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<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="../assets/xml/rss.xsl" media="all"?><rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Martin Ueding (Einträge über Diverses)</title><link>https://martin-ueding.de/</link><description>&lt;p&gt;In diese Kategorie kommen alle Einträge, die nicht so recht in die anderen Kategorien passen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
</description><atom:link href="https://martin-ueding.de/categories/cat_diverses.xml" rel="self" type="application/rss+xml"></atom:link><language>de</language><copyright>Contents © 2026 &lt;a href="mailto:mu@martin-ueding.de"&gt;Martin Ueding&lt;/a&gt; 
&lt;p&gt;&lt;a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/"&gt;&lt;img alt="Creative Commons License" style="border-width:0" src="/assets/80x15.png" /&gt;&lt;/a&gt; Dieses Werk ist lizenziert unter einer &lt;a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/"&gt;Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
</copyright><lastBuildDate>Mon, 30 Mar 2026 18:01:12 GMT</lastBuildDate><generator>Nikola (getnikola.com)</generator><docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs><item><title>Erkältung heilen mit Bargeld?</title><link>https://martin-ueding.de/posts/erkaltung-heilen-mit-bargeld/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Die Diskussion um die Abschaffung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag verkennt die biologische Realität von Infektionen. Statt echter Gesundheitsförderung schafft ein solcher finanzieller Druck lediglich Anreize für Präsentismus, was die Gesamtproduktivität durch Ansteckungen und Fehlentscheidungen mindert. Zudem entzieht dieser Schritt den Arbeitgeber:innen die Motivation, proaktiv in die Gesundheit ihrer Belegschaft zu investieren, und entpuppt sich letztlich als politisches Instrument zur Schwächung von Arbeitnehmerrechten.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Trotz fortgeschrittener Medizin kann eine normale Erkältung bisher nicht geheilt werden. Dennoch gibt es Stimmen in der Politik, die glauben, dieses biologische Problem über Marktmechanismen regeln zu können. Die Grundannahme: Wenn es teuer genug ist, krank zu sein, werden die Leute einfach gesund bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="anreiz-oder-unterstellung"&gt;Anreiz oder Unterstellung?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Friedrich Merz formulierte es im Januar 2026 so:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;»Können wir uns einmal darüber unterhalten, wie wir die besseren Anreize setzen, zur Beschäftigung und nicht arbeits… nicht arbeiten zu gehen, krank zu sein?« — &lt;a href="https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/krankmeldung-krankenstand-merz-kritik-100.html"&gt;Friedrich Merz, 17.01.2026&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Hinter dem Begriff »Anreiz« verbirgt sich hier eine handfeste Unterstellung: Wer krankgeschrieben ist, schwänzt womöglich nur. Natürlich sieht unser Sozialsystem kein »Blaumachen« vor, doch Merz scheint den medizinischen Zustand des Krankseins mit dem formalen Akt der Krankschreibung gleichzusetzen. Viren lassen sich jedoch nicht durch finanzielle Anreize wegdiskutieren.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="die-okonomie-des-prasentismus"&gt;Die Ökonomie des Präsentismus&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Fällt die Lohnfortzahlung am ersten Tag weg, erhält die Krankheit ein Preisschild. in einziger Fehltag kostet etwa 5 % des Monatsnettos – ein Betrag, der besonders Geringverdiener:innen hart trifft. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Folge ist kein Rückgang der Infektionen, sondern Präsentismus: Mitarbeiter:innen schleppen sich krank zur Arbeit. Das ist ökonomischer Irrsinn. Wer krank arbeitet, ist weniger produktiv, macht Fehler und steckt Kolleg:innen an. Ein fehlerhafter Code oder eine falsch bediente Maschine können in Minuten Schäden anrichten, deren Behebung Tage dauert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier greift &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Goodharts_Gesetz"&gt;Goodharts Gesetz&lt;/a&gt;: »Wenn eine Messgröße zum Ziel wird, ist sie keine gute Messgröße mehr.« Sinkende Krankenstände wären in diesem System kein Indikator für eine gesündere Bevölkerung, sondern lediglich für eine höhere Schmerzgrenze aus nackter finanzieller Not.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="verschlechterung-der-pravention"&gt;Verschlechterung der Prävention&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein oft übersehener Punkt ist die Lenkungswirkung für Arbeitgeber:innen. Aktuell haben Firmen einen starken finanziellen Anreiz, ihre Belegschaft gesund zu halten, da sie die Kosten für Ausfälle direkt tragen. Das Ergebnis sind kostenlose Corona-Tests, Luftfilter, Grippeimpfungen im Betrieb, ergonomische Arbeitsplätze oder Obstkörbe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wird das finanzielle Risiko auf die Arbeitnehmer:innen abgewälzt, verschwindet dieser Anreiz für die Unternehmen. Warum in Luftfilter investieren, wenn der Infektionsausfall das Problem der Angestellten ist? Zwar könnte man argumentieren, dass Arbeitnehmer:innen nun einen höheren Eigenanreiz für Sport und gesunde Ernährung hätten – doch diese individuellen Maßnahmen können das Infektionsrisiko in einem ungeschützten Arbeitsumfeld kaum kompensieren. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbstständige kennen diesen Druck bereits. Sie müssen das Risiko über höhere Stundensätze abfangen. Bei Angestellten würde die Abschaffung der Lohnfortzahlung jedoch faktisch als Lohnkürzung ohne Ausgleich umgesetzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fazit"&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Am Ende geht es in dieser Debatte weniger um die Volksgesundheit oder die Effizienz des Marktes als vielmehr um die Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten. Nachdem das Bürgergeld bereits verschärft wurde, sind nun die Beschäftigten an der Reihe. Das Ziel scheint ein Klima der Angst vor dem sozialen Abstieg zu sein, in dem man lieber krank zur Arbeit erscheint, als seine Miete zu riskieren. »Zuckerbrot ist gerade alle« – für die aktuelle Legislaturperiode bleibt wohl nur die Peitsche.&lt;/p&gt;</description><category>Arbeitsunfähigkeit</category><category>CDU</category><category>Friedrich Merz</category><category>Lohnfortzahlung</category><category>Politik</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/erkaltung-heilen-mit-bargeld/</guid><pubDate>Sat, 28 Mar 2026 23:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Amazons Papierbeutel lassen Ware kaputtgehen</title><link>https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Für meine Zeichnungen wollte ich mir ein paar schöne Ringbücher kaufen. Ein Hersteller bietet schicke Ordner aus Pappe an. Bei Amazon waren sie am günstigsten. Allerdings hat Amazon in einem Papierbeutel geliefert, beide Ordner waren beschädigt. Was ein Schwachsinn.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Ich habe zuerst einmal beim Hersteller geschaut, die haben einen Direktvertrieb. Da kosten die Ordner 12,95 EUR. Allerdings wollten die noch 5,90 EUR Versand. Und sie verschicken mit UPS, damit habe ich eher so gemischte Erfahrungen gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184756.png"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184756.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann habe ich also per Preissuchmaschine geschaut. Mal wieder gab es die Teile bei Amazon am günstigsten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184953.png"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184953.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu hat der Versand nur 3,99 EUR gekostet. Das ist dann 3 EUR günstiger gewesen als beim Hersteller, das sind schon 10 %. Ich habe dann einfach bei Amazon bestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein paar Tage später kam das Paket dann an. Und sie haben so einen Papierbeutel genommen. Bei Kleidung ja noch in Ordnung, aber bei den Ringbüchern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-36-22.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-36-22.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe fest damit gerechnet, dass die Teile beschädigte Ecken haben. Und ich habe Recht behalten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-34-30.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-34-30.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-34-54.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-34-54.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-35-13.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-17_17-35-13.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das hätte einem beim Versenden doch klar sein müssen, dass das nicht klappen kann.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="retoure"&gt;Retoure&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Also habe ich eine Retoure angemeldet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184222.png"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184222.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Toll ist auch, dass man einen Kommentar eingeben soll, auch wenn Amazon die Kommentare dann ignoriert? Was auch immer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Austausch habe ich dann abgelehnt. Die Pfosten schicken mir dann wahrscheinlich einfach ein neues Produkt im Papierbeutel. Ne, also einfach Erstattung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184340.png"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/Bildschirmfoto_20260117_184340.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="bestellung-beim-hersteller"&gt;Bestellung beim Hersteller&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ich habe dann direkt beim Hersteller bestellt. Das ist zwar 3 EUR teurer. Aber anscheinend muss man das bezahlen, damit die Ware auch wirklich unbeschädigt bei einem ankommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Paket sah dann schon deutlich seriöser aus:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-47-50.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-47-50.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dort drin waren die beiden Ordner nochmal jeweils verpackt:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-48-49.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-48-49.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der eine in Seidenpapier, der andere in Wellpappe eingeschlagen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-49-16.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-49-16.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und im Paket war noch Füllmaterial:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-49-21.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-49-21.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ordner waren dann nicht beschädigt:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-50-30.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/2026-01-21_10-50-30.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tja, es geht also. Anscheinend muss man einen Aufpreis zahlen, wenn man die Ware auch direkt im ersten Anlauf unbeschädigt erhalten möchte.&lt;/p&gt;</description><category>Amazon</category><category>Online-Shops</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/amazons-papierbeutel-lassen-ware-kaputtgehen/</guid><pubDate>Sat, 24 Jan 2026 23:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Gelesene Bücher 2025</title><link>https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;figure&gt;&lt;img src="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/2025-01-02_21-36-49.jpg"&gt;&lt;/figure&gt; &lt;p&gt;Das sind die Bücher, die ich im Jahr 2025 gelesen habe. Ich habe mal wieder auf eine Liste pro Jahr umgestellt, damit man auch eine Chance hat vergangene Listen durchzugehen.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Lenze, Enno. &lt;strong&gt;Into the Fire: Berichte aus Krisengebieten&lt;/strong&gt;. Berlin Story Verlag GmbH, 2023.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kriegsberichterstatter und Museumsbetreiber erzählt in seinem Buch diverse Geschichten aus Kurdistan-Irak, Afghanistan, der Ukraine und weiteren Orten. Dadurch habe ein ein bisschen mehr über die Konflikte unserer Zeit erfahren. Seine Erzählungen sind ganz konkret und deutlich nahbarer als das, was man so in den Abendnachrichten in Kurzform sehen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist ein interessantes Buch, welches aber auch nachdenklich und betroffen macht.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Farley, David. &lt;strong&gt;Modern Software Engineering: Doing What Works to Build Better Software Faster&lt;/strong&gt;. Pearson, 2022.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein wirklich großartiges Buch zum Thema Softwareentwicklung. Der Autor räumt auf mit dem Begriff "Software Engineering" und wie es viele in dieser Profession gibt, die sich gegen einen systematischen und empirischen Ansatz wehren. Er beschreibt das sehr schön:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;In software we have somewhat redefined what engineering means. Certainly in some circles we have come to see engineering as an unnecessary, onerous, and burdensome thing that gets in the way of “real software development.” Real engineering in other disciplines is none of these things. Engineers in other disciplines make progress more quickly, not less. They create work of higher quality, not lower.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Er lädt ein auch in der Softwareentwicklung einen besseren Ansatz zu finden, die Erkenntnisse in diesem Feld ernst zu nehmen und das Hauptproblem, Komplexität und Kopplung, ernsthaft anzugehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich kann es meinen Fachkollegen wärmstens empfehlen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Stöcker, Christian. &lt;strong&gt;Männer, die die Welt verbrennen: Der entscheidende Kampf um die Zukunft der Menschheit&lt;/strong&gt;. Ullstein, 2024.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon in "Autokratie"&lt;sup id="fnref:Autokratie"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fn:Autokratie"&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, aber auch in "Schockwellen"&lt;sup id="fnref:Schockwellen"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fn:Schockwellen"&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; wurde die Verbindung zwischen Männlichkeit und fossilen Brennstoffen gemacht. Stöcker schreibt hier noch klarer zu diesem Zusammenhang und welche Machtstrukturen dahinterstehen. Die Interessensvertreter der fossilen Energiewirtschaft haben einen breiten und tiefen Einfluss und lenken durchaus das Geschick der Welt, allerdings in den Abgrund.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Unites States Office of Strategic Services. &lt;strong&gt;Simple Sabotage Field Manual&lt;/strong&gt;. Strategic Services Field Manual 3. Washington DC, 1944.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während des zweiten Weltkrieges hat der US-Geheimdienst dieses Handbuch für einfache Saboteure in Deutschland angefertigt. Darin stehen diverse Dinge, wie man mit unauffälligen Methoden Schäden anrichten kann. So kann man wohl 1 % Zucker ins Benzin mischen, das würde Motoren übel verkleben und langwierige Wartungen nach sich ziehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf eine tragische Weise lustig sind die Tipps für Büroangestellte. Dort wird zum Beispiel unter anderem folgendes vorgeschlagen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Insist on doing everything through “channels.” Never permit short-cuts to be taken in order to expedite decisions. &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;When possible, refer all matters to committees, for “further study and consideration.” Attempt to make the committees as large as possible—never less than five. &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Haggle over precise wordings of communications, minutes, resolutions. &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Refer back to matters decided upon at the last meeting and attempt to re-open the question of the advisability of that decision.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und das sind einfach so Dinge, die man manchmal auch im Berufsleben beobachten kann. Man kann das Sabotage-Handbuch auch umdrehen und daraus ableiten, wie man effizienter arbeiten kann.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Schutzbach, Franziska. &lt;strong&gt;Die Rhetorik der Rechten: Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick&lt;/strong&gt;. Zürich: Xanthippe, 2018.