die ganze Stelle sieht ziemlich einladend aus, um schnell zu fahren. Es ist dort auch eher Gewerbegebiet. Von der anderen Seite aus gesehen sieht man diesen Rechtsabbieger so:

Dem Kurvenradius zu Urteilen sieht das nach 50 km/h Höchstgeschwindigkeit aus. Und viele Autofahrer sind in dieser Kurve auch recht sportlich unterwegs. Man kann wunderbar nach beschleunigen, während man nach rechts lenkt.

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Ampelschaltung am Rechtsabbieger Reinold-Hagen-Straße auf die St.-Augustiner-Straße (Teil 1)

Ich komme regelmäßig an der Kreuzung Reinold-Hagen-Straße/Sankt-Augustiner-Straße vorbei. Dort kreuzt der Radweg dreimal die Fahrbahn. Nach Westen schauend ist es zuerst der Rechtsabbieger, dann die Fahrstreifen nach Norden und dann die Fahrstreifen nach Süden. Alle drei Übergänge sind mit einer Ampel signalisiert. Die vorderste Ampel ist aber nicht mit den hinteren gekoppelt. Nur die hinteren beiden sind in die gesamte Ampelanlage eingebunden und wir automatisch zum parallel fahrenden Autoverkehr grün. Diese erste Ampel hier aber nicht. Man muss beim Queren also immer an der Ampel einmal drücken (»betteln«) und extra warten. Teilweise ist es auch so bekloppt, dass die zweite und dritte Ampel rot wird, bevor die erste grün wird. So muss man also auf der Mittelinsel noch stehen bleiben.

Zur besseren Orientierung noch eine Karte, die erste Ampel ist mit Textmarker eingezeichnet.

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Diskussionen mit Falschparkern

Ich komme als Radfahrer oder Fußgänger immer wieder an Falschparkern vorbei. Es sind so viele, dass man sich gar nicht mehr mit jedem einzelnen beschäftigen kann. Manchmal treffe ich die Leute an, während sie gerade am Auto sind. Und an einigen Tagen habe ich die Leute angesprochen. Ich war ganz naiv und hoffte auf die Einsicht, dass Verkehrsflächen anderer Verkehrsteilnehmer blockieren nicht in Ordnung sei. Aber weit gefehlt! Dafür kenne ich inzwischen die Ausreden.

Mit die häufigste ist die hier:

Ich muss nur kurz hier halten.

Das klingt ja erstmal nach einer guten Begründung. Aber warum denn gerade hier auf dem Radweg? Warum nicht einmal um den Block fahren, oder einfach auf der Fahrbahn parken?

Dicht gefolgt ist dann die hier:

Wo soll ich denn sonst parken?

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Melden einer Verkehrsbehinderung

Es gibt viele Möglichkeiten sein Auto abzustellen. Einige davon behindern schwächere Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel Fußgänger mit Kinderwagen oder Personen im Rollstuhl oder mit Rollator. Und so war eine Bordsteinabsenkung in Bonn-Endenich, die regelmäßig zugeparkt ist, am Samstag wieder zugeparkt. Ich habe die Absenkung einmal mit roten Pfeilen eingezeichnet.

Als uneingeschränkte Person kann man hier problemlos vorbeigehen. Aber sobald man auf die abgesenkte Bordsteinkante angewiesen ist, wird man hier behindert. Laut Bußgeldkatalog ist das dann »Sie parkten vor einer Bordsteinabsenkung und behinderten dadurch Andere« für 15 EUR. Nun kann man davon ein Foto machen, es auf Weg-Li hochladen und somit eine Privatanzeige stellen. Die Behinderung wird dadurch aber nicht entfernt. Um die Ecke ist ein Altenheim, und diese Fußgängerfurt liegt auf dem Weg zu einem Supermarkt und anderen Einkaufsmöglichkeiten. Diese Behinderung ist also real.

Auf Twitter gibt es die Abschleppgruppe. Das ist ein loser Verband von Leuten, die die Polizei und Ordnungsämter dazu auffordern, behindernde Fahrzeuge auch wirklich abzuschleppen. Die Exekutive muss zwar immer das mildeste Mittel wählen, aber eben auch die Behinderung beseitigen. Dies ist Teil der Gefahrenabwehr. In den meisten Städten fühlt sich die Polizei nicht zuständig, das Ordnungsamt verteilt maximal Bußgelder und ist meist auch nie außerhalb der bewirtschafteten Parkplätze unterwegs. Letztlich werden Falschparker systematisch geduldet. Das mag ja für die Autofahrer ganz nett sein, jedoch geht es auf Kosten aller, die zu Fuß unterwegs sind, besonders die schwächsten Verkehrsteilnehmer.

Nun war das ein Fall, bei dem ich es mal ausprobieren wollte. Ich rief Samstag 16:30 beim Ordnungsamt (0228-773333) an und meldete dies als Verkehrsbehinderung. Das Wort ist ganz wichtig. Sagt man »Falschparker«, so kommt man direkt in die Schublade der Senioren mit zu viel Tagesfreizeit und Langeweile. Sagt man »Verkehrsgefährdung«, so wird man als übertreibend wahrgenommen. Der Anruf war in zwei Minuten erledigt, ich habe den Ort und das Kennzeichen durchgegeben und noch meinen Namen gesagt. Der Disponent versprach mir, dass eine Streife auf den Weg geschickt wird, allerdings könnte es etwas dauern.

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