Einträge über Miscellanea

One has to have a catch-all category for everything else, right? So this is it. Here you can find articles about cycling, traffic policy, education and other things that come to my mind.


Mythos »Grüne Verbotspartei«

Im Bundestagswahlkampf höre ich von CDU, CSU und FDP immer wieder über die Grünen den Begriff »Verbotspartei«. Die neoliberalen Partien wollen vielmehr über »Anreize« und nicht über Verbote steuern. Das klingt erstmal auch total gut und positiv. Es ist ja auch viel angenehmer eine Belohnung für gutes Verhalten als eine Strafe für schlechtes Verhalten zu bekommen.

Witzigerweise haben die neoliberalen Parteien damit aber schon die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen erkannt, sie wollen die Bürger nur nicht zwingen. Einsicht ist ja der erste Schritt zur Besserung, immerhin haben wir den jetzt schon einmal geschafft.

Die Anreize, die allerdings gemacht werden, halte ich für die falschen. Und darüber hinaus gibt es auch diverse Verbote, von den Parteien, die Verbotspartei als Stigma versuchen zu etablieren.

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Blockieren und Stummschalten auf Twitter

Seit Anfang 2020 bin ich wieder bei Twitter. Damals bin ich gegangen, weil es viel zu einladend ist sich nur mit Dreck zu bewerfen. Die Mechaniken der Plattform unterstützten das, und entsprechend ist der Umgang dort. Allerdings habe ich es geschafft mich da hauptsächlich vernünftig zu verhalten, und habe entsprechend auch vernünftige andere Leute dort kennengelernt.

Es bleiben noch immer sehr viele Idioten übrig. Es gibt da so ein paar Sorten. Zum einen gibt es intelligente Leute, die aber ziemlich viel Hetze schreiben. Die provozieren dann mit diverse Aussagen und versuchen Stimmung zu machen. Sie antworten auch bei anderen auf die Tweets, retweeten dann ihre eigene Antwort um so noch mehr ihrer Follower in die Diskussion zu holen. Damit wird ein Beitrag dann schnell übernommen. Mit diesen Leuten diskutieren ist aber sinnvoll, sie sind sehr meinungsfest und wollen gar keinen Austausch. Derartige Leute wollen zum Beispiel das Radfahren generell als negativ darstellen.

Dann gibt es Leute, die einfach nur ziemlich schlicht sind. Die schreiben immer wieder irgendwelchen Müll. Das sind bei mir vor allem diejenigen, die wenig Ahnung und viel Meinung zu Verkehrsregeln haben. Die sind dann ziemlich laut, weichen aber auch nicht von ihrer Meinung ab. Klassiker sind die Nutzungspflicht von Radwegen, Überholabstände und Vorfahrtsregeln.

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Zentrale Warteliste für Impfungen

Bei allem Respekt für die Entwicklung und Logistik der Impfstoffe, hätte man es bei der Terminvergabe echt besser machen können.

Zuerst hatte man diese Priorisierungsgruppen, das war gut. Wie genau man jetzt besonders gefährdete Personengruppen definiert, ist mir für diese Überlegung egal. Da wird es immer Einzelfälle geben, bei denen das nicht ganz hinhaut, aber trotzdem schien das erstmal eine gute Sache zu sein. Dann hat man die Gruppe 3 ganz aufgebläht. Dass die Leute aus den Lebensmittelläden dort eine Impfung bekommen sollten, finde ich sehr richtig. Aber dann hat gefühlt jeder im Bekanntenkreis eine Bescheinigung für Gruppe 3 bekommen. Ich habe eine als Wahlhelfer bekommen, die Mitarbeiter:innen und Student:innen der Uni Bonn haben alle eine, die Beamten im höheren Dienstgraden bestimmter Behörden auch. Am Ende war Gruppe 3 so groß, dass wieder nur Teile dieser Gruppe Termine bekommen haben. Man hätte es ehrlicher 3a, 3b und 3c nennen sollen.