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine verständliche Übersicht über die Methoden, mit der Rechtspopulisten den öffentlichen Diskus lenken und bestimmen. Sie schreibt vor allem auf die Schweiz und SVP bezogen, es kommen aber Rassemblement National, ÖVP, AfD, Schwedendemokraten und andere Parteien drin vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für mich besonders erhellend war die Auflösung des Widerspruchs, wie eine offen homosexuelle Frau, die mit einer Person mit Migrationshintergrund zusammen im Ausland lebt, in Deutschland eine rechte Partei anführen kann. Aber der neue Rechtspopulismus hat die Spaltungslinien an anderer Stelle, man definiert einfach "gute homosexuelle Personen" und "schlechte homosexuelle Personen" und kann sich gleichzeitig einen progressiven Anstrich geben, der verfängt. Man mag denken, dass die AfD eben nicht so schlimm sein kann, wenn die Vorsitzende homosexuell ist. Mit dieser Aufstellung macht die Partei es Leuten einfacher in ihr Netz zu gehen. &lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Bartlett, R. D., und Patricia Bartlett. &lt;strong&gt;Koi for Dummies&lt;/strong&gt;. Wiley, 2007.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben einen Koiteich übernommen, vorher allerdings keine Erfahrungen mit Fischen gehabt. Entsprechend musste ich noch viel lernen. Dieses Buch hat mich angesprochen, weil es relativ modern ist. Es hat zwar die typischen »für Dummies«-Wortwitze, aber es enthält recht viel Information und das ganz gut strukturiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele YouTube-Videos, die ich zu dem Thema versuchte zu schauen sind von technisch schlechter Qualität, haben als Ratschlag letztlich nur ein »muss man ein Gefühl für entwickeln« und kratzen meist nur an der Oberfläche. Da war mir ein Buch mit dreihundert Seiten doch deutlich lieber.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Scott, Kim. &lt;strong&gt;Radical Candor: How to Get What You Want by Saying What You Mean&lt;/strong&gt;. Pan Macmillan, 2017.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Management meines Arbeitgebers spricht häufiger von diesem Buch und hat das Konzept »Radical Candor« zur Unternehmensphilosophie erklärt. Das Grundkonzept ist schnell erklärt: Man soll emotional investiert sein (»care personally«) und gleichzeitig offen Missstände ansprechen (»challenge directly«). Würde man zwar emotional investiert sein, aber nichts offen ansprechen, so hätten die anderen Leute auch nichts davon (»ruinous empathy«). Würde man nur kritisieren ohne persönliche Verbindung, so wäre man einfach nur fies (»obnoxious aggression«).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich wollte mehr darüber erfahren und habe das ganze Buch gelesen. Es ist schon ganz spannend, was die Autorin so schreibt. Sie hat unter anderem bei Google und dann Apple gearbeitet, beschreibt die unterschiedlichen Kulturen der Firmen. Sie gibt auch viele Tipps, wie man das Konzept einführen kann. Vor allem soll man erstmal selbst nach »radically candid feedback« bitten, bevor man es selbst austeilt. Man soll zeigen, dass man an Verbesserung investiert ist. So schafft man Vertrauen, aus dem heraus man dann anderen konstruktive Kritik geben kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An einigen Stellen kann ich auch diese Silicon-Valley-Kultur herauslesen. Bei dem Abschnitt, wo es um Entlassung geht, hat sie eine für mich neue Perspektive. Es ginge nicht darum, jemanden zu entlassen, weil der doof sei. Oder weil er den Job schlecht macht. Vielmehr hätte man festgestellt, dass dieser Job für diese Person zu dieser Zeit nicht der richtige wäre und es daher für die Person gut ist, wenn sie sich einen besser passenden Job suchen kann. Mit diesem Framing soll es einem Manager einfacher fallen, jemanden zu entlassen. Das funktioniert halt nur, wenn es ganz viele Jobs zur Auswahl gibt.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Keith, William H. &lt;strong&gt;Decision at Thunder Rift&lt;/strong&gt;. BattleTech 1. FASA, 1986.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist der erste Roman aus dem BattleTech-/MechWarrior-Universum. Ich habe zwar immer wieder die Spiele gespielt, so richtig etwas von der Geschichte des Universums habe ich allerdings nicht mitnehmen können. Es gibt diese riesigen BattleMechs, man ballert sich gegenseitig kaputt und irgendwie ist das Motto »the future is war«. Ja, aber warum? Warum diese Kampfmaschinen, warum nicht Bomben aus dem Orbit werfen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich wollte ein Buch der Reihe lesen und habe, ähnlich wie ich das bei Terry Pratchett gemacht hatte, einfach das erste genommen. Das war allerdings wieder nicht so clever. Das Buch liest sich ziemlich flach. Es fängt schon damit an, dass der Protagonist der Sohn eines bekannten MechWarriors ist, der dann in der Eröffnung im Kampf stirbt, sein Sohn muss übernehmen. Dann gibt es eine Intrige, aber so richtig hat es mich dann nicht gepackt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Über das Universum lernt man auch eher wenig. Kernwaffen sind verboten, weil sie ineffizient waren. Okay, aber das war es dann auch schon. Es gibt halt die fünf großen Häuser und die sind dauernd im Krieg miteinander. So weit war ich auch schon aus den Spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht schaue ich mir das Universum nochmal mit einem anderen Buch der Reihe an, aber das ganze Universum scheint so auf dem Level von »Alarm für Cobra 11« zu sein, wo Autos über Sprungschanzen fliegen und explodieren. Charakterentwicklung und so braucht man da nicht wirklich.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wynn-Williams, Sarah. &lt;strong&gt;Careless People: A Cautionary Tale of Power, Greed, and Lost Idealism&lt;/strong&gt;. First edition. New York: Flatiron Books, 2025.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist das Buch von der Facebook-Aussteigerin, das die Meta-Anwälte verhindern wollten. Aufgrund der &lt;a href="https://pluralistic.net/2025/04/23/zuckerstreisand/#zdgaf"&gt;Rezension von Cory Doctorow&lt;/a&gt; habe ich das Buch auch einmal gelesen. Ich finde es sehr toll geschrieben, ich habe es regelrecht verschlungen. Die Autorin beschreibt ihre Zeit bei Facebook und ihre Begegnungen mit den diversen hohen Leuten dort. Im Verhalten der anderen steckt so viel Arroganz und Überheblichkeit, dass es meine Annahmen noch übertrifft. Am Ende wird sie gefeuert, weil sie sexuellen Missbrauch anprangert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Interessant finde ich, wie die Autorin über Sheryl Sandberg schreibt, nämlich eher negativ. Dagegen hat Kim Scott in &lt;em&gt;Radical Candor&lt;/em&gt; positiv über ihre Arbeit für Sandberg bei Google beschrieben. Da sind also zwei Frauen, die beide für Sandberg gearbeitet haben und sie einmal positiv und einmal negativ beschreiben. Das macht meinen Blick auf die Silicon-Valley-Kultur noch einmal etwas differenzierter.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Arnold, Glen. &lt;strong&gt;The Financial Times Guide to Bond and Money Markets. Financial Times Guides&lt;/strong&gt;. Pearson, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aktien kenne ich inzwischen genug, um darin investieren zu können. Aber bei Anleihen habe ich so ein bisschen Verständnis, wollte aber mehr. Vor allem wollte ich aber wissen, was dieser »Geldmarkt« ist, den ich zuletzt anstelle von Tagesgeld genutzt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dem Buch habe viele grundlegende Dinge über Staats- und Unternehmenanleihen gelernt. Aber auch in späteren Kapiteln kamen immer wieder interessante Dinge, wie zum Beispiel die »Repurchase Agreements«. Dabei verkauft eine Partei an eine andere ein Paket Staatsanleihen mit der Absprache sie nach einer kurzen Frist zu einem leicht höheren Preis zurückzukaufen. Das ist effektiv ein Kredit mit Sicherheit, daher sind die Zinsen dafür recht gering. Das Volumen dieser Instrumente ist schwindelerregend hoch. Und sobald das Vertrauen weg ist, hört das reibungslose Leihen weg und Firmen haben ein großes Problem mit Cashflow.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Witzig finde ich die ganzen historisch gewachsenen Begriffe, wie »Gilt«, »Tips« oder »Haircut«. Das hat man ja in jedem Fachbereich, da verselbstständigt sich die Nomenklatur von ganz alleine.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Pratchett, Terry. &lt;strong&gt;Going Postal&lt;/strong&gt;. Disc World 33. Harper Collins, 2005.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist das vierte Buch aus der Scheibenwelt-Reihe, das ich gelesen habe. Mit »The Color of Magic« (von 1983) und »Guards! Guards!« (von 1989) war ich nicht warmgeworden. Bei »Monstrous Regiment« (von 2003) hatte ich aber durchaus schon Spaß. »Going Postal« fand ich richtig gut, das ist das bisher beste Buch der Reihe, was ich gelesen habe. Es hat subtilen Humor, feine Charaktere und nicht diesen bemühten Klamauk der ersten Bücher.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Protagonist des Buches ist ein professioneller Schwindler und Betrüger, er wird vom Tyrann der Stadt durch Tricks dazu gebracht es mit einem betrügerischen Geschäftsmann aufzunehmen. Dabei kommen immer wieder putzige Situationen zustande, wie zum Beispiel dass der Protagonist nebenbei Briefmarken erfindet und den Stecknadel-Sammlern ein ganz neues Hobby ermöglicht. Zuvor hat der Autor die etwas durchgedrehten Stecknadel-Sammler beschrieben, um dann den Leser an die heutigen Briefmarkensammler denken zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch sehr schön finde ich seine politischen Zwischenbemerkungen, wie hier eine Selbstreflektion des Protagonisten:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;What kind of man would put a known criminal in charge of a major branch of government? Apart from, say, the average voter.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Oder auch etwas zu Firmenkultur:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Headquarters had even started an Employee of the Month scheme to show how much they cared. That was how much they didn’t care.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und generell hat er wirklich schöne Wortbilder:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;It was raining now, a gray, sooty drizzle that was little more than fog with a slight weight problem.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn ich mit den frühen Scheibenwelt-Romanen nicht wirklich etwas anfangen kann, scheinen die späteren Romane wirklich Potential für mich zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Seemann, Mark. &lt;strong&gt;Code That Fits in Your Head: Heuristics for Software Engineering&lt;/strong&gt;. Addison-Wesley, 2021.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Autor dieses Buches hatte zu &lt;em&gt;Modern Software Engineering&lt;/em&gt; vor Farley (siehe weiter oben in der Liste) bei Goodreads eine Rezension geschrieben, die Bücher sprechen wohl eine ähnliche Zielgruppe an. Da ich vom gleichen Autor auch schon &lt;em&gt;Dependency Injection&lt;/em&gt;&lt;sup id="fnref:Dependency"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fn:Dependency"&gt;3&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; gelesen hatte, wollte ich dieses Buch auch noch lesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu &lt;em&gt;Modern Software Engineering&lt;/em&gt; gibt es in diesem Buch ein Projekt in C#, das komplett entwickelt wird. Es gibt also immer wieder große Blöcke mit Code. Das ist an sich ein gutes Konzept, allerdings hat es mich für den Moment nicht angesprochen. Vielmehr lese ich gerade gerne Bücher, in denen es eher allgemein um Softwareentwicklung geht. Ich brauche die konkreten Beispiele nicht mehr so sehr, von daher empfand ich das eher als störend.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Arthur, Amy. &lt;strong&gt;Pace Yourself: How to Have Energy in an Exhausting World&lt;/strong&gt;. Black and White Publishing Limited, 2024.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch hatte mich in einem englischsprachigen Buchladen in Utrecht angesprochen. Die Autorin beschreibt, wie man sich seine Energie einteilen kann, wenn man davon eher wenig hat. Sie selbst ist von Myalgische Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue Syndrom betroffen und schreibt aus dieser Perspektive, sie ist aber auch für Long Covid relevant oder wenn man einfach so zu wenig Kraft hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztlich beschreibt sie einige hilfreiche Aspekte. So soll man nicht nur zwischen physischer und psychischer Energie unterscheiden, sondern letztere noch in mentale und emotionale Energie aufteilen. Sie schlägt vor sich Aktivitäten aufzuschreiben, die Erholung für jeweils eine der Energieformen darstellen. Weiter empfiehlt sie ein »Pacing Diary«, in dem man zwei Wochen sein Energieniveau verfolgt. Vor allem soll man aber ein Grundniveau finden, bei dem man sich nicht verausgabt. Sobald es einem zu viel wird, kann man sich darauf zurückziehen. Somit verhindert man einen kompletten Zusammenbruch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich fand das Buch deutlich zu lang für das, was ich daraus mitnehmen konnte.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Okabayashi, Kensuke. &lt;strong&gt;Figure Drawing for Dummies&lt;/strong&gt;. For Dummies. Wiley, 2009.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit einigen Jahren zeichne ich, bei Portraits wollte ich noch mehr lernen. Dieses Buch gefällt mir sehr gut, der Autor leitet in diesem eher längeren Buch viel an und hat auch viele praktische Übungen. Meist zeigt er, wie es am Ende aussehen soll und worauf man achten muss, dann kommen viele kleine Schritte zum Nachmachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch das Buch habe ich mehr über Proportionen, Licht- und Schattensetzung, Haare, Falten, Form von Auge, Nase und Mund gelernt. Von meinen anfänglichen Portraitzeichnungen, bei denen die Augen in der Stirn waren und nichts so recht passen wollte, bin ich zu deutlich besseren Ergebnissen gekommen. Auch durch die vielen Tricks, die in dem Buch gezeigt werden, konnte ich Fotovorlagen deutlich besser umsetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Schlussteil hat er auch noch praktische Tipps zur Aufbewahrung von Zeichnungen, wie man sinnvoll katalogisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch hat mir wirklich Spaß gemacht und ich werde wohl immer wieder darauf zurückkommen, um nochmal eine Übung zu wiederholen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/staatsoberh%C3%A4upter.jpg"&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wells, Martha. &lt;strong&gt;All Systems Red&lt;/strong&gt;. The Murderbot Diaries 1. tor.com, 2017.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist der erste Teil der »Murderbot Diaries«. Das ist ein kurzer Science Fiction Roman, der aus sicht einer synthetischen Lebensform geschrieben ist, die einfache Wachdienste für eine Expedition der Menschen durchführen soll. Allerdings hat diese Einheit ein gewisses Eigenleben entwickelt und möchte vor allem die Serien aus dem Entertainmentsystem schauen. Es gibt einige Überraschungen, die zu einer Charakterentwicklung bei der Einheit führen. Das ganze ist ziemlich süß zu lesen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Pratchett, Terry. &lt;strong&gt;The Truth&lt;/strong&gt;. Disc World 25. Harper Collins, 2000.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem ich »Going Postal« gelesen hatte und mir die Themenreihe »Industrielle Revolution« gefallen hatte, wollte ich das erste der Reihe lesen. Bei »The Truth« hatte ich allerdings wieder das Phänomen, dass das Buch ganz nett zu lesen ist, mich aber nicht so richtig gepackt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Inzwischen kann ich einen Trend erkennen. Erst die späteren Bücher von Pratchett finde ich nett, davor ist ist für mich so neutral. Und die ganz frühen Bücher finde ich eher mühsam.&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
&lt;thead&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;th&gt;Titel&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Nummer&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Jahr&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;Eindruck&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/thead&gt;
&lt;tbody&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;The Color of Magic&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;1&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;1983&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Mühsam&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Guards! Guards!&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;8&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;1989&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Mühsam&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;The Truth&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;25&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;2000&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Gleichgültig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Monstrous Regiment&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;31&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;2003&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Ganz nett&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;tr&gt;
