Zu wenig Parkplätze

Schaut man hier aus dem Fenster, sieht man unmittelbaren Handlungsbedarf. Es gibt einfach zu wenig Parkplätze. Und zwar nicht nur so eine handvoll zu wenig. Das ist ein großes Problem! Das zieht sich hier durch die ganze Nachbarschaft und auch rund um die Uni herum besteht das Problem.

Zum Beispiel hier:

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Dort sieht man, dass die armen Anwohner ihr Auto auf die Straße stellen müssen, weil es nicht genug ordentliche Parkplätze gibt. Und aufgrund von Einfahrten muss dann teilweise die Straßenseite gewechselt werden, auf der man parken darf.

Für die Anwohner ist das schön, dass sie ihr Auto nahe am Haus haben. Was würde ein Auto auch bringen, wenn man mehr als fünfzig Meter zum Auto laufen muss? Das Problem ist, dass der Verkehr in so zugeparkten Straßen nicht mehr flüssig läuft. Fährt man selbst als Autofahrer durch so eine Straße, muss man ständig warten. Hier sollte man dringend etwas tun, und zwar mehr Parkplätze schaffen!

Da man als Stadt natürlich Geld sparen möchte, kann ich es durchaus verstehen, dass man da einfach die eine Hälfte der Fahrbahn zum Parken freigibt. Aber das ist einfach zu kurz gedacht. Schließlich sind ja gerade die Autofahrer die Leute, die dem Staat und der Stadt das Geld erst geben (KFZ- und Mineralölsteuer). Bei den Autofahrern zu sparen ist also Sägen am eigenen Brett.

Und die Straße oben ist nicht das einzige Beispiel. In der Nähe von der Uni gibt es eine Straße, wo die verzweifelten Anwohner schon auf beiden Seiten parken müssen:

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So etwas sollte schleunigst abgeschafft werden! Als Autofahrer hat man ein Recht auf zügiges Durchkommen. Und als Anwohner hat man ein Recht auf seinen persönlichen Parkplatz. Der ehemalige Innenminister Friedrich hat die Sicherheit zu einem Supergrundrecht befördert. Das ist gut, nur wie kommen wir dort hin, gibt es doch zu wenig Parkplätze in der Stadt? Hier sehe ich den Gesetzgeber in der Pflicht, ein Grundrecht auf den persönlichen Parkplatz am Haus muss her. Eigentlich ist auch das zu kurz gedacht. Man sollte hier direkt Nägel mit Köpfen machen und das Supergrundrecht des Parkplatzes einführen. Schließlich soll man ja auch am Arbeitsplatz zügig einen Parkplatz finden. Und die Gäste zuhause auch.

Das ganze hat auch was mit dem Umweltschutz zu tun. Muss man nur mal drüber nachdenken. Schließlich ist das ganze Bremsen und Beschleunigen in derart zugeparkten Straßen eine Belastung durch die ganzen Abgase, die dort ausgestoßen werden. Die Anwohner müssen selbst auch deutlich länger durch die Gegend kurven, bis sie einen Parkplatz gefunden haben. Würde man die parkenden Autos von der Straße holen hätte man das Problem nicht.

Bei uns vor der Tür hat der Eigentümer der Wiese schon richtig angesetzt. Der hat dort einen Parkplatz hingebaut. Dieser Parkplatz ist jetzt auch komplett voll. Das ist doch ein starkes Indiz dafür, dass es nicht genug Parkplätze gibt. Auf der anderen Seite des Hauses gibt es eine große Wiese mit mehreren Bäumen. Das sieht immer so doof grün aus, und man hat ständig den Ärger mit dem wachsenden Gras und den abfallenden Blättern. Außerdem ist der Nutzen wirklich gering, was will man auch mit ner Wiese? Von daher könnte man da ein Parkhaus hinsetzen. Und zwar nicht so billig-billig, sondern direkt was ordentliches. Also bis drei Meter (das ist wohl leider das Minimum, meine ich) an die Häuser dran und dann so mit zehn Etagen. Das sollte dann erstmal reichen, zur Not kann man da noch nach oben expandieren. Dann hätte jeder genug Parkplätze für seine Autos und die seiner Gäste. Die Straße wäre frei und man kann wieder zügig fahren ohne um die parkenden Autos der Anwohner herum fahren zu müssen.

Falls es so klingt, dass ich den Anwohnern die Schuld für die zugeparkten Straßen geben möchte, muss ich das korrigieren. Die Anwohner handeln hier in Notwehr. Irgendwo muss man sein Auto ja parken. Und mit irgendwo meine ich natürlich innerhalb von fünfzig Metern von der Haustür.

Man muss sich echt fragen, warum man in so eine schlecht strukturierte Gegend ziehen sollte. Man schaut sich das nur mal hier an:

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Das ist immerhin eine Einbahnstraße, damit einem kein störender Gegenverkehr den Fluss nimmt. Aber leider ist die für Radfahrer freigegeben, so dass man doch wieder ständig abbremsen muss. In den USA ist das deutlich besser geregelt. Da gibt es einfach vielspurige Straßen, genug Parkplätze für allen und einfach gar keine Fahrradfahrer. So wünscht man sich das als Autofahrer. Warum können die das und wir nicht? Liegt das etwa am strengen europäischen Datenschutz? Falls ja, muss der halt weg.