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Strategie für Aktualisierungen von Beiträgen

Für Geschichten, an denen ich länger arbeite oder auf Fortsetzungen warte, musste ich mir eine Strategie für den Blog überlegen. Ich werde versuchen möglichst gebündelte Artikel zu veröffentlichen, ansonsten aber Serien klar kenntlich zu machen.

In letzter Zeit schreibe ich relativ viele Artikel über Kontakt zu Stadtverwaltungen bezüglich Fahrradinfrastruktur. Dabei gibt es immer den gleichen Verlauf:

  1. Ich sehe irgendwo eine Stelle, die ziemlich merkwürdig ist. Dann mache ich Fotos, dokumentiere das Chaos. Ich schaue in den Verwaltungsvorschriften, um herauszufinden, welche Teile davon klar ordnungswidrig sind und man bei der Stadtverwaltung einfordern kann.
  2. Dann schreibe ich eine E-Mail an die zuständige Stadtverwaltung und bohre dort nach. Manchmal einfach nur so Verweis auf eine schlechte Situation, manchmal im Bezug auf konkrete Vorschriften. Dann stelle ich teilweise bohrende IFG-Anfragen nach Begründungen für Ausnahmen, die die Stadt höchstwahrscheinlich nicht liefern kann.
  3. Es kommt eine Rückmeldung von der Stadt, ich kommentiere das auf dem Blog und schreibe wieder zurück.
  4. Irgendwann gibt es ein Endergebnis, Verkehrszeichen wurden verändert, eine Radwegbenutzungspflicht aufgehoben.

Ich möchte einerseits eine möglichst fertige und runde Geschichte präsentieren, andererseits aber auch an aktuellen Entwicklungen teilhaben lassen. Die Antworten der Verwaltungen dauern teilweise ewig, manchmal kommt auch gar keine Antwort. Wenn ich alle Artikel zurückhalte, bis es fertig ist, hätte ich nicht nur einige, sondern sehr viele Entwürfe.

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Reader Survey — Leserumfrage

English version below.

Ich benutze kein Tracking, daher habe ich im Grunde keine Ahnung, wer meine Leser sind. Ursprünglich ging es auf meiner Website hauptsächlich um Programmierung, dann habe ich ziemlich Physik-Studiumsmaterial hochgeladen. Und neuerdings schreibe ich über Verkehrspolitik. Wenn du möchten, kannst du an meiner Zwei-Fragen-Umfrage teilnehmen:

Umfrage auf Google Forms


I don't use any tracking, therefore I basically have no clue who my readers are. Originally my website was mostly about programming, then it became rather heavy with Physics study material. And lately I'm writing about traffic policy. If you'd like, you could participate in my two-question survey:

Survey on Google Forms

Vertical and Horizonal Market Segmentation with Movies

Around the 2005, there wasn't really an online streaming market. Movies and series would be distributed via movie theaters, DVD or TV networks. Usually cable networks had stuff earlier. But for movies one would always have to wait until it was done in theaters in the USA. Then it should be shown in theaters in Germany and eventually it would be sold on DVD. And even later it would be aired on TV. With series it was usually that a whole season was shown on cable TV in the USA, and once that was done it would be started in Germany. I remember that when CSI NY season 2 was finished in German TV, I was really stoked for season 3. But they started airing season 1 again as the third season was not done in the USA yet.

So basically one had a market segmentation like this, where there are various horizontal layers and the segmentation is done vertically:

The studios would produce stuff, there was a bunch of licensing stuff in between and eventually one could just see the stuff on German TV. One could watch everything with the same TV, just had to wait rather long.

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Geier im Internet

Ich bin immer wieder mal auf Jodel unterwegs. Das ist eine App, bei der jeder irgendwelche Text- oder Fotobeiträge posten kann. Angezeigt bekommen diese dann Nutzer in der geografischen Nähe. Das führt dazu, dass man Beiträge aus der Nähe bekommen kann, ohne dass man nach bestimmten Personen suchen muss. Zusätzlich ist das ganze anonym, man hat also kein Nutzerprofil, Follower, Abos oder irgendwas. Man ist in jedem Beitrag komplett neu und wird einfach nur nach Antwort-Reihenfolge durchnummeriert.