&lt;td&gt;Going Postal&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;33&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;2004&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;Spannend und witzig&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;
&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;Es scheint also so ab 2003 besser und ab 2004 richtig gut geworden zu sein. Ich werde mich dann auf die Bücher danach konzentrieren, als nächstes also "Making Money" (Nummer 36 von 2007).&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wagele, Elizabeth. &lt;strong&gt;The Happy Introvert: A Wild and Crazy Guide to Celebrating Your True Self&lt;/strong&gt;. Simon &amp;amp; Schuster, 2006.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autorin geht die in der westlichen Welt übliche Überzeugung, dass Extroversion gut und Introversion schlecht sei, an. Sie zeigt auf, wie introvertierte Menschen anders funktionieren. Nachdem sie beide Typen vorgestellt hat, wirbt sie dafür die jeweils andere Seite zu verstehen. Schließlich tragen wir alle beiden Seiten in uns, nur in unterschiedlichen Ausprägungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Kapitel dreht sich um die Psychoanalyse von Jung und wie er selbst seine introvertierte Seite entdeckt hat. Daraus konnte ich nur wenig mitnehmen. Etwas interessanter war für mich war eine Vorstellung des Myers-Briggs-Typenindikator, welcher die Achsen Introversion/Extroversion, Intuition/Sensorik, Denken/Fühlen, Wahrnehmung/Beurteilung. Diese 16 Kombinationen erklärt die Autorin zusammen mit Beispielsituationen. Sie gibt zu jedem der acht Attribute einige Fragen, mit denen man sich selbst einschätzen kann. Und interessanterweise kann ich mich teilweise mit beiden vermeintlich gegensätzlichen Attributen identifizieren. Mir war am Ende nicht klar, in welche der 16 Kategorien ich jetzt genau passen sollte. Irgendwie passen mehrere Kategorien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie bei vielen US-Amerikanischen Büchern war die Informationsdichte zu gering und gefühlt zu viel Füllstoff. Insgesamt war das Buch nur so okay und ist von mir eine nicht-Empfehlung.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Haig, Matt. &lt;strong&gt;Notes on a Nervous Planet&lt;/strong&gt;. Penguin, 2019.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Matt Haig geht sehr offen mit seiner Depression um, in &lt;em&gt;Reasons to Stay Alive&lt;/em&gt;&lt;sup id="fnref:Haig2015"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fn:Haig2015"&gt;4&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; hat er seine Geschichte erzählt. In diesem Buch hier beschreibt er die Strategien, die er für den Umfang mit Unsicherheit und Angst gefunden hat. Er beschreibt in seiner typisch warmen und eloquenten Art, wie die Welt ziemlich verrückt ist und es daher wenig überraschend ist, dass uns das mitnimmt. So schreibt er direkt am Anfang:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;The aim in this book isn’t to say that everything is a disaster and we’re all screwed, because we already have Twitter for that.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Und er beschreibt auch wunderschön, wie ihn seine Angst immer wieder packt und er sich hineinsteigern kann:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;I am a catastrophizer. I don’t simply worry. No. My worry has real ambition. My worry is limitless. My anxiety—even when I don’t have capital-A Anxiety—is big enough to go anywhere. I have always found it easy to think of the worst-case scenario and dwell on it.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Er beschreibt seine Reise im Jetzt glücklich zu sein mit dem, was er hat. Wir hätten schon genug Dinge um uns herum, uns macht der Überfluss unglücklich, nicht der Mangel. Ich würde seine Ansätze als Minimalismus, Stoizismus, &lt;em&gt;Mindfullness&lt;/em&gt; bezeichnen. So schreibt er beispielsweise:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;We often find ourselves wishing for more hours in the day, but that wouldn’t help anything. The problem, clearly, isn’t that we have a shortage of time. It’s more that we have an overload of everything else.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es ist ein sehr schön zu lesendes Buch, ein Buch zum wohlfühlen. Und mit dem &lt;em&gt;Comfort Book&lt;/em&gt;&lt;sup id="fnref:Haig2021"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fn:Haig2021"&gt;5&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; hat er etwas ähnliches mit etwas anderem Fokus erneut geschrieben. Beide Bücher haben mir wirklich gut gefallen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Tiner, Ron. &lt;strong&gt;Figure Drawing Without a Model: Anatomy, Movement and Character Expression from Memory and Imagination&lt;/strong&gt;. David &amp;amp; Charles, 2024.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Buch über Figurenzeichnen von Kensuke Okabayashi (Nummer 14 in dieser Liste) wollte ich noch weiter lernen. Insbesondere fehlt mir noch viel beim Zeichnen von Mimik. Ich hatte mir von diesem Buch erhofft, dass es das behandelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So richtig viel habe ich nicht mitgenommen. Letztlich vor allem der Ratschlag, dass man ganz viel üben soll. Man sollte sich ein günstiges Skizzenbuch kaufen, damit man nicht scheut, einfach mal diverse Dinge zu skizzieren. Der Autor wirbt dafür, dass man auch viel vom Modell abzeichnet, damit man nicht nur Stereotype zeichnet. Ansonsten würde aber wirklich nur Übung helfen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sinari, Satyajit. &lt;strong&gt;Step-by-Step Portraits from Simple Shapes: A Beginner’s Guide to Drawing Faces in Proportion&lt;/strong&gt;. David &amp;amp; Charles, 2024.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Buch hat mir die Loomis-Methode zum Konstruieren von Köpfen deutlich näher gebracht. Insbesondere zeigt der Autor in vielen Schritt-für-Schritt ausgeführten Beispielen, wie man den Kopf konstruiert, die Gesichtsmerkmale einzeichnet und dann schattiert. Durch die Grundlagenkapitel einerseits und die Mitmachbeispiele andererseits habe ich die gelernte Theorie direkt anwenden können. Und ich habe auch gemerkt, wie ich das auch auf eigene Bilder übertragen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/bobbie-draper.jpg"&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Sand, Ilse. &lt;strong&gt;On Being an Introvert or Highly Sensitive Person: A Guide to Boundaries, Joy, and Meaning&lt;/strong&gt;. Jessica Kingsley Publishers, 2018.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem ich das Buch von Elizabeth Wagele (Nummer 17 in dieser Liste) so enttäuschend fand, wollte ich noch ein anderes lesen. Dieses Buch ist von einer dänischen Psychotherapeutin geschrieben, enthält mehr relevanten Inhalt und ist dabei kompakter geschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie beschreibt die beiden Persönlichkeitsmerkmale Introversion und Hochsensibilität. Es gibt mehr introvertierte Menschen als hochsensible, viele aber nicht alle hochsensiblen sind auch introvertiert. Sie beschreibt typische Verhaltensweisen für die beiden Merkmale.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die westliche Welt ist geprägt von einer Kultur, in der Extroversion der Standard ist. Genauso ist Hochsensibilität eine Abweichung vom Durchschnitt. Entsprechend hat man es als eine introvertierte und hochsensible Person im Alltag immer wieder schwerer. Sie gibt Tipps, wie man damit umgehen kann. Zudem hat sie auch den Eindruck, dass diese Merkmale immer präsenter in der Gesellschaft werden und die Abweichung vom Durchschnitt immer weniger problematisch ist.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Nosrat, Samin. &lt;strong&gt;Salt, Fat, Acid, Heat: Mastering the Elements of Good Cooking&lt;/strong&gt;. 1st ed. With Wendy MacNaughton und Michael Pollan. Canongate Books, 2017.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich koche selten und wenn, dann auch nie etwas besonderes. Rezepte finde ich meist frustrierend, weil sie keine genauen Angaben enthalten und angenommen wird, dass man ein Gefühl für den Kochprozess hat. Den habe ich allerdings nicht. Und so mache ich dann irgendwas. Beim Abschmecken ist mir auch nicht klar, was man wann tun muss. Entsprechend habe ich meist keine Idee, was noch fehlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diverse Kochbücher hatte ich mir schon angeschaut, allerdings vermitteln die kein Grundgerüst an Koch-Chemie, mit der ich das Wissen organisieren könnte. Dieses Buch ist ein ganz anderes Kochbuch, es ist eher ein Buch über die Chemie des Kochens. Die Köchin und Autorin erklärt darin, wie Salz funktioniert, was es mit verschiedenen Lebensmitteln macht und wann es welche Wirkung entfaltet. Ähnliche Kapitel hat sie, dem Titel entsprechend, für Fett, Säure und Hitze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei Teigen erklärt sie zum Beispiel, wie Gluten (das Protein im Weizen) funktioniert. Knetet man Weizenmehl mit Wasser, so löst das das Gluten und es bilden sich immer längere Gluten-Stränge aus. Dadurch bekommt der Teig Struktur. Hat man entsprechend Wasser und Backtriebmittel, entsteht ein fluffiger und elastischer Teig. Das ist ideal für Brot. Möchte man allerdings Brownies machen, so versucht man die Gluten-Stränge zu verhindern. Dazu gibt man Öl in den Teig, das isoliert die Mehlpartikel und verhindert das Ausbilden des Gluten-Netzwerkes. Dadurch zerfallen Brownies, Brot aber nicht. Streuselteig hingegen soll kleine kompakte Flocken bilden, die untereinander aber keinen Halt haben. Das erreicht man mit Stücken kalter Butter im Teig. So kann sich ein Gluten-Netzwerk ausbilden, die Butterstücke bilden aber Sollbruchstellen. Beim Backen verdampt das Wasser in der Butter und sprengt den Teig an den Stellen. Als Ergebnis hat man dann kompakte Streusel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ganze erklärt, warum man nicht einfach Öl, Margarine und Butter beliebig mischen darf. Auch ist es für Lebkuchen wichtig, dass man die Butter vorher schmilzt, damit sie das Gluten-Netzwerk verhindern kann. Brot hingegen möchte man lange kneten, damit das Netzwerk besonders stark wird. Das steht zwar als Arbeitsanweisungen in Rezepten drin, aber eben nicht, warum man das tun soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wahrscheinlich werde ich auch in Zukunft nicht mehr kochen, aber die Theorie zu lernen hat mir trotzdem Spaß gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Langlands, Alexander. &lt;strong&gt;Cræft: How Traditional Crafts Are About More Than Just Making&lt;/strong&gt;. Faber &amp;amp; Faber, 2018.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Archäologe beschreibt, wie er aus Frust über seinen wartungsintensiven benzingetriebenen Rasenkantentrimmer eine Sense zum Rasenmähen genutzt hatte. Ein Nachbar hat ihn dabei gesehen und ihm den richtigen Umgang gezeigt. Und am Ende hat er ähnlich lange für den Rasenschnitt gebraucht, sich dabei aber gut bewegt und viel besser gefühlt. Das war wohl sein Einstieg in »cræft«, einem altenglischen Konzept, das Handwerkskunst, Fähigkeit und auch eine gewisse Lebenseinstellung vereint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Kapiteln erzählt er seine Erfahrungen und Recherchen zum Heumachen, Schafe halten, Überleben in Island und Bienen halten. In allen Kapiteln geht es um das Selbstmachen, die Handwerkskunst von früher wieder aufleben lassen. Das hat auch etwas inspirierendes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach sechs Kapiteln hatte ich allerdings genug. Irgendwie wiederholte es sich dann vom Konzept her immer wieder. Die philosophischen Dinge scheinen mir grob ähnlich zu sein. Und dann hatte ich da etwas mitnehmen können, die Details bei den weiteren Tätigkeiten hatten mich nicht mehr so interessiert.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Wells, Martha. &lt;strong&gt;Artificial Condition&lt;/strong&gt;. The Murderbot Diaries 2. Macmillan USA, 2018.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem ich den ersten Teil der &lt;em&gt;Murderbot&lt;/em&gt; Reihe ganz nett fand, habe ich den zweiten Teil auch gelesen. Wir lernen einen neuen Charakter kennen, ART. Dieser ist, ähnlich wie Murderbot, unkonventionell und dadurch etwas interessant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wie auch beim ersten Teil fand ich das Buch zwar interessant und die Charaktere auf ihre sozial tolpatschige Art knuffig. Die Geschichte und Handlung, in der sich die Charaktere bewegen, packt mich nicht so ganz. Es wirkt auf mich etwas beliebig, eine andere Handlung hätte auch keinen nennenswerten Unterschied gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Konzept eines humanoid gestalteten Sicherheitsroboters, der sich unter Menschen unwohl fühlt und gerne Serien schaut, hat etwas. Aber für mich ist das dann auch schnell erschöpft gewesen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Lanier, Jaron. &lt;strong&gt;Who Owns the Future?&lt;/strong&gt; Simon and Schuster, 2013.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von Lanier hatte ich schon ein Buch über die Disfunktionalität von sozialen Medien gelesen, er schlägt vor seine Accounts zu löschen, bis deren Geschäftsmodell besser wird. Ich habe entsprechend auch hier etwas erwartet, das gegen diese Art von digitalem Feudalismus geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Kern beschreibt er, wie eine Mittelschicht nur entstehen kann, wenn es das »Winner Takes All« Prinzip eingedämmt wird. Beispiele sind Gewerkschaften, Tarifverträge, Lizenzeinnahmen für eigene Werke. Durch moderne Plattform-Konzerne, die Wissen anhäufen, wird Macht und Geld zentralisiert. Nutzer tragen kostenlos Arbeit bei, Geld bekommt aber nur der Betreiber.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwar bekommen alle kostenlos Restaurantrezensionen über Google Maps, jedoch gibt es den Job des Restaurantkritikers als Vertreter der Mittelschicht dann nicht mehr. Geld verdient nur noch Google, die sich von Firmen für die hervorgehobene Präsenz bezahlen lassen. Auch bekommen Leute kein Geld, deren Daten für Zuschnitt von personalisierter Werbung genutzt werden. Hier nimmt Google die Nutzerdaten und macht sie zu Geld.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Autor schlägt letztlich vor, alle Daten mit einem Preis zu versehen. So würde man für Informationen bezahlen, alle beitragenden Personen bekämen eine winzige Auszahlung. Zeigt Google Werbung, müssten sie allen Beitragenden etwas Geld für ihre Daten auszahlen. Wird ein KI-Modell genutzt, bekämen alle Autor:innen der Trainingsdaten eine winzige Auszahlung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich finde die Beobachtung, dass die Plattformen letztlich die Mittelschicht unter Druck setzen, durchaus einleuchtend. Viele der Beispiele, der er 2013 geschrieben hat, sind nur noch größer geworden. Es ist ein gewissermaßen deprimierendes Buch. Leider ist es mit 420 Seiten sehr lang, im Lektorat hätte man es auf ein Drittel kürzen sollen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Chiang, Ted. &lt;strong&gt;Exhalation: Stories&lt;/strong&gt;. 2019.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Kurzgeschichtenband mit unterschiedlich langen Erzählungen aus dem Bereich Science Fiction. In der ersten Geschichte, »The Merchant and the Alchemist’s Gate« geht es um ein Portal zum Zeitreisen. Derartige Geschichten sind immer schwer zu entwickeln, ohne dass die Kausalität leidet oder trivial wirkt. In dieser Geschichte ist es schon spannend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der zweiten Geschichte, »Exhalation«, geht es letztlich um den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und den Hitzetod des Universums in Billionen von Jahren. Das ganze aber dargestellt in einer viel kleineren Welt. Es dient auch als Metapher für den Klimawandel, ohne dass das so benannt worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geschichten sind wirklich toll, die Welten auch wirklich faszinierend. Einzig weil es Kurzgeschichten sind, wird man in die Welt geworfen und muss diese auch schnell aufnehmen. Gerade in den spannenden Welten hätte ich mir manchmal mehr gewünscht. Bei der dritten Geschichte bin ich nicht so wirklich reingekommen und habe dann auch die Lust verloren, mich auf immer neue Welten einzulassen, die mich dann nur einige zehn Seiten begleiten würden.