Der immense Investitionsstau bei Parkplätzen ließ sich ja noch verkraften, wenn es zum Auto ernsthafte Alternativen geben würde. Aber die gibt es einfach nicht.

  • Fahrrad: Mit dem Fahrrad in einer Stadt fahren ist einfach nur Selbstmord. Man gefährdet die ganzen Autofahrer mit seiner geringen Geschwindigkeit. Dies zwingt die Autofahrer zu riskanten Überholmanövern in den durch parkende Autos verengten Straßen. Die meisten Radfahrer sind auch nicht hinreichend trainiert um aus einer Gefahrensituation herauszubeschleunigen. Das führt ständig zu brenzligen Situationen die nur durch das vorausschauende Fahren der gebeutelten Autofahrer nicht zum Ultra-Super-GAU führen.

    Außerdem ist in Bonn das Wetter wirklich kein Fahrradwetter. Ständig gibt es Temperaturen außerhalb von 19 bis 21 Grad Celsius und davon unabhängig noch Regen. Da ist die Erkältung doch schon im Voraus vorprogrammiert. Und wenn dauernd alle Arbeitnehmer krank sind leidet auch das Bruttosozialprodukt.

    Die Reichweite ist sogar noch kleiner als mit einem Elektroauto. Und die will ja schon keiner haben. Mit einem Diesel kann man über 1.000 km fahren, bevor man tanken muss. Und das ohne Vorbereitung, jederzeit und 24/7/365. Mit dem Fahrrad geht das nicht.

    Die Zuladung ist auch unter aller Kanone. Schon mal eine Waschmaschine auf dem Fahrrad transportiert? Oder einen Kasten Bier mit dem Wocheneinkauf für eine fünfköpfige Familie? Viel Spaß.

  • Bus: Ha! Der war gut. Im Film „Eight Mile“ wird erklärt, warum alle Busse so große Scheiben haben. Und zwar „damit alle sehen können, dass du mit dem Bus fahren musst“. Das sagt doch schon was über die soziale Brandmarkung aus, die man damit erhält. Also ich möchte meinen Kindern das nicht antun. Und mir selbst auch nicht, ich bin ja schließlich Akademiker. Mit Niveau, versteht sich.

    Das Transportieren von Dingen geht da auch nicht wirklich gut. Schon mal da eine Waschmaschine transportiert? Vor allem, wenn gerade wieder drei Kinderwagen und ein Rollator da drin ist? Fahrradfahrer werden ja wenigstens rausgeschmissen, wenn zu wenig Platz ist. Aber mit einer Waschmaschine kommt man wohl schlecht gegen einen Rollator an. Und will man wirklich ein Verkehrsmittel unterstützen, das Leute mit Rollator am wichtigsten nimmt? Nur mal so als Frage …

    Und natürlich kommen die Busse ständig zu spät. Und sie fahren nicht nachts. Und auch nicht Sonntags. Und an Weihnachten auch nicht. Wie soll man sich nachts noch Fertigpizza von der Tanke besorgen? Außerdem muss man bei Wind und Wetter noch immer zur Bushaltestelle gehen und dort warten. Das ist doch ekelhaft.

  • Bahn: Bahnfahren hat den gigantischen Nachteil, dass man dort ständig Umsteigen muss. Es gibt nie Direktverbindungen außer in so theoretischen Fällen, die immer realitätsfern sind. Da steht man dann immer an den Bahnhöfen herum und darf auf den nächsten Zug warten, weil man wegen der Verspätung seinen Anschluss verpasst hat. Die Bahnsteige sind meistens zugig und kalt. Und natürlich auch dreckig. Eine Zumutung. Und dann muss man auch immer diese Treppen zu den Bahnsteigen rauf- und runtersteigen, das macht die Knie kaputt.

    Die Leute, die mit der Bahn fahren, machen auch keine sonderlich gute Atmosphäre. Da sind ständig irgendwelche Raudis, mit denen man sich eigentlich gar nicht abgeben möchte. Teilweise haben die auch ihre Schuhe auf den Sitzen und man setzt sich dann mit seinem Anzug dort rein. Wie soll man denn als Außendienstler ernst genommen werden, wenn man ein Kaugummi am Anzug kleben hat?

    Außerdem streikt die Bahn ständig. Also eigentlich ist es eine Ausnahme, dass die mal fährt. Und an speziellen Tagen natürlich auch wieder nur nach Sonderfahrplan, den man sich erst holen muss. Wie gesagt, wenn man mitten in der Nacht noch mal los möchte, geht das wirklich nicht. Und in den Diesel-Kombi kann man sich nachts reinsetzen und 1.000 km fahren. Und man braucht auch keine Sitzplatzreservierung.

    In der Bahn darf man auch nicht rauchen. In Bussen ist das ähnlich. Rauchen ist die letzte Freiheit, die man uns noch gelassen hat. Und die wird immer weiter eingeschränkt. Gut, dass man noch in seinem eigenen Auto eine Hotbox mit Zigaretten haben darf.