Leute stellen dort Fragen (»Hat der Bäcker am Hauptbahnhof wieder auf?«), machen Lokalanzeigen (»Hat jemand einen Toaster abzugeben«) oder laden zu spontanen Dingen ein (»Bin auf der Hofgartenwiese, will jemand Frisbee spielen?«). Es gibt auch einen Raum eher peinliche Fragen zu stellen.

Allerdings lädt die Anonymität auch dazu ein, die dunkelsten Seite zum Vorschein zu bringen. Da es keine Profile gibt, kann man einem Beitrag nicht direkt ansehen, ob er von einer Frau oder einem Mann verfasst worden ist. Manchmal wird es aus dem Inhalt klar, manchmal kann man es vermuten, manchmal ist es ganz offen. Und sobald nur annähernd vermutet werden kann, der Beitrag könnte von einer Frau verfasst werden, beginnen die Geier zu kreisen. So nennt man auf Jodel die Männer, die nur darauf warten, mit der vermuteten Frau in Kontakt treten zu können.

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Der Wahnsinn mit einem DHL-Paket

Manchmal denke ich mir, dass mir der Stoff zum Bloggen ausgeht. Und dann kommt die nächste haarsträubende Aktion, und ich habe wieder etwas zum Schreiben. Diesmal die Zustellung eines Paketes mit DHL. Es ist auch ein eher wichtiges Paket.

Die Sendungsverfolgung beginnt ganz harmlos mit den ersten Schritten der Bearbeitung:

Do, 24.09.2020, 16:06. Die Sendung wurde elektronisch angekündigt. Sobald die Sendung von uns bearbeitet wurde, erhalten Sie weitere Informationen.

Do, 24.09.2020, 16:43, Krefeld. Die Sendung wurde von DHL bearbeitet und wird für den Weitertransport in die Region des Empfängers vorbereitet.

Skurril wird es dann ab hier. Ich habe die Zustellung an einen Ablageort für ein anderes Paket einmal ausprobiert, anscheinend hat DHL das aber gespeichert und wendet das jetzt ungefragt auf jedes Paket an meiner Adresse an. Davon wusste ich aber nichts, ich habe auch keine Benachrichtigung per E-Mail bekommen.

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Laub-Dünger-Kreislauf

Früher, als man die Natur noch sich selbst überlassen hatte, da haben Laubbäume noch ungestört von Gartenbauern ihre Blätter fallen lassen können. Die wurden dann auf dem Erdboden von Pilzen zersetzt und die Nährstoffe aus den Blättern fanden ihren Weg wieder zu den Baumwurzeln, sodass der Baum damit neue Blätter wachsen lassen konnte. Der Kreis des Lebens, Hakuna Matata.

Allerdings kann das dieses Modell im freien Markt nicht einfach so bleiben, den Blättern muss ein Wert zugeteilt werden. Die Pilze werden nicht für die Arbeit bezahlt, der Baum muss nichts für die Nährstoffe bezahlen. Und es wird sogar noch CO₂ in den Blättern gebunden. Das hat ganz viel Verbeserungsbedarf.

Zuerst muss man den herumliegenden Blättern einen negativen Wert zuordnen. Sie sind Dreck, der entfernt werden muss. Laub macht den Rasen kaputt, sorgt für rutschige Gehwege (das ist wirklich ein Problem), und sieht so unordentlich aus. Also stellt man ganz viele Gärtner an, die mit Laubbläsern das Laub zusammentreiben und dann in große Gebinde einladen. Dies könnte eine Biotonne sein, oder ein Anhänger des Unternehmens. In jedem Fall wird das Laub dann abtransportiert und findet auf natürlichem Wege nicht mehr zurück zum einem Baum in der Nähe.

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