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Haig, Matt. &lt;strong&gt;The Radleys&lt;/strong&gt;. Free Press, 2010.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Buch handelt von einer Vampirfamilie, die versucht ein ganz normales Vorstadtleben zu leben. Allerdings ist das erstaunlich herausfordernd für die Familie. Es kommt zu immer mehr Wendungen und Enthüllungen, die weitere Konsequenzen mit sich ziehen. Es sind erstaunlich viele Leute miteinander verstrickt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Plot ist durchgängig spannend und abwechslungsreich. Auf den letzten zwanzig Seiten passierten auch noch Dinge, die ich nicht kommen sah. Das Ende wirkt auf mich wirklich befriedigend, das ist in letzter Zeit selten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sprachlich finde ich das Buch sehr erfreulich zu lesen, Matt Haig hat einen sehr schönen Schreibstil mit vielen schönen Bildern. Zum Beispiel diese Stelle direkt am Anfang:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;In the morning, shortly after waking, Helen sits up and sips her water. She unscrews the jar of ibuprofen tablets and places one on her tongue, as delicately as a communion wafer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;She swallows, and right at that moment as the pill washes down her throat, her husband—only a few steps away in the bathroom—feels a sudden tweak of pain.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;He has cut himself shaving.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Da musste ich herzlich schmunzeln. Und von dieser Art gibt es noch viel mehr Stellen im Buch.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Gloger, Katja, und Georg Mascolo. &lt;strong&gt;Das Versagen: Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik&lt;/strong&gt;. Ullstein, 2025.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Buch erzählen zwei Journalist:innen von der deutschen Russlandpolitik der letzten Jahrzehnte. Einiges davon kannte ich schon aus &lt;em&gt;Schockwellen&lt;/em&gt;&lt;sup id="fnref2:Schockwellen"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fn:Schockwellen"&gt;2&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, in diesem Buch kommen aber noch diverse weitere Ebenen jenseits der Energiepolitik zu Tage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich fand es wirklich erschütternd, wie naiv die Politik mit Putin umgegangen ist. Der KGB-Agent hat es wohl mit seiner Rede im Bundestag geschafft, die Hoffnung auf “einen anderen Putin” zu wecken und über Jahrzehnte aufrecht zu halten. Rückblickend ist es natürlich einfach zu sagen, dass man damals falsch entschieden und gehandelt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann jetzt nur hoffen, dass es in Zukunft besser gehandhabt wird und die Bedrohung Europas durch Putins Russland ernster genommen wird.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Corey, James S. A. &lt;strong&gt;Caliban’s War&lt;/strong&gt;. The Expanse 2. Orbit, 2012.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch ist das beste Buch, das ich seit längerem gelesen habe. Der erste Teil fühlte sich an wie ein Drehbuch, dieser Teil ist wirklich grandios. Das Buch mit über 500 Seiten Seiten eher dicker, aber ich habe gut 120 Seiten am Tag gelesen. Auch bin ich derart in die Welt abgetaucht, dass ich ganz verwundert war, nicht auf einem Raumschiff sondern in meinem Haus zu sein. Ich war auch etwas irritiert, dass die Charaktere nicht hier herumliefen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Band kamen meine Lieblingscharaktere vor: Bobbie Draper und Chrisjen Avasarala. Bobbie ist eine Marine-Soldatin aus der Mars Navy. Sie verkörpert Stärke, Integrität, Disziplin. Avasarala hingegen ist die dritthöchste Politikerin der Erde und nutzt Informationen und Konversationen, um in der Welt der hohen Politik Intrigen zu spinnen oder sich gegen welche zu wehren. Die Dynamik mit den anderen Charakteren ist wunderbar vielschichtig. Amos nutzt seine immense Stärke und Brutalität immer moralisch, Naomi bildet das Gewissen der Crew. Und Holden ist zerrissen zwischen Gewalt, Hass, Angst und Wärme. Seine Charakterentwicklung ist ebenfalls spannend zu lesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie im ersten Buch auch gibt es wieder mehrere parallele Handlungsstränge, die bei ungefähr der Hälfte zusammenkommen. Die Geschichte zieht sich nie, es ist immer spannend. Es gab auch keine Sektionen, die sich wie Füller angefühlt haben. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;Corey, James S. A. &lt;strong&gt;Abaddon’s Gate&lt;/strong&gt;. The Expanse 3. Orbit, 2013.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der nächste Teil der Reihe. Hier ging es um die Ereignisse in der &lt;em&gt;Slow Zone&lt;/em&gt;. Erzählt wurde hier von Anna, Bull, Holden und Melba.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn ich die Ereignisse in der Slow Zone in der Serie etwas mühsam fand, war die Erzählung hier trotzdem spannend und hatte eigentlich keine langweiligen Abschnitte. An einem Kapitelende war klar, was als nächstes passieren würde. Ich hatte keine Lust, das im nächsten Kapitel alles lesen zu müssen. Und zu meiner Freude begann das Kapitel mit »We lost.« Und damit war dann alles schon vorweggenommen und es wurden nur noch einige Höhepunkte erzählt. Das hat mir echt gut gefallen.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;div class="footnote"&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id="fn:Autokratie"&gt;
&lt;p&gt;Diehl, Katja. 2024. &lt;em&gt;Raus aus der AUTOkratie: Rein in die Mobilität von morgen!&lt;/em&gt; Fischer E-Books. &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fnref:Autokratie" title="Jump back to footnote 1 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id="fn:Schockwellen"&gt;
&lt;p&gt;Kemfert, Claudia. &lt;em&gt;Schockwellen: Letzte Chance für sichere Energien und Frieden&lt;/em&gt;. Campus, 2023. &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fnref:Schockwellen" title="Jump back to footnote 2 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fnref2:Schockwellen" title="Jump back to footnote 2 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id="fn:Dependency"&gt;
&lt;p&gt;Deursen, Steven van, und Mark Seemann. 2019. &lt;em&gt;Dependency Injection: Principles, Practices, and Patterns&lt;/em&gt;. Manning. &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fnref:Dependency" title="Jump back to footnote 3 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id="fn:Haig2015"&gt;
&lt;p&gt;Haig, Matt. 2015. Reasons to Stay Alive. Canongate Books. &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fnref:Haig2015" title="Jump back to footnote 4 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id="fn:Haig2021"&gt;
&lt;p&gt;Haig, Matt. 2021. The Comfort Book. Penguin Life. &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/#fnref:Haig2021" title="Jump back to footnote 5 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;</description><category>Leseliste</category><category>Lesen</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/gelesene-bucher-2025/</guid><pubDate>Sat, 03 Jan 2026 23:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Fehlberatung bei XXXLutz mit akzeptablen Ende</title><link>https://martin-ueding.de/posts/fehlberatung-bei-xxxlutz-mit-akzeptablen-ende/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Ich wollte mir einen großen Wunsch erfüllen. Zwischendurch gab es viel Frust, den falschen Sessel, am Ende habe ich aber den richtigen Sessel bekommen. Es bleibt aber ein schales Gefühl.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Ich bin nicht so der Typ für Luxus. Mir reicht die Schokolade vom Discounter, ein normales aber vernünftiges Fahrrad. Unser Auto ist ein vierzehn Jahre alter Kleinstwagen, den wir gebraucht gekauft haben. Bei manchen Dingen, wie meinem Laptop, schätze ich gewisse Qualitätsmerkmale. So wollte ich ein ordentliches ThinkPad, habe aber ein zwei Jahre altes Modell gebraucht für die Hälfte gekauft. Soweit das Muster.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bisher saß ich auf einem Lesesessel von IKEA, einem &lt;em&gt;Pello&lt;/em&gt; für ungefähr 70 EUR. Der ist schon okay. Allerdings hat der auch ein paar Dinge, die mich nicht so ganz glücklich machen. So ist der für meine Körpergröße einfach nicht hoch genug. Meine Schultern liegen etwas über dem Knick in der Rückenlehne. Wenn ich gestaucht sitze, passt das, aber das ist einfach nicht gemütlich. Wenn ich die Wirbelsäule lang mache, ist es an den Schultern unangenehm. Zum Pello gibt es kein Fußteil, daher kann ich die Füße nicht hochlegen. Die Armlehnen sind nicht gepolstert, was auf Dauer auch nicht perfekt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht so, als könnte man auf dem Pello nicht sitzen. Aber ich habe schon seit längerem den Wunsch nach einem richtigen Lesesessel mit Fußteil. Und so habe ich immer wieder einmal geschaut. Bei IKEA gibt es den &lt;em&gt;Poäng&lt;/em&gt; mit Fußteil. Als ich mich dort reingesetzt hatte, spürte ich aber schnell die Streben des Unterbaus. Der ist nichts für mich. Die anderen Sessel bei IKEA konnten mich auch einfach nicht überzeugen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine zeitlang hatte ich den &lt;em&gt;Eames Lounge Chair&lt;/em&gt; im Blick. Vom Design eher so Fünfziger oder Sechziger, aber hat irgendwie was. Der ist dick gepolstert mit Lederbezug, das wirkt sehr bequem. So etwas wünsche ich mir. Allerdings wird der in Lizenz nur von Vitra in der Schweiz hergestellt, kostet fast 10.000 EUR. So groß war der Wunsch dann auch wieder nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In verschiedenen Möbelhäusern habe ich online geschaut, die hatten dann auch andere gemütlich aussehende Lesesessel mit Fußhocker. Die waren noch um 1.000 EUR, was erstmal deutlich bezahlbarer wirkt. Jedoch haben die meisten dann Kunstleder, was man besser Plastikfolie nennen sollte. Das ist echt nicht mein Fall. Am liebsten echtes Leder oder ehrlichen Stoffbezug.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit ich einmal probesitzen kann, bin ich in ein Möbelhaus gefahren. Früher war ich meist bei Porta, diesmal bin ich zu XXXLutz gefahren, weil es einfach näher dran ist. Das sind halt alles große Ketten, wirkt für mich austauschbar. Die haben auch alle ähnliche Produkte, was soll's. Und inzwischen hat XXXLutz auch Porta aufgekauft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor Ort habe ich mir die günstigen Kopien des Eames Lounge Chair angeschaut. Und die waren für mich einfach zu klein. Meine Schulterblätter schauen über die Rückenlehne, die Kopfstütze stützt nur meinen Nacken. Das passt offensichtlich nicht. Die meisten anderen Sessel hatten das gleiche Problem.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als ich in der &lt;em&gt;Stressless&lt;/em&gt;-Abteilung saß, sprach mich dann ein Verkäufer an. Ich saß wohl in einem Sessel der Größe S, der könnte für mich nicht passen. Bei Stressless gäbe es verschiedene Größen, die sich ausschließlich in der Höhe des Rückens unterscheiden. Und bei meiner Größe bräuchte ich die großen Modelle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ungefragt hielt er einen Vortrag zu Stressless. Er erzählte mir, dass die Preise, die auf den Schildern stehen, auch die finalen Preise seien. Wie einige andere Marken auch würde Stressless da keine Rabatte geben und die Preise seien in allen Möbelhäusern gleich. Sie dürften auch keine Aktionen mit den Dingern machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er zeigte mir die verschiedenen Modelle und wir fanden eins, das mir optisch gut gefällt und es wohl auch in meiner Größe gibt. Da standen drei nebeneinander. Er erklärte mir, dass das eine die kleine Größe sei und mir nicht passen würde. Das in der Mitte sei die große Größe, die könnte mir passen. Daneben stände noch die extrabreite Version, die ich aber nicht bräuchte. Ich nahm Platz in der »großen Größe« und bin fast direkt eingeschlafen. Der Sessel ist um Größenordnungen gemütlicher als alles, was ich bisher probiert hatte. Vor allem hat der eine Kippmechanik drin wie ein Bürostuhl, sodass man sich damit nur durch Verlagerung von Körpergewicht nach hinten lehnen kann. Das hat mich einfach direkt überzeugt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Probe nahm ich noch auf dem kleineren und dem breiteren Sessel Platz. Der kleine ist zu klein, der breite zu breit. Wunderbar, dann hatte ich meine Größe gefunden. Die, wie der Verkäufer mir ja erklärt hatte, die »große Größe« sei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben dann noch über Standfuß gesprochen, da gibt es nämlich vier Varianten. Angeblich gab es das Modell &lt;em&gt;View&lt;/em&gt; nur mit zwei der Gestellen, die ich beide nicht so toll fand. Aber okay, habe ich mich dann für das entschieden, mit dem ich besser leben könnte. Als nächstes über das Leder. Da gibt es vier verschiedene Varianten, die hatten auch Muster da. Ich habe die verschiedenen Lederarten gefühlt und auch da meinen Favoriten gefunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bezüglich der Preise hatte er Rücksprache mit seiner Chefin gehalten. Er kam dann wieder und hat mir erklärt, dass die Lederarten &lt;em&gt;Batick&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Paloma&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Noblesse&lt;/em&gt; gleich viel kosten, für &lt;em&gt;Cory&lt;/em&gt; müsste man einen Aufpreis zahlen. Gut, ich wollte eh das Paloma, von daher passte das ziemlich gut. Sie hätten auch mit dem Vertreter von Stressless telefoniert, sie hätten sogar noch ein Angebot. Wenn ich noch am gleichen Tag bestellen würde, dann könnten sie mit 10 % geben. Das ist bei den Preisen durchaus nicht zu verachten. Wie war das noch mit den endgültigen Preisen auf den Schildern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Verkäufer musste dann aufgrund eines privaten Notfalls kurzfristig gehen. Er hätte aber seiner Chefin alles erklärt, ich könnte dann einfach bei ihr bestellen gehen, sobald ich mich für Farben und Ledersorte entschieden habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe mir noch weiter Gedanken gemacht und bin dann zur Bestellung gegangen. Dort hatte ich gesagt, dass ich jenes Gestell nehmen wollte, weil es das &lt;em&gt;Cross&lt;/em&gt; ja nicht gäbe. Die Abteilungsleiterin meinte, dass man das natürlich beliebig kombinieren könnte. Die Preise, die mir der Verkäufer genannt hatte, stimmten leider auch nicht. So war der Grundpreis schon teurer, die Größe L kostet zusätzlich. Zudem war der Preis nur für das &lt;em&gt;Batick&lt;/em&gt;-Leder. Es gibt einen Aufpreis für &lt;em&gt;Paloma&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Cory&lt;/em&gt;. Das &lt;em&gt;Noblesse&lt;/em&gt; kostet nochmal mehr. Die Preisstruktur war also ganz anders.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das war der Punkt, an dem ich den Verkäufer als verwirrt abgeschrieben hatte. Er war wohl irgendwie im (privaten) Stress und hat daher vielleicht irgendwas durcheinander gebracht. Somit habe ich mich dann an das gehalten, was die Abteilungsleiterin mir bei der Bestellungsaufnahme gesagt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht hinterfragt hatte ich allerdings, dass dort nur die Größen S, M und L angezeigt worden sind. Ich hatte einfach angenommen, dass die breite Variante nochmal gesondert gemacht wird. Schließlich sagte der Verkäufer ja, dass bei Stressless die Größen sich nur in der Lehnenhöhe unterscheiden würden. Sie sagte mir, dass es keine breite Größe gibt. Da hätte ich schalten müssen, habe ich aber nicht. Sie hätte natürlich auch nochmal mit mir zu den Sesseln gehen und schauen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind alles andere durchgegangen und ich habe sorgfältig überprüft, dass die Bestellung dem entspricht, was ich haben möchte. Es geht ja schließlich schon um viel Geld und einen großen Wunsch. Das hat aber alles geklappt und ich habe den Sessel in Größe L mit dem richtigen Leder und Gestell auf dem Zettel gehabt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An der Kasse habe ich noch die Hälfte angezahlt, damit war der Auftrag dann aktiviert.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="lieferung"&gt;Lieferung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Lieferung war eigentlich für Anfang März geplant, jedoch bekam ich dann Mitte Februar kurzfristig eine E-Mail mit einem Termin genannt. An jenem Tag würden die Monteure zwischen 8 und 18 Uhr kommen. Immerhin bekam ich zwei Tage vorher noch ein Zeitfenster zwischen 10 und 13 Uhr genannt, das hat es einfacher gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Liefertag riefen mich die Monteure um 9:15 Uhr an und sagten, dass sie in fünf Minuten vor Ort wären. Ich war allerdings noch nicht vor Ort, weil wir noch nicht im neuen Haus eingezogen waren. Von daher musste ich erst noch hinfahren. Sie haben dann Touren getauscht und kamen um 10:15 Uhr. Das war deutlich praktischer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie haben den Sessel aufgebaut, das wirkte auch alles wunderbar. Mir kam der Sessel allerdings erstaunlich breit vor. Ich setzte mich rein, so ganz sicher war ich mir nicht. Aber ich wollte die Monteure auch nicht aufhalten, die hätten ja eh nichts machen können.