  • Carsharing: Leider muss man ja inzwischen Carsharing als sogenannte „Alternative“ zum eignen Auto auflisten. Aber das ist wirklich nur dummes Zeug. Denn das Carsharing ist ja nicht direkt vor der Haustür. Das ist irgendwo am Ende der Welt. Daher braucht man ein eigenes Auto um dahin zu fahren und ein Auto zu leihen. Und das soll jetzt ein Vorteil sein?

    Außerdem muss man sich jetzt immer Sorgen machen ob auch genug Autos vorhanden sind. Am Ende ist irgendwas und alle Autos sind zur gleichen Zeit in Beschlag. Und wenn man sich Sonntags nachts bei Eisregen dann zum Carsharing Center gequält hat, muss man wieder zu Fuß wieder zurück, weil kein Bus mehr fährt? Bitte an Lungenentzündung und das Bruttosozialprodukt denken.

    Und das Grundproblem mit den Parkplätzen ist noch immer nicht gelöst. Man muss zwar zuhause keinen Parkplatz suchen, aber dafür noch immer am Fahrtziel. Das ist überhaupt nicht durchdacht.

Man kann also zusammenfassen und sagen, dass am eigenen Auto einfach kein Weg vorbei geht. Wenn ich es mir endlich leisten kann, möchte ich auch ein Auto. Und zwar ein richtig großes, fettes. Für die erhöhte Sitzposition und die Zuladung. Und natürlich auch für den Komfort, ich bin ja nicht arm. Aber natürlich mit Diesel oder LPG/CNG, das kann ja sonst keiner bezahlen. Meine Kinder werden vom ersten Tag an zum Kindergarten gefahren. Ich kann es einfach nicht verantworten, dass sie von einem rücksichtslosen Fahrradfahrer angefahren werden. Mit dem Bus fahren ist für die Psyche sicher auch nicht gut, das sollte man vermeiden.

Zur Schule das gleiche. Kinder mit dem Bus fahren lassen zwingt sie zum früheren Aufstehen. Und Schlaf ist wichtig, das sollte man sich nicht so leichtfertig von ein paar Öko-Terroristen (wahrscheinlich noch linksradikal oder so) nehmen lassen. Wenn man die Kinder zur Schule fährt können diese mindestens zwanzig Minuten länger schlafen. Das sollte man sich seine Kinder schon wert sein lassen.

Sobald die dann 18 sind erhalten die ihr eigenes Auto. Wer will schon so uncool sein und nicht selbst mit dem eigenen Auto zur Schule fahren? Allerdings wird es hier wichtig, dass man sich ein Gymnasium mit vielen Parkplätzen ausgesucht hat. Ansonsten empfinden die Kinder das Autofahren als lästig, weil man so lange nach einem Parkplatz sucht. Da hilft zur Not nur ein Schulwechsel.

Anstelle vom Breitbandausbau sollten wir uns als Nation erstmal auf den Ausbau der Parkplätze konzentrieren. Kurzfristig könnte man die Gehwege zum Parken freigeben. Damit wären die Straßen wieder frei und wir würden nicht ständig auf den Gegenverkehr warten. Die Gehwege werden dann auch nicht mehr gebraucht, weil sich ja jeder ein Auto vor die Tür stellen kann und Autofahren wieder Spaß macht weil der Verkehr fließt.

Als nächstes sollte man öffentliche Parks zu Parkhäusern umbauen. Der Name sagt es doch schon, das liegt doch auf der Hand. Das wird aber nicht reichen, um jeder volljährigen Person drei Parkplätze (einer Zuhause, einer für Gäste, einer auf der Arbeit) garantieren zu können. Die Regierung muss da noch weiter gehen um nicht ständig vor dem Bundesverfassungsgericht wegen dem Supergrundrecht auf Parkplätze zu stehen. Ich sehe da zum Beispiel die Enteignung von Vorgartenbesitzern als ein Instrument. Man könnte alle Besitzer von Vorgärten zwingen dort Parkplätze draus zu machen. Davon werden dann natürlich direkt zwei Stück pro Bewohner für die Bewohner selbst reserviert. Alle überschüssigen werden der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

In der eng bebauten Innenstadt wird das natürlich schwerer. Aber hier muss man dann halt Tiefgaragen bauen. Für alle Neubauten sollten Tiefgaragen verpflichtend sein. Im Zweifelsfall kann man die Tunnel der U-Bahn nehmen und dort Parkhäuser einbauen. Die U-Bahn ist ja auch nur die billig-billig Lösung gegen die Parkplatznot, von daher kann die weg wenn der Parkplatzausbau wirklich durchgeführt wird.

Sobald genug Parkplätze da sind, klappt das auch mit den Elektroautos. Die Leute kaufen die ja nicht, weil die schlecht wären. Die kaufen die einfach nicht, weil es nicht genug Parkplätze gibt. Das ist das eigentliche Problem. Daher muss man hier den Investitionsstau auflösen und jedem mehrere Parkplätze per Verfassung garantieren. Und schon werden die Leute sich noch mehr Autos kaufen.