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="die-falsche-groe"&gt;Die falsche Größe&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;So langsam dämmerte mir aber, dass die Größe nicht stimmte. Ich setzte mich rein und kam mit den Ellenbogen nicht zu den Armlehnen. Ich verstand, dass ich womöglich das breite Modell bekommen habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe meinen Sessel ausgemessen und bin dann verärgert in den Laden gefahren. Dort habe ich die drei Sessel, die ich als S, L und L breit verstanden hatte, ausgemessen. Und der, den ich geliefert bekam, ist Größe L. Der, auf dem ich im Geschäft so gut saß, ist Größe M. Auf dem Etiketten steht in dem ganzen kryptischen Kauderwelsch aber auch die Größen S, M und L.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit war klar: Ich habe den falschen Sessel. Und ich habe keinen echten Hebel. Auf der Bestellung steht Größe L, das wurde geliefert. Dass ich das falsche bestellt habe, weil mir der Verkäufer etwas falsches erzählt hat oder ich ihn falsch verstanden habe, ist nicht nachweisbar.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="gesprache-mit-xxxlutz"&gt;Gespräche mit XXXLutz&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Verkäufer war an dem Tag nicht da, die Abteilungsleiterin schon. Ich habe mich ziemlich wütend bei ihr an den Tisch gesetzt und ihr mein Problem geschildert. Sie konnte sich noch an die Bestellung erinnern, weil ich damals so präzise alles mit ihr durchgegangen bin. Spannend fand sie, dass wir zwar alles im Detail besprochen haben, aber nicht die Größe. Und wir genau da jetzt das Problem haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie konnte nicht nachvollziehen, was mir der Verkäufer da erzählt hätte. Der würde seit 17 Jahren diese Sessel verkaufen, der müsste das alles wissen. Sie kann sich nicht erklären, wie da ein Fehler zustande gekommen sei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sie noch mit dem Verkäufer darüber sprechen wollte und wir da zu dritt drüber sprechen sollten, haben wir einen weiteren Termin ausgemacht.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="zweiter-termin"&gt;Zweiter Termin&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ich kam zum zweiten Termin und hatte mir wenig Hoffnung gemacht, dass das noch etwas werden würde. Vor Ort sagte mir die Abteilungsleiterin dann aber, dass der Verkäufer kurzfristig krank sei. Ich war ziemlich genervt, weil ich dann umsonst gekommen war. Ich wollte wissen, warum sie nicht angerufen hätte. Erstaunlicherweise sagte sie mir, dass das nicht zu meinem Schaden sein soll und sie den Sessel neu bestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da war ich dann positiv überrascht. Sie bat mich noch kurz zu warten, ich habe mich nochmal zu den Sesseln gesetzt und noch einmal geprüft, dass die Größe M die richtige ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Danach haben wir die Bestellung neu aufgegeben. Sie nimmt den zu großen Sessel in Zahlung und wollte mir sogar den Differenzbetrag geben, wenn auch als Einkaufsgutschein. Damit war ich durchaus einverstanden. Den Gutschein sollte ich am Ende bekommen, wenn die Sessel getauscht sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe mich sehr gefreut und den Sessel danach auch nicht mehr genutzt. Er war ja eh zu groß. Und die sollen den auch im möglichst unbenutzten Zustand bekommen, wenn sie den weiterverkaufen. So fair wollte ich dann auch sein.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="neuer-sessel"&gt;Neuer Sessel&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Monteure für den neuen Sessel kamen wieder zu einem anderen Zeitfenster, aber diesmal habe ich damit gerechnet. Ich bekam zuerst einen Termin für den frühen Nachmittag genannt. In der Bestätigung war dann der späte Vormittag drin. War mir auch egal, ich wohne jetzt ja an der Adresse und habe einfach dann Pause gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der neue Sessel ist jetzt auch die richtige Größe und bereitet mir sehr viel Freude. Ich kann darauf gemütlich sitzen und lese und zeichne gerne dort. Es ist wirklich mein Lieblingsplatz geworden, wie es in der Werbung so schön heißt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der Montage haben die Monteure allerdings einen Bilderrahmen heruntergerissen, der hat nun eine Delle. Sie wollten mir einen 15 EUR Gutschein für XXXLutz geben als Entschädigung. Da der Bilderrahmen allerdings von IKEA ist, hilft mir das wenig. Sie boten mir 25 EUR Gutschein an. Ich wollte 5 EUR echtes Geld haben. Sie haben etwas verlegen geschaut. Ich habe die Unterschrift verweigert. Sie versuchten mir irgendwie zu erzählen, dass die Lieferung ja über XXXLutz ist, sie aber eine Drittfirma sind. Das war mir egal, wie die das lösen. Der eine Monteur hat mir dann 5 EUR in bar gegeben. Das war im Prozess wohl echt nicht vorgesehen. Naja, ist für mich gelöst.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="gutschein"&gt;Gutschein&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Von XXXLutz habe ich allerdings dann auch vier Wochen nach Lieferung keinen Gutschein bekommen. Ich hatte eigentlich schon geplant, welche Möbel ich da noch holen wollte. Wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn das einfach so geklappt hätte. Ich habe bei der Abteilungsleiterin per E-Mail nachgefragt. Die Kontaktdaten standen ja auf jeder Rechnung drauf. In den Unterlagen, die ich habe, steht allerdings nichts von dem Gutschein drin. Also auch hier wieder kein Hebel. Dabei hatte ich eigentlich gesehen, wie sie etwas von Gutschein aufgeschrieben hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Antwort bekam ich von der Abteilungsleiterin nicht. Ich habe dann später nochmal eine E-Mail geschrieben. Von jemand anderem, wahrscheinlich der Vertretung, bekam ich dann eine Antwort. Ich würde den Gutschein bekommen, das könnte nur dauern. Auf meine Nachfrage, wie lange das denn so dauern würde, kam dann nichts mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe dann über das Kontaktformular auf der Webseite nachgefragt. So besteht immerhin die Chance, dass das jemand anderes noch sieht. Wirklich Hoffnung darauf, dass ich den Gutschein noch bekomme, habe ich allerdings nicht mehr. In den Angeboten/Rechnungen stehen zwar unterschiedliche Beträge drin, aber ob das reichen würde?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu meiner positiven Überraschung wurde ich dann angerufen. Mein Gutschein sei längst ausgestellt. Der läge allerdings beim Kundenservice in der Filiale, weil der zu wertvoll für den Postversand sei. Ich müsse in die Filiale kommen und den abholen. Auf meine Frage, warum mir das niemand mitgeteilt hatte, bekam ich keine richtige Antwort. Das scheint also irgendwie ein Prozessproblem bei denen zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin dann bei nächster Gelegenheit einmal zur Filiale geradelt und konnte dort den Gutschein entgegennehmen. Dieser hat eine Gültigkeit von drei Jahren nach Ausstellung, somit werde ich dann in Ruhe noch ein paar Kleinigkeiten besorgen können.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fazit"&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das war jetzt schon deutlich mehr Hin-und-Her, als ich mir das vorgestellt habe. Aber am Ende habe ich genau den Sessel, den ich haben wollte. Der Preis ist auch günstiger als das, was beim Hersteller auf der Webseite steht. Ob das jetzt ein guter Preis gewesen ist, weiß ich natürlich nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In meinem Fall wurde das ganze jetzt kulant abgewickelt, obwohl es wahrscheinlich gar keinen Rechtsanspruch gegeben hätte. Dass es überhaupt zu diesem Fehler kam, ist schon ärgerlich. Aber jetzt am Ende sind alle Probleme behoben. Ob sie das in einem anderen Fall wieder so machen, weiß ich natürlich nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine Meinung über die Firma hat sich über die letzten 10 Monate mehrfach deutlich gedreht. Zuerst war ich neutral, dann positiv, dann sehr negativ, dann wieder neutraler. Inzwischen bin ich doch eher wieder positiv.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss halt genau darauf achten, was man bestellt. Aber wenn man ehrlich ist, sollte man das eh immer. Und man sollte sich immer bewusst sein, dass die vermeintlichen Berater Verkäufer sind und ihre Aussagen entsprechend kritisch betrachten. Aber das sollte man überall und das hat nichts mehr mit dieser Firma im speziellen zu tun.&lt;/p&gt;</description><category>XXXLutz</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/fehlberatung-bei-xxxlutz-mit-akzeptablen-ende/</guid><pubDate>Thu, 18 Sep 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Spedition wälzt Klimaverantwortung auf Kunden ab</title><link>https://martin-ueding.de/posts/spedition-walzt-klimaverantwortung-auf-kunden-ab/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Das Konzept von optionalen CO₂-Ausgleichsmaßnahmen hat für mich einen reinen Ablasshandel. Zudem nimmt es auch den Druck für Veränderungen. Ein Beispiel, das ich jetzt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Ich habe eine neue Waschmaschine bestellt, die mit einer Spedition geliefert wird. Das ist an sich jetzt nichts besonderes, die wird am Ende in einem kleinen LKW ausgeliefert werden. Und diese LKWs sind in der Regeln noch mit Verbrennungsmotoren ausgestattet. Die Produktion und Lieferung der Maschine erzeugt somit klimaschädliche Abgase.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wirklich nachhaltige Variante wäre gewesen, die Waschmaschine zu reparieren. Allerdings ist sie 7 Jahre alt, Gewährleistung und Herstellergarantie längst abgelaufen. Das Fehlerbild ist unklar, die einzelnen Funktionen laufen, aber das Programm läuft trotzdem nicht durch. Bei der Spülmaschine hatten wir mal einen Techniker angefragt. Ja, 80 EUR kostet die angefangene Stunde, dazu noch Anfahrt. Oh, und der Techniker hat nur wenige Ersatzteile auf dem Auto, wahrscheinlich muss der zweimal kommen. Da ich selbst schon mehrere Stunden an der Waschmaschine herumprobiert hatte, wird ein Techniker da womöglich auch länger brauchen. Und ob sie am Ende wieder läuft und wie lange, ist dann auch nicht klar. Die Kosten sind nicht kalkulierbar. Also halt eine neue Waschmaschine bestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Spedition meldete sich dann aber auch noch hiermit:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Emissionen kompensieren!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist überraschend, wie viel klimawirksame CO2-​Emissionen beim Fliegen, Autofahren, Wohnen, Arbeiten oder Feiern entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch eine Möbellieferung verursacht einen CO2-Ausstoß. Mit einer Spende in Höhe von ca. 6€ können Sie Ihre Lieferung ausgleichen und so einen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz leisten. &lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Oh, es ist überraschend? Ich bin mir schmerzlich bewusst, wie viel Klimagase so erzeugt werden. Unsere Gasheizung erzeugt so 2,4 t/a an CO₂. Mit dem Strommix sind es so 0,9 t/a noch für den Strom. Mit dem Auto erzeugen wir 0,5 t/a. Und nochmal 0,5 t/a für die Flüge der letzten Jahre. Das ist schon zu viel für den Planeten. Dazu noch eine große Dunkelziffer durch alle Waren, die ich gekauft habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Allerdings können wir da wirklich konkret etwas tun. Die Gasheizung wird perspektivisch durch eine Wärmepumpe ersetzt, dann ist der Posten raus. Strom soll mit PV-Anlage und Hausakku auch hauptsächlich selbst erzeugt werden. Damit ist dann der Großteil der kontrollierbaren Emissionen weg. Das bringt wirklich etwas.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier ist die Abwägung auch klar: Ich gebe viel Geld für Haustechnik aus, komme damit aber vom CO₂ weg. Neben moralischer Motivation sind aber auch die Kosten ganz klar. Die CO₂-Steuer wird nur höher, der Erdgaspreis wird nur steigen. Und die Netzentgelte werden auch immer höher, je mehr Leute ihren Gasanschluss stilllegen lassen. Ich will da zeitnah raus. Es ist aber immer mein Geld: Ich muss mein Geld ausgeben, entweder für Haustechnik oder für die Betriebskosten. Ich kann ausrechnen, ob sich das für mich amortisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei der Spedition ist es dann allerdings anders. Ich als Kunde zahle für den Ablassbrief, die Spedition hat dann keine Kosten. Sie können ihre Diesel-LKWs weiter nutzen und müssen nicht in Elektro-LKWs investieren. Ich soll also Geld dafür ausgeben, dass sie Geld sparen. Das sehe ich einfach nicht ein. Sie könnten ja freiwillig Elektro-LKWs kaufen, so wie diverse Paketzustellungsfirmen es teilweise machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das wird der Markt regeln lassen. Elektro-LKWs müssen über ihren Lebenszyklus günstiger sein als Diesel-LKWs. Ob das durch günstigere Elektro-Produkte passiert oder über staatliche Verteuerung der Diesel-Produkte, ist für die Umstellung an sich zweitranging. Aber so lange es noch immer günstiger ist, Zeug zu verbrennen, wird es halt gemacht.&lt;/p&gt;</description><category>Klimawandel</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/spedition-walzt-klimaverantwortung-auf-kunden-ab/</guid><pubDate>Fri, 12 Sep 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>»Bonn muss sicherer werden«</title><link>https://martin-ueding.de/posts/bonn-muss-sicherer-werden/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Aktuell sind ja wieder Kommunalwahlen in NRW, entsprechend hängen da wieder Wahlplakate. Und in Bonn plakatiert der Bürger Bund Bonn mit »Bonn muss sicherer werden«. Lasst uns das mal auseinandernehmen.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Es gibt Prädikate, die ohne Kontext keinen Sinn ergeben. Zum Beispiel passt ein T-Shirt einer Person gut, einer anderen Person aber nicht. Und was sagt das jetzt über das T-Shirt aus? Es würde wenig Sinn ergeben, wenn man es als »gutsitzendes T-Shirt« bezeichnet, weil es ja von der Person abhängt, die es tragen möchte. Wenn ein Kleidungsgeschäft also mit »gutsitzender Kleidung« wirbt, bedeutet das letztlich nichts. Bei »qualitativ hochwertigen Stoffen« kann ich allerdings durchaus etwas sinnvolles sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letztlich geht es darum, ein Optimum zu finden. Ein Zustand ist optimal, wenn eine Kostenfunktion minimiert wird (oder ein Nutzen maximiert, das ist äquivalent). Allerdings hängt es von der Wahl der Kostenfunktion ab, was das Optimum sein wird. Beim T-Shirt kann ich als Kostenfunktion die Abweichung von einem lockeren aber passenden Sitz nehmen. Und das optimale T-Shirt ist dann eines, das überall locker aber passend sitzt. Nun kommt aber noch das Hautgefühl des Materials dazu, der Preis, die Farbe und der Aufdruck. Und dann wird die Kostenfunktion deutlich komplexer: Wie bewerte ich eine T-Shirt, bei der mir die Farbe gefällt, das aber am Arm etwas zu kurz ist? Ist das besser als ein teureres, bei dem die Farbe etwas langweiliger ist, der Sitz aber besser?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das muss ich beantworten, aber mit der für mich richtigen Kostenfunktion kann ich das »optimale T-Shirt« finden. Und somit ist das dann das »beste T-Shirt« &lt;em&gt;für mich&lt;/em&gt;. Es ist nicht das beste T-Shirt für jede Person.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommen wir zur Sicherheit. Was bedeutet das für mich, was kann das alles bedeuten?&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Niemand nimmt mir mein Eigentum weg, also keine Einbruchdiebstähle.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ich kann mich frei im öffentlichen Raum bewegen, ohne dass mich jemand ausraubt, absticht oder sexuell belästigt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Als Radfahrer werde ich nicht von Autofahrer:innen angefahren und muss auch keine Angst haben, dass das passiert.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Haustüren und Autotüren sind nicht abgeschlossen, damit ich mich auch in fremder Umgebung vor einem Braunbären in Sicherheit bringen kann.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Es kommen keine Vertreter an meine Haustür und tricksen mich in einen Glasfaseranschluss, der am Ende gar keiner ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Autofahrer:innen, die nicht mehr fahrtauglich sind, werden aus dem Verkehr gezogen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ich kann mir immer sicher sein, dass ich mein Zuhause (Mietwohnung) nicht verlieren werde.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ich kann mir immer sicher sein, dass ich Mieter aus meiner Eigentumswohnung rauswerfen kann, um frei über mein Eigentum zu verfügen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ich kann mein Auto im öffentlichen Raum parken, ohne dass es beschädigt wird.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Man sieht, es gibt da diverse gegensätzliche Ideen, für die Sicherheit stehen kann. Und von daher muss man auf die Aussage »Bonn soll sicherer werden« fragen, wovor denn? Was ist der Angriffsvektor, gegen den geschützt werden soll? Und dann kommen daraus dann ganz viele unterschiedliche Dinge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man im Norden Kanadas wohnt und die Dörfer immer wieder von Braunbären heimgesucht werden, sind nicht verriegelte Haustüren eine Sicherheitsmaßnahme. So kann man zur Not einfach bei einem ins Haus rennen und sich vor dem Bären verstecken. Geht es aber darum, dass man Diebstähle durch Einbrecher unterbinden möchte, sind abgeschlossene Haustüren eine Sicherheitsmaßnahme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Geht es um die Sicherheit der Radfahrer:innen vor den Autofahrer:innen, so erlaubt man ihnen das Befahren der Fußgängerzone (konkret Friedrichstraße in Bonn). So können sie eine vom Kraftverkehr viel genutzte Straße (Oxfordstraße) umgehen. Hat man aber die Sicherheit der Fußgänger:innen vor den Radfahrer:innen im Sinn, so würde man den Radverkehr aus der Fußgängerzone verbannen und sie auf den Umweltfahrstreifen der Oxfordstraße dem Busverkehr vorwerfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soll die Innenstadt sicherer für rechte weiße Männer mit Kaiserreich-Flaggen auf der Kleidung machen, muss man andere Maßnahmen ergreifen, als wenn sie sicherer für linke queere Menschen mit Migrationshintergrund machen möchte. Diese Maßnahmen schließen sich wahrscheinlich gegenseitig aus. Und das ist das Problem. Man sieht ja zum Beispiel in den USA, wie »Sicherheit« für bestimmte Gruppen eine gigantische Unsicherheit für andere Gruppen erzeugen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;»Sicherheit« klingt erstmal nur positiv. Von daher ist es ein gefälliges Wahlversprechen. Aber letztlich ist es so nur eine Worthülse.&lt;/p&gt;</description><category>Bonn</category><category>Bürger Bund Bonn</category><category>Politik</category><category>Wahlkampf</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/bonn-muss-sicherer-werden/</guid><pubDate>Wed, 27 Aug 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Wenig Freude an Konsum</title><link>https://martin-ueding.de/posts/wenig-freude-an-konsum/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;In letzter Zeit habe ich nur noch wenig Freude an Konsum, weil fast nichts mehr meinen Erwartungen entspricht. Ich glaube nicht, dass meine Erwartungen zu hoch sind, vielmehr gibt es einfach viel Schrott und Profitgier.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Es gibt ein paar Kleidungsstücke, die ich gerne hätte. Eines davon ist ein längerer Mantel. Da ist es schon schwer ein Modell zu finden, bei mich Material und Schnitt anspricht. Wenn ich das einmal gefunden habe, muss der auch passen. Ein Mantel war mir &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/mannigfaltigkeitstheorie-und-kleidergrossen/"&gt;in S am Hintern zu klein, in M an der Brust zu groß&lt;/a&gt;. Also habe ich jetzt noch immer keinen solchen Mantel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oder nehmen wir den Aktenvernichter, der dann einen &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/gunstiger-aktenvernichter-frustriert-durch-zu-kleinen-korb/"&gt;zu kleinen Korb hat und sich ständig zusetzt&lt;/a&gt;. An dem Teil habe ich auch keine Freude. Der steht jetzt hier herum, manchmal nutze ich den. Aber aus Frustration habe ich angefangen meine Unterlagen einfach wieder wie früher in den Papiermüll zu geben und zu hoffen, dass niemand in meinem Müll wühlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Suche nach einer Armbanduhr ist auch schwer, &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/suche-nach-einer-schlichten-digitalen-armbanduhr/"&gt;die Casio G-Shock hat mich auch enttäuscht&lt;/a&gt;. Es gibt tausende Uhren, aber das, was ich möchte, gibt es anscheinend nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diverse andere Dinge sind von so durchwachsener Qualität, dass sie auch nur begrenzt Freude bereiten. Die &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/billige-und-teurere-bleistifte/"&gt;günstigen Bleistifte sind nur so okay&lt;/a&gt;. Immerhin kann ich hier die Markenprodukte kaufen und erhalte wirklich etwas sinnvolles für mein Geld.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber bei anderen Dingen helfen auch die Markenprodukte nicht. Den &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/frust-mit-schummriger-badezimmerbeleuchtung/"&gt;schummrigen Badezimmerspiegel&lt;/a&gt; habe ich von einem deutschen Markenhersteller gekauft. Das &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/herd-mit-touch-bedienung-ist-echt-nicht-mein-fall/"&gt;Kochfeld mit der mühsamen Touch-Bedienung&lt;/a&gt; ist von einem deutschen Markenhersteller. Und bei Smart Home kann man auch den teuersten Kram kaufen, irgendwann wird der dann doch auch wieder abgeschaltet; siehe die &lt;a href="https://www.golem.de/news/spexor-bosch-macht-alarmanlage-fuer-camper-zu-elektroschrott-2505-196570.html"&gt;Alarmanlage von Bosch&lt;/a&gt; oder die &lt;a href="https://www.derstandard.de/story/3000000258760/hngrynsite-smarte-kuehlschrank-cam-wird-nach-eineinhalb-jahren-zu-e-waste"&gt;Kühlschrankkamera von Liebherr&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade wenn ich mir Dinge anpassen lasse, endet das auch nicht unbedingt besser. So die &lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/abenteuerliche-bestellung-bei-etsy/"&gt;maßgefertigte Lederjacke von Etsy&lt;/a&gt;, die dann doch nicht passte. Zurückgeben kann man so etwas dann ja auch nicht mehr, das ist ebenfalls ziemlich ärgerlich. Immerhin ist Etsy sehr kulant und erstattet viel. Aber das hilft mir halt auch nicht beim Erwerb des Produktes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und auch eine Beratung in einem Geschäft vor Ort kann nicht komplett verhindern, dass es nicht direkt klappt. So habe ich einen neuen Wasserhahn bei Obi gekauft. Vorher mit dem Messschieber das Loch ausgemessen, dem Mitarbeiter die Maße mitgeteilt. Der meinte, dass da jeder Hahn passt. Aber bei der Montage habe ich dann festgestellt, dass die Basis nicht ganz das Loch abdeckt. Und so läuft dann immer wieder Wasser unter den Hahn, das ist schnell ein ekelhaftes Drecknest. Also wohl noch einen neuen Wasserhahn besorgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich würde ja gerne einfach Dinge kaufen, wenn ich sie haben möchte. Aber entweder bin ich zu anspruchsvoll, kaufe immer zu billig oder mache sonst etwas falsch. Von dem Empfinden, dass Konsum mich glücklich machen würde, zumindest kurzfristig, bin ich dann leider doch recht weit entfernt.&lt;/p&gt;</description><category>Konsum</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/wenig-freude-an-konsum/</guid><pubDate>Fri, 22 Aug 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Nachhaltig ernüchtert von Bundespolitik</title><link>https://martin-ueding.de/posts/nachhaltig-ernuchtert-von-bundespolitik/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Der Umgang mit Frau Brosius-Gersdorf hat mich nachhaltig ernüchtert und frustriert. Es haben sich Abgründe aufgetan, um die ich zwar wusste, aber nicht in dieser Deutlichkeit. Es wurde schon alles geschrieben, nur noch nicht von jedem. Hier noch meine Gedanken.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Mein Verhältnis zu Nachrichten hat sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert. Sei es dieses unangenehme Gefühl, etwas zu verpassen, das mich immer wieder nach neuen Artikeln schauen lässt. Oder auch die Frustration damit, dass Artikel im Stil »Person X fordert Y« zahlenmäßig häufiger als »Aufarbeitung von Thema X« sind. Es fühlt sich in letzter Zeit wie so eine Daily Soap Opera mit viel Drama an, die Charaktere lästern über einander, streiten sich. Der Unterschied ist aber, dass deren Befindlichkeiten am Ende Konsequenzen für mein Leben haben. Und somit will ich irgendwie schon gerne informiert sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Bundesregierung fühlt sich aber wie die neue Staffel einer Serie an, bei der sie die Hauptdarsteller und das Skript verändert haben. Wie eine Serie, die nach der dritten Staffel dumm abgebogen ist. Die halt noch weiter geht, weil sie ja bisher irgendwie gut läuft und man das ganze noch weiter melken möchte. Die ursprünglichen Fans der Serie sind aber enttäuscht, wünschen sich die alten Staffeln zurück und werden nostalgisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die letzten 10 Jahre schaue ich immer wieder auf die Politik in unserem und anderen Ländern und bin irgendwo zwischen ernüchtert und besorgt. Dass in den USA 2016 Donald Trump an die Macht gekommen ist, hat mich echt erschüttert. Gut, das Wahlsystem ist auch wirklich bescheuert, aber am Ende ist er es halt auch mit weniger als der Mehrheit der Stimmen geworden. Jedenfalls haben die USA einen fragwürdigen Geschäftsmann einer politikerfahrenen Frau vorgezogen. Der Wahlkampf war echt auf Schulhofniveau. Und es hat trotzdem funktioniert. Rückblickend wahrscheinlich aber gerade deswegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann noch in den ganzen anderen Ländern wechselte die Regierung meist zu rechteren Parteien. Sei es in Italien, Niederlande, Schweden, Ungarn, Polen. Letzteres hat sich in meiner Sicht mit Donald Tusk wieder gefangen, aber nach der Wahl von Karol Nawrocki wieder einen Schritt zurück gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe inzwischen recht klare politische Positionen: Klimaschutz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Feminismus, Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte, Datenschutz, Offenheit. Bezüglich Einwanderung ist es komplexer, aufgrund der Demographie bin ich grundsätzlich dafür, es müssen allerdings auch entsprechende Integrationsmaßnahmen zur Verfügung stehen und auch so Dinge wie die Anerkennung von ausländischen Berufsausbildungen muss gut klappen. Leuten nicht zu erlauben qualifizierte Berufe anzunehmen, sie in gesammelte Unterkünfte packen, ihre Familien nicht nachziehen lassen und sich dann wundern, wenn es zu Kriminalität kommt, erscheint mir keine gutes Gesamtkonzept.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab viele politische Meilensteine, die mich gefreut haben. Das war der Schengen-Raum, die Einführung des Euros, die Ehe für Alle, beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien, das Deutschlandticket, Lieferkettengesetz, Gebäudeenergiegesetz. Es gibt also durchaus gute Dinge, die in der Politik passieren. Klar, ich wünsche mir zum Beispiel noch immer ein Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen. Aber insgesamt wurde es langsam progressiver.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In letzter Zeit geht es gefühlt viel schneller rückwärts, als es je vorwärts gegangen ist. Und die aktuelle Bundesregierung haut ein furchtbares Ding nach dem anderen raus. Es ist wirklich so fraktal furchtbar:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Die Abstimmung zu den Grenzkontrollen, der die CDU die Stimmen der AfD in Kauf genommen hat, war für mich ein Dammbruch. Man hat immer behauptet, man wollte sich die Mehrheiten in der Mitte organisieren. Aber es war wohl zu verlockend, diese in meinen Augen menschenfeinliche Politik zu haben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die CDU, die immer von einer Brandmauer zur AfD spricht, hat wohl eher eine Brandmauer zur Partei Die Linke. Aber wenn es darum geht, eine zweite Wahl zum Bundeskanzler an einem Tag zu machen, dann ist sie wieder gut genug.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Alleine schon der Start von Friedrich Merz, der ja erst im dritten Anlauf Parteivorsitzender geworden ist, riecht für mich nach einem reinen Egotrip. Frau Merkel war Kanzlerin, also will er auch Kanzler werden. Und dann hat er als erster Kanzler im ersten Wahlgang keine Mehrheit bekommen. So angezählt hatten wir bisher noch nicht. Aber dann großspurig behaupten im Gegensatz zur Regierung Scholz 1 professioneller zu arbeiten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Das Konstrukt der CSU finde ich abstoßend. Da ist eine Partei, die nur in einem Bundesland antritt, aber auf Bundesebene Politik macht. Deren Wähler:innen sitzen aber nur in einem Bundesland. Die entsprechenden Politiker:innen und Minister:innen sind also motiviert, Bundesmittel nach Bayern zu verschieben, um dort ihre Wähler:innen glücklich zu machen. Als CSU Bundesminister erfüllt man seinen Wählerwillen also am besten dadurch, dass man Bayern als Bundesland bevorzugt. Das macht aber die CDU auch weniger wählbar, weil man auch immer die CSU dazubekommt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die ganze Geschichte um die FFP-2-Masken wird immer schlimmer. Bei der SPD hat man noch Cum-Ex mitschweben. Die Menge an nicht restlos aufgeklärten Skandalen ist echt erschütternd.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Diese Grenzkontrollen gegen den Schengen-Raum finde ich einen deutlichen Rückschritt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die ganze Lobbyarbeit gegen Klimaschutz, damit deutsche Autohersteller weiterhin ihre Verbrennerkarren bauen können und dann in China nicht verkauft bekommen. Und wenn sich Leute dann chinesische E-Autos kaufen, weil die günstiger und besser sind, dann wird die Automobilindustrie wohl noch mit staatlichen Hilfen künstlich am Leben gehalten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Gasumlage soll jetzt von allen bezahlt werden, die kein Gas mehr verbrauchen. Wenn ich mir demnächst eine Wärmepumpe installieren lasse, will ich doch nicht mehr für das Gasnetz und die ganzen Leute mitbezahlen, die weiterhin eine Gasheizung nutzen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Die Liste könnte ich wahrscheinlich noch immer fortsetzen, da gibt es reichlich Zeug.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Umgang mit Frau Brosius-Gersdorf war aber dermaßen furchtbar, dass es diese Abgründe nochmal deutlich vertieft hat. Oder die Abgründe wurden nur deutlich sichtbarer. Mich beschäftigt das jetzt seit Wochen, weil es größer ist als der eigentliche Fall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe mir &lt;a href="https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lto-dokumentiert-erklaerung-im-wortlaut"&gt;ihr Statement bezüglich Kandidaturverzicht&lt;/a&gt; durchgelesen. Und es ist wirklich lesenswert. Die Präzision, mit der sie ihre Positionen darlegt zeigt mir, dass sie eine Bereicherung für das Bundesverfassungsgericht gewesen wäre. Mir gefällt auch sehr, wie sie in einem akademischen Duktus mit der Politik abrechnet, ohne sich dabei auf das Niveau der Beteiligten der Kampagne gegen sie zu begeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Plagiatsvorwürfe waren ja wirklich durchschaubar, das war einfach der Versuch mit Schmutz zu werfen und zu hoffen, dass irgendwas kleben bleibt. Kann man machen, aber dass die Union das ernst nimmt, fand ich erschütternd. Es war aber wohl ein genehmer Einwurf, weil einige in der Union sie nicht wählen wollten. Man hat diese Kampagne dann dankbar angenommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Generell finde ich die Fraktionsdisziplin doof, warum haben wir so viele Abgeordnete, wenn sie dann nur mit ihrer Fraktion abstimmen? Dann könnte man auch nur die Fraktionsvorsitzenden dort hinsetzen mit einem Multiplikator ihrer Stimme. Von daher ist es schon erfreulich, wenn die Fraktionsdisziplin nicht eingehalten wird. Sie offenbart dann die wirkliche Stimmungsverteilung innerhalb der Fraktion. Das ist an sich gut. Problematisch ist halt, dass im Richterwahlausschuss eine Mehrheit da war, im Bundestag selbst dann nicht. Das bedeutet, dass Absprachen nicht klappen und der Fraktionsvorsitzende die Stimmung falsch eingeschätzt hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann diese ganze Diskussion um Abtreibungen. Es ist an sich unerheblich, welche Position Frau Brosius-Gersdorf zu dem Thema hat, da die designierte Kammer des Bundesverfassungsgerichts sich nicht mit diesem Thema beschäftigt. Dieses Thema wurde aber in der Kampagne aufgeblasen. Und sie hat ja überhaupt nicht behauptet, dass das in jedem Fall immer erlaubt sein soll oder man bis zum Tag vor der Geburt abtreiben können soll. Sie hat nur diese Kette aufgemacht:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Die CSU hat dem Koalitionsvertrag zugestimmt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Im Koalitionsvertrag steht, dass Schwangerschaftsabbrüche in gewissen Fällen von der Krankenkasse übernommen werden sollen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Krankenkasse darf nur Leistungen bezahlen, die legal sind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Somit müssen Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr illegal aber unter Umständen straffrei sein; sie müssen in gewissen Fällen legal sein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ein Schwangerschaftsabbruch geht gegen die Grundrechte des Fötus. Wenn der Schwangerschaftsabbruch legalisiert werden soll, müssen entweder Grundrechte abwägbar sein oder aber erst ab der Geburt gelten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Als juristischer Laie finde ich das schlüssig. Der Hinweis auf eine Inkonsistenz, die man sortieren sollte, muss erlaubt sein. Aber die CSU hat daraus eine Kampagne gemacht, bei der es dann gar nicht mehr um das Thema geht. Beim Thema Schwangerschaftsabbruch geht es anscheinend auch gar nicht so sehr um das Leben, sonst würden sich die gleichen Parteien ja auch für diverse andere menschliche Dinge einsetzen. Es geht wohl eher um die Kontrolle von Frauen und dem Erhalt des Patriarchats.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe über diesen Fall auch noch einen Einblick in diese rechten Netzwerke bekommen. Die waren ja die ganze Zeit schon da, aber sie so aktiv zu sehen war nochmal echt heftig. In den USA geht das ja schon länger, aber nun haben wir das auch hier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wird hier wohl das Verfassungsgericht jetzt politisch aufgestellt, wie in den USA. Dort sieht man ja, wie praktisch das für Trump ist in seiner Gleichschaltung der Staatsorgane. Das ist wohl hier auch mehr oder weniger angestrebt von gewissen Gruppen. Die Kammer, in die die Kandidatin gewählt werden sollte, beschäftigt sich mit Parteiverbotsverfahren. Und somit ist die Wahl natürlich extrem politisch. Wäre die AfD verboten, so würde sich womöglich eine Mehrheit mitte-links auftun, das kann nicht im Interesse der mitte-rechts Parteien sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meine Illusionen, dass es bei der Politik irgendwie um das Gute gehen könnte, um Menschlichkeit und Fortschritt, die sind jetzt komplett dahin. Es geht nur um Macht. Und um konservative und rechte Netzwerke, die sehr geübt sind im Spiel mit der Macht. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern, fürchte ich. Es ist wirklich ernüchternd.&lt;/p&gt;</description><category>Politik</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/nachhaltig-ernuchtert-von-bundespolitik/</guid><pubDate>Fri, 08 Aug 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Klimawandel triggert wohl stark</title><link>https://martin-ueding.de/posts/klimawandel-triggert-wohl-stark/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Auf einer Infotafel im Wald hat jemand das Wort »Klimawandel« ausgekratzt. Das scheint ja echt zu triggern.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Ich habe ja auch eine gewisse Müdigkeit gegenüber dem Thema Klimawandel, aber weil für mein Empfinden zu wenig getan wird. Meine Müdigkeit kommt daher, dass es sich anfühlt wie im Film »Don't Look Up«&lt;sup id="fnref:McKay"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/klimawandel-triggert-wohl-stark/#fn:McKay"&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, bei dem die Leute den auf die Erde zurasenden Asteroid ignorieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jedenfalls habe ich beim Wandern dann eine Warnung vor dem Eichenprozessionsspinner gesehen, dessen Raupen man nicht anfassen soll. Das Tier taucht wohl durch den Klimawandel vermehrt in dieser Region auf. Und das hat jemanden hinreichend getriggert, dass Sachbeschädigung begangen worden ist:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/klimawandel-triggert-wohl-stark/2025-06-10_19-46-22.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/klimawandel-triggert-wohl-stark/2025-06-10_19-46-22.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das ganze ist an einer anderen Wanderhütte im Wald nochmal so gewesen. Da muss also eine Person viele Kilometer gewandert sein und hat dann mindestens zwei Schilder beschädigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ich dabei nicht verstehe ist, dass man die Folgen des Klimawandels schon sehen kann. Und gerade eine Person, die im Wald unterwegs ist, müsste doch eher naturverbunden sein. Also außer es war eine Person in einer Reisegruppe, die gegen den eigenen Willen zum Wanderurlaub an die Mosel kam.&lt;/p&gt;
&lt;div class="footnote"&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id="fn:McKay"&gt;
&lt;p&gt;McKay, Adam, dir. &lt;em&gt;Don’t Look Up&lt;/em&gt;. 2021. 138 Minuten. &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/klimawandel-triggert-wohl-stark/#fnref:McKay" title="Jump back to footnote 1 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;</description><category>Klimawandel</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/klimawandel-triggert-wohl-stark/</guid><pubDate>Sun, 20 Jul 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Zahlungsmittelaufschlag im Online-Shop</title><link>https://martin-ueding.de/posts/zahlungsmittelaufschlag-im-online-shop/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Ich wollte etwas bestellen. Und ich versuche meist zu schauen, ob ich das in einem kleinen Shop bestellen kann. Der eine Shop hat eine wilde Preisstruktur mit Aufschlägen für weitere Zahlungsmittel.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Bei Händlern, mit denen ich noch keine Erfahrungen habe, zahle ich per Kreditkarte. Somit habe ich nicht das Risiko von Vorkasse. Bei einem Händler bekommt man dann je nach Zahlungsmittel noch Gebühren aufgedrückt:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/zahlungsmittelaufschlag-im-online-shop/Bildschirmfoto_20250216_065359.png"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/zahlungsmittelaufschlag-im-online-shop/Bildschirmfoto_20250216_065359.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zahlt man per Vorkasse, bekommt man 2 % Rabatt. PayPal kostet 4,5 % zusätzlich. Kreditkarte und Rechnungszahlung wird über Klarna abgerechnet und kostet 7,90 EUR extra. Das ist schon absurd, das Produkt sollte 88 EUR kosten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rechtslage ist da eindeutig, diese Gebühren sind nicht erlaubt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Händler in der EU dürfen Ihnen keine Zusatzentgelte für die Verwendung Ihrer Kredit- oder Debitkarte berechnen. — &lt;a href="https://europa.eu/youreurope/citizens/consumers/shopping/pricing-payments/index_de.htm#inline-nav-1"&gt;europa.eu&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich hatte den Händler einmal angeschrieben, der sah da kein Problem. Vielmehr fand er es eine faire Regelung gegenüber seinen Kunden. An sich finde ich es auch fair, wenn die Zusatzkosten klar ausgewiesen und weitergegeben werden. Genauso Versandkosten. Aber die aktuellen Regelungen sind nun einmal anders.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Witzig ist ja auch, dass es keine Zahlungsmethode gibt, bei der sich der Preis verändert. Der Händler hätte auch Vorkasse kostenlos machen können und die 2 % von allen Preisen abziehen können. Aber dann hätte er alle anderen Zahlungsmethoden noch teurer machen müssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu kamen dann noch 8 EUR Versandkosten. Insgesamt wäre ich also bei Kreditkarte bei 88,00 + 7,90 + 8,00 EUR = 103,90 EUR gelandet. Mit Vorkasse wären es 94,24 EUR gewesen, allerdings mit erhöhtem Risiko.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei Amazon gab es das gleiche Produkt versandkostenfrei für 74,95 EUR. Und auch wenn ich die Monopolisierung kritisch sehe, so sehe ich nicht ein 20 EUR mehr zu bezahlen um das gleiche Produkt mit deutlich mehr Risiko zu bekommen. Oder gar 30 EUR mehr, um es mit ein bisschen mehr Risiko zu bekommen.&lt;/p&gt;</description><category>Online-Shops</category><category>Payment</category><category>Zahlungsmittel</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/zahlungsmittelaufschlag-im-online-shop/</guid><pubDate>Thu, 26 Jun 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Geschlechterverteilung bei Autoren meiner gelesenen Bücher</title><link>https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;figure&gt;&lt;img src="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/visualization.png"&gt;&lt;/figure&gt; &lt;p&gt;Ich lese ja einige Bücher pro Jahr. Aber wie schaut es da mit der Frauenquote aus? Ich habe mal die letzten Jahre analysiert; es ist noch ausbaufähig.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Als ich &lt;em&gt;Authority Gap&lt;/em&gt;&lt;sup id="fnref:1"&gt;&lt;a class="footnote-ref" href="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/#fn:1"&gt;1&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; gelesen habe, kam dort das Thema Autoren und Autorinnen auf. Anscheinend lesen Frauen ungefähr gleich verteilt, Männer lesen aber hauptsächlich Männer. Ich wollte einmal herausfinden, wie das so bei mir verteilt ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe die Listen der letzten Jahre genommen und einmal gezählt. Ich komme auf diese Zahlen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/visualization-1.svg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/visualization-1.svg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sieht hier klar, dass ich viel mehr Bücher von Autoren als Autorinnen gelesen habe. Einige Bücher waren von einem gemischten Paar geschrieben, aber das reißt es auch nicht raus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellt man das pro Jahr als Anteile dar, sieht man die Frauenquote direkt:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/visualization-2.svg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/visualization-2.svg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ist in den letzten Jahren etwas besser geworden, aber so richtig toll ist es auch noch nicht. Obwohl Frauen die Hälfte der Bevölkerung stellen, stellen sie gerade einmal 30 bis 35 % der Autor:innen, von denen ich Bücher gelesen habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Ratschlag aus &lt;em&gt;Authority Gap&lt;/em&gt; war, dass man versucht in einem Fachbereich explizit Autorinnen zu finden, die auch etwas zum Thema schreiben. Das mag nicht so einfach sein, weil gerade in den Büchern von Männern häufig auf weitere Bücher von Männern verwiesen wird. Aber man kann wohl meist mehr als ein Buch zu einem Thema finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich werde das jetzt einmal im Hinterkopf behalten und schauen, ob ich das noch ein bisschen ausgleichen kann.&lt;/p&gt;
&lt;div class="footnote"&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li id="fn:1"&gt;
&lt;p&gt;Sieghart, M. A. &lt;em&gt;The Authority Gap: Why Women Are Still Taken Less Seriously than Men, and What We Can Do about It&lt;/em&gt;. (W. W. Norton &amp;amp; Company, 2022). &lt;a class="footnote-backref" href="https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/#fnref:1" title="Jump back to footnote 1 in the text"&gt;↩&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/div&gt;</description><category>Feminismus</category><category>Frauenquote</category><category>Lesen</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/geschlechterverteilung-bei-autoren-meiner-gelesenen-bucher/</guid><pubDate>Wed, 11 Jun 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Fischteich und Luftverschmutzung</title><link>https://martin-ueding.de/posts/fischteich-und-luftverschmutzung/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Fische schwimmen in ihren eigenen Ausscheidungen. Das ist ja echt eklig. Aber wenn man ehrlich ist, machen wir das mit unserer Luft auch nicht anders.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Neulich stand ich an einem Teich mit Fischen. Da sind die Fische drin, am Rand des Teichs wachsen Algen. Wahrscheinlich sind da noch Bakterien im Schlamm, die diverse Dinge zersetzen. Aber im Wasser selbst sind diverse Dinge wie Nitrat, Nitrit und Phosphat enthalten, welches die Fische ausscheiden. Und das verteilt sich dann munter im ganzen Teich. Die Fische atmen, indem sie Wasser aufsaugen. Also letztlich atmen sie ihre Exkremente ein. Das erscheint ziemlich widerlich. Wie gut, dass wir Menschen das nicht machen müssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber je länger ich da stand und meine Gedanken schweifen ließ, desto analoger wurde die Situation. Wir atmen zwar unsere Fäkalien nicht direkt ein oder schwimmen darin. Wir kippen die Gülle aber auf die Felder. Und wir produzieren jede Menge Stickoxide mit unseren Verbrennungsprozessen, die wir dann einatmen. Und ob man jetzt Nitrit (NO₂¯) als Salz im Wasser gelöst oder als Stickstoffdioxid (NO₂) in der Luft hat, ist letztlich auch das gleiche. Giftig ist das Zeug so oder so. Ähnlich mit dem Feinstaub, den Ewigkeitschemikalien und Mikroplastik. Wir schwimmen zwar nicht im Dreck, aber wir atmen und essen den Dreck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In gewisser Weise haben die Fische es sogar besser, deren Wasser wird systematisch gereinigt. Das machen wir mit unserer Luft nicht. Wir lüften nur, hoffend dass die Außenluft besser als die abgestandene Innenluft ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Teich kann es nur gut klappen, wenn die anderen Organismen die Ausscheidungen zersetzen und wieder als Futter anbieten. Es muss also ein Kreislauf sein, bei dem sich keine Abfallprodukte anhäufen dürfen. So müssten wir als Menschen auch leben, wenn wir unsere planetaren Grenzen nicht sprengen wollen.&lt;/p&gt;</description><category>Feinstaub</category><category>Klimawandel</category><category>Luftverschmutzung</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/fischteich-und-luftverschmutzung/</guid><pubDate>Mon, 09 Jun 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Gliedermaßstab und Zollstock</title><link>https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Das, was umgangssprachlich als »Zollstock« bezeichnet wird, ist ein Gliedermaßstab. Aber die Baumärkte haben das unterschiedlich umgesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Bei Bauhaus habe ich nach »Gliedermaß« gesucht und bekam da auch ein paar Vorschläge.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_195936_Firefox.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_195936_Firefox.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als ich die Suche abgeschickt hatte, gab es da allerdings keine Produkte zu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_195952_Firefox.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_195952_Firefox.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man aber nach »Zollstock« sucht, so findet man dann auch welche:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_200113_Firefox.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_200113_Firefox.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei Hellweg, deren Webseite eigentlich ziemlich mühsam ist, ist es anders herum. Da wird bei »Zollstock« dann der »Gliedermaßstab« vorgeschlagen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_200321_Firefox.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_200321_Firefox.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und die Produkte heißen auch so:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_200343_Firefox.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/Screenshot_20250119_200343_Firefox.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gut, die wenigsten Leute werden Gliedermaßstab, Fußgängerüberweg (Zebrastreifen), Lichtsignalanlage (Ampel), Wassereinlaufrost (Gulli) oder Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker) sagen. Aber immerhin klappt bei Hellweg beides.&lt;/p&gt;</description><category>Bauhaus</category><category>Deutsch</category><category>Gliedermaßstab</category><category>Hellweg</category><category>Zollstock</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/gliedermassstab-und-zollstock/</guid><pubDate>Wed, 28 May 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Journalisten nutzen auch nur soziale Medien</title><link>https://martin-ueding.de/posts/journalisten-nutzen-auch-nur-soziale-medien/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Man soll seine Nachrichten nicht nur von sozialen Medien beziehen, heißt es. Aber in letzter Zeit bestehen Nachrichten zu einem guten Teil aus eingebundenen Beiträgen sozialer Medien. Was nun?&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Damals, als gedruckte Zeitungen noch so ein Ding waren, galten sie als Maß der Dinge bezüglich Nachrichten. Dort konnte man sich umfassend und mit Tiefgang informieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann kamen die sozialen Medien auf. Ganz lustig, aber so richtig konnte man sich dort nicht informieren. Man bekam hier und da etwas mit, aber als umfassend galt das nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der Zeit gab es immer mehr Verschwörungserzählungen, Falschmeldungen und weitere Dinge auf sozialen Medien. Leute, die sich nur noch dort informiert hatten, hingen dann teilweise den Verschwörungstheorien an. Man sagte, dass man sich auch noch bei seriösen Medien informieren sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lese ich nun allerdings die Nachrichten von ZDF Heute oder Tagesschau, sind dort häufig eingebettete Beiträge von X. Oder sie stehen im Fließtext, nach dem Motto »Politikerin hat jenes auf X geschrieben«.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Journalist:innen folgen also den Politiker:innen auf X und berichten über das, was sie dort sehen. Sie bilden in den Nachrichten also das ab, was auf dem sozialen Medium abgeht. Somit wird das soziale Medium zur Wirklichkeit heraufgestuft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und sobald die sozialen Medien (und nicht die Welt da draußen) die Primärquelle sind, wozu sollte ich dann eigentlich noch Nachrichten lesen? Wirklich viel Einordnung kommt selten, meist werden nur Aussagen wiedergegeben. Wenn ich den gleichen Personen auf X folgen würde, dann hätte ich das gleiche Angebot.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daher bleibt für mich die Frage, woher ich denn jetzt noch »echten Journalismus« herbekommen kann?&lt;/p&gt;</description><category>Journalismus</category><category>Nachrichten</category><category>Soziale Medien</category><category>Twitter</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/journalisten-nutzen-auch-nur-soziale-medien/</guid><pubDate>Wed, 07 May 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item><item><title>Darf ich mein Multitool in der Bahn mitnehmen?</title><link>https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/</link><dc:creator>Martin Ueding</dc:creator><description>&lt;p&gt;Mir ist unklar, ob ich mein Multitool noch in der Bahn mitnehmen darf. Durch ein paar Tipps über Mastodon und Recherche habe ich Dinge gefunden, eine abschließende Antwort habe ich aber noch nicht.&lt;/p&gt;
&lt;!-- END_TEASER --&gt;

&lt;p&gt;Bei mir im Rucksack ist meist ein Multitool, ein &lt;em&gt;Leatherman Kick&lt;/em&gt;, den ich 2007 in den USA gekauft hatte. Das ist ein Taschenmesser mit ungefähr 6 cm langer Klinge und noch diversen weiteren Werkzeugen wie Schraubendreher, Dosenöffner und der Zange mit Seitenschneider. So sieht das Teil aus:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/2024-12-24_09-54-25.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/2024-12-24_09-54-25.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="sicherheitspaket-der-bundesregierung"&gt;Sicherheitspaket der Bundesregierung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Nach dem mit einem Messer verübten Attentat in Solingen wurde ein »Sicherheitspaket« beschlossen, das diverse Dinge noch strenger fasst. Das Waffenrecht schränkte den Umgang mit Messern vorher schon ein, jetzt sind die Einschränkungen noch deutlich verschärft worden. Im öffentlichen Verkehr haben wir jetzt ein »Messerverbot«. Dann sind wohl alle Messer verboten. Es gibt aber auf Weihnachtsmärkten ein »absolutes Messerverbot«. Äh, was ist denn die Steigerung von »Verbot«? Wenn es ein »absolutes Messerverbot« gibt, ist das »Messerverbot« in der Bahn dann irgendwie ein »eingeschränktes Messerverbot«?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei rechtlichen Feinheiten fühle ich mich schnell überfordert. Jurist:innen wissen, was wo stehen müsste und können auch aus der Abwesenheit von Dingen Informationen herausziehen. Ich brauche das leider immer ganz explizit um es wirklich zu verstehen. Vor allem, wenn Fehler dann fünfstellige Geldstrafen oder gar Vorstrafen mit sich ziehen. Da möchte ich mich dann doch richtig verhalten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="recherche"&gt;Recherche&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Recherche nach dem, was jetzt gilt, gestaltet sich erstaunlich schwierig. Meine erste Anlaufstelle ist die Tagesschau. Die haben sogar eine &lt;a href="https://www.tagesschau.de/thema/messerverbot"&gt;Themenseite »Messerverbot«&lt;/a&gt;. Auf der finden sich allerdings nur Artikel, die irgendwelche Absichtserklärungen oder Forderungen von Politiker:innen oder Partien einordnen. Schön, aber was gilt denn jetzt nun?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Versuch dazu eine sinnvolle Seite zu finden, ist auch beim ersten Anlauf gescheitert:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/Bildschirmfoto_20241224_092036.png"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/Bildschirmfoto_20241224_092036.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da gibt es in Hamburg und in Schleswig-Holstein regionale Verbote. Ist das jetzt wirklich wieder föderal organisiert? Okay, aber wie ist das in NRW?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für NRW habe ich &lt;a href="https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/messer-verboten-weihnachtsmaerkte-bahnhoefe-100.html"&gt;diesen WDR-Artikel&lt;/a&gt; gefunden:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;In den betroffenen Bahnhöfen sind zu den genannten Zeiten bis in die Nacht zu Heiligabend somit alle gefährlichen Gegenstände verboten, auch wenn sie nicht unter das Waffengesetz fallen. Als Beispiele nennt die Bundespolizei Hieb- und Stoßwaffen wie Beile sowie Messer und auch Luftpistolen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Okay, also wäre ein Multitool auch verboten?&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Darüber hinaus verschärfen sich die Regeln auf Weihnachtsmärkten. Denn nach einer Gesetzesänderung im Zuge eines Maßnahmenpaketes zur Sicherheit der Bundesregierung sind auf öffentlichen Veranstaltungen Messer jeglicher Art verboten.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Also auf dem Weihnachtsmarkt dann bestimmt verboten. Aber auch schon in der Bahn?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fragen-auf-mastodon"&gt;Fragen auf Mastodon&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dann habe ich auf Mastodon gefragt. Dort kam zum einen der Verweis auf die &lt;a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;amp;bes_id=47447"&gt;Verordnung über das Verbot des Führens von Waffen (Waffenverbotszonenverordnung – WVZ VO)&lt;/a&gt;. Dort steht unter § 1 Absatz 1:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Innerhalb der in der Anlage bestimmten Gebiete und angegebenen Zeiten ist das Führen von Waffen im Sinne des § 1 Absatz 2 des Waffengesetzes vom 11. Oktober 2002 (BGBl. I S. 3970, 4592; 2003 I S. 1957), das zuletzt durch Artikel 228 der Verordnung vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1328) geändert worden ist, und Messern mit feststehender oder feststellbarer Klinge mit einer Klingenlänge über vier Zentimeter auf Grundlage des § 42 Absatz 6 Satz 1 des Waffengesetzes verboten (Waffenverbotszone).&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dazu kommt noch § 2 Punkt 11:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Personen, die Waffen und Messer in verschlossenen Behältern oder Verpackungen, die einen unmittelbaren Zugriff verhindern, bei sich führen, um diese von einem Ort zum anderen zu befördern.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Dann gibt es jetzt zwei Dinge, die weiter betrachtet werden müssen. Was genau bedeutet »Führen« hier? Ein Messer in der Hand haben, es in der Hosentasche haben, es im Rucksack haben? Und ist ein Rucksack ein »verschlossener Behälter«?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das andere ist, ob bei meinem konkreten Multitool die Klinge feststellbar ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Mechanismus funktioniert so, dass die einzelnen Werkzeuge eine kleine Kerbe haben. Dann ist da eine Feder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/2024-12-24_09-54-53.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/2024-12-24_09-54-53.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wenn man das komplett ausklappt, rastet die Feder in die Kerbe ein und stabilisiert das ausgeklappte Werkzeug.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/2024-12-24_09-55-06.jpg"&gt;&lt;img alt="" src="https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/2024-12-24_09-55-06.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann die Klinge nur mit Druck wieder einklappen, man muss keinen weiteren Hebel betätigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Verordnung ist ja die Referenz auf &lt;a href="https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__1.html"&gt;Waffengesetz § 1&lt;/a&gt; Absatz 2:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;(2) Waffen sind&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
&lt;p&gt;tragbare Gegenstände,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Okay, das hilft jetzt überhaupt nicht zum Thema »Führen«.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber es gibt noch &lt;a href="https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html"&gt;Waffengesetz § 42a&lt;/a&gt;. Da steht in Absatz 1 Punkt 3:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es ist verboten […] Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Womit wir wieder bei »feststellbarer Klinge« wären, hier aber mit »einhändig« noch einmal eingeschränkt. Das Multitool ist definitiv kein Einhandmesser. Und feststellbar finde ich den auch nicht. Ja, eine Feder hält die Klinge sanft im ausgeklappten Zustand. Aber die rastet nicht stabil ein. Wenn man sich ungeschickt anstellt, klappt die beim Benutzen ein, was tatsächlich gefährlich sein kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wie ist das jetzt mit dem »Führen«? Auf Mastodon kam noch der Verweis auf &lt;a href="https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/anlage_1.html"&gt;Waffengesetz Anlage 1 Abschnitt 2 Punkt 13&lt;/a&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;[…] ein Messer ist nicht zugriffsbereit, wenn es nur mit mehr als drei Handgriffen erreicht werden kann;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Bei mir wäre das so:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Rucksack hinlegen, um an das untere Fach zu kommen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Reißverschluss vom unteren Fach aufmachen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;In dem Fach kramen, bis ich das Multitool gefunden habe.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Multitool aufklappen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Messer ausklappen.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Ist jetzt die Klinge »das Messer« oder ist das ganze Multitool »das Messer«? Sind es dann sicher mehr als drei Handgriffe? Brauche ich noch eine kleine Tasche um das Teil, um noch einen Handgriff mehr zu haben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In &lt;a href="https://www.wn.de/muenster/waffenverbot-hauptbahnhof-was-jetzt-gilt-3190320"&gt;diesem Artikel der Westfälischen Nachrichten&lt;/a&gt; hat die eine für mich wirklich wichtige Information:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die zeitlich begrenzte Regelung geht aber über das Waffengesetz hinaus, erklärt Markus Heuer, Sprecher der Bundespolizei. Abwehrspray oder Taschenmesser sind zum Beispiel normalerweise erlaubt, nach der Allgemeinverfügung aber temporär verboten.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Aha, das Waffengesetz ist hier gar nicht mehr relevant, weil es noch eine zusätzliche Verordnung gibt, die das temporär einschränkt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="nachfrage-beim-landeskriminalamt"&gt;Nachfrage beim Landeskriminalamt&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Man kann sich beim Bundeskriminalamt melden und fragen, unter welche Regelungen ein Messer fällt. Aber die Waffenverbotszonenverordnung ist ja Ländersache. Also beim Landeskriminalamt fragen? Die verweisen für Kontakt zu den jeweiligen Polizeibehörden, in meinem Fall also Bonn. Und auf deren Seite findet man nur eine allgemeine E-Mail. Unter dem Suchbegriff »Messer« habe ich dann noch eine &lt;a href="https://bonn.polizei.nrw/artikel/waffenrechtsangelegenheiten"&gt;Seite zu Waffenrechtsangelegenheiten&lt;/a&gt; gefunden. Dort wird auf &lt;a href="mailto:waffenrecht.duesseldorf@polizei.nrw.de"&gt;waffenrecht.duesseldorf@polizei.nrw.de&lt;/a&gt; verwiesen. Aha, das klingt jetzt langsam hilfreich. Da habe ich einmal hingeschrieben:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Sehr geehrte Damen und Herren,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;ich werde bezüglich Waffenverbotszonenverordnung und Waffengesetz nicht ganz schlüssig, ob ich mein Multitool bei Bahnfahrten im Rucksack haben darf. Das Multitool ist ein Leatherman Kick mit einer 6 cm langen Klinge. Die Klinge kann nur beidhändig ausgeklappt werden. Sie wird von einer Feder gehalten, kann mit Druck wieder eingeklappt werden. Ich habe Bilder vom Multitool und der Arretierung angehängt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Darf ich dieses Werkzeug bei Bahnfahrten im Rucksack dabeihaben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit freundlichen Grüßen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Martin Ueding&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Als Antwort bekam ich dann dies:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Düsseldorfer Hauptbahnhof bspw. gehört nicht zu dem Gebiet, welches die Waffenverbotszone umfasst. Aus diesem Grund greift hier § 53 Abs. 1 Nr. 21c WaffG.
Gemäß vorgenannter Rechtsgrundlage gilt für solche Messer ein generelles Führungsverbot ab einer Klingenlänge von mehr als 12,0 cm. 
Das von Ihnen benannte Multitool weist eine Klingenlänge von 6,0 cm auf und ist somit erlaubnisfrei. Es empfiehlt sich jedoch, dass Multitool während der Bahnreise in einem verschlossenen Behältnis zu transportieren.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich frage nach einer Rechtslage und bekomme ein »es empfiehlt sich jedoch«. Ja, ist es jetzt erlaubt oder nicht? Und was ist ein verschlossenes Behältnis? Ein kleines Mäppchen mit Reißverschluss oder aber eine Schließkassette mit drei Vorhängeschlössern? Entsprechend habe ich noch einmal nachgefragt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wie ist denn eine Empfehlung juristisch zu verstehen? Ist es erforderlich das zu tun?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und zählt ein Fach eines Rucksacks als "verschlossenes Behältnis"?&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Das hier bekam ich als Antwort:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;der Begriff „verschlossenes Behältnis“ wird im Waffenrecht nicht definiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter einem verschlossenen Behältnis ist ein Behältnis oder eine Verpackung zu verstehen, welche den unmittelbaren Zugriff auf das Messer verhindert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Rucksack, der lediglich durch einen einfachen Reißverschluss verschlossen wird, verhindert nicht den unmittelbaren Zugriff.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sofern Sie das Multitool nach Ankunft an Ihrem Zielort zwingend benötigen -das Mitführen somit unerlässlich für Sie ist-, empfehle ich Ihnen den Rucksack zusätzlich durch das Anbringen eines Vorhänge- oder Zahlenschlosses zu sichern.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Okay, dann brauche ich also irgendwas mit einem kleinen Schloss. Immerhin ist das dann etwas geklärt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schön war dann auch noch am Ende die Floskel, dass man jetzt keine Lust mehr hätte:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Für weitere Rückfragen in dieser Angelegenheit wenden Sie sich bitte an die Bundespolizeiinspektion.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Also da hat die Polizei eine Stelle für Waffenrecht, mag mir dort aber nicht meine Stelle zum Waffenrecht beantworten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fazit"&gt;Fazit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ich weiß jetzt noch immer nicht, wie es mit dem Taschenmesser in meinem Rucksack ist. Wenn ich ein Schloss an den Rucksack mache, wäre es wahrscheinlich in Ordnung. Aber das ist schon sehr lästig. Und ob das nötig ist, weiß ich auch nicht.&lt;/p&gt;</description><category>Jura</category><category>Messer</category><category>Messerverbot</category><guid>https://martin-ueding.de/posts/darf-ich-mein-multitool-in-der-bahn-mitnehmen/</guid><pubDate>Tue, 29 Apr 2025 22:00:00 GMT</pubDate></item></channel></rss>