Grüne Welle für grüne Umwelt

Es gibt diverse Bestrebungen mehr gegen die Umweltschädlichkeit von Verkehr zu tun, hauptsächlich um Strafzahlungen nach Brüssel zu verhindern. Dabei werden aber Schritte in die vollkommen falsche Richtung unternommen. Es folgt eine Auflistung von sinnvoller Maßnahmen.

Zuerst muss man sich klarmachen, dass die deutschen Autofahrer schon stark eingeschränkt werden. Sie müssen überall extra bezahlen, sei es KFZ- und Mineralölsteuer, vorgeschriebene Haftpflichtversicherung und Parkscheine. Positiv erwähnen muss man Programme wie die »Abwrackprämie« oder die »Ausländermaut«, die den deutschen Autofahrer entlasten.

Dann kommen noch Mängel in der Infrastruktur dazu wie Schlaglöcher, Autobahnen mit weniger als drei Spuren pro Richtung und vor allem fehlende Parkplätze in Wohngebieten und Innenstädten. Ebenfalls ein eklatanter Mangel ist die Vermischung verschiedener Verkehrsteilnehmer auf den Straßen der Autos. Da Fahrräder, Busse und Mofas auf der Straße fahren dürfen, werden die Autofahrer ständig ausgebremst und zu gefährlichen Überholmanövern gezwungen.

Als wäre dies nicht noch genug gibt es noch direkte Gängelungsmaßnahmen wie rote Wellen, Geschwindigkeitskissen und Tempolimits auf der Autobahn. Dazu kommen Umweltzonen und demnächst noch Fahrverbote für Diesel.

Bei all diesem Irrsinn muss man sich immer fragen, ob das eigentlich dem Zweck dient: Werden dadurch weniger Schadstoffe ausgestoßen? Gehen wir diese mal der Reihe nach durch.

Die Steuern, die auf Autos und den Kraftstoff erhoben werden, ist bares Geld aus der Tasche der Autofahrer. Häufig kommt das Argument, dass Kraftstoff teuer sein muss, damit die Autofahrer sich sparsame Autos kaufen. Aber wenn man sich die modernen Autos mal anschaut erzeugen gerade die Turbobenziner mehr Feinstaub als ältere Autos ohne Turbolader. Zudem wurde gerade durch den CO₂-Wahn die Balance der Schadstoffe zu mehr Stickoxid verlagert. Diese sind aber direkt für Menschen schädlich, während CO₂ in der normalen Luft schon in nicht-verschwindender Konzentration vorkommt und von Pflanzen als Baumaterial genutzt wird. Wenn man es so sieht, werden aus dem CO₂ der Automotoren Pflanzen, grüner geht es nicht. Große Motoren ohne Turbolader verbrauchen zwar mehr Kraftstoff (mehr CO₂), dafür erzeugen sie deutlich weniger Gifte. Hier wäre es also im Interesse der Gesellschaft die Motoren nicht nach Hubraum oder Verbrauch zu besteuern, sondern eher die großen Motoren ohne Turbolader zu fördern.

Zudem muss man sich fragen ob jemand mit einem mickrigen Dreizylinder-Turbomotor oder der mit dem üppigen V8 das schönere Fahrgefühl hat. Denn jemand, der durch den sonoren Sound seines Autos Freude erfährt und entspannt ist, hat es gar nicht nötig aggressiv und damit Umweltschädlich zu fahren.

Als nächstes die Parkplätze. Hier gibt es verschiedene Dinge, die Autofahrer davon abhalten direkt einen Parkplatz zu finden. Zum einen sind viele Parkplätze einfach viel zu klein bemessen. Wenn da jemand nicht gut geparkt hat, kommt man in den zweiten Parkplatz nicht mehr rein. Eine angemessene Größe erlaubt hier einfaches und schnelles Einparken, das ebenfalls Kraftstoff spart. Dann werden viele Parkplätze »bewirtschaftet«. Diese Abzocke bringt Geld in die Stadtkasse und soll außerdem Leute davon abhalten überhaupt erst mit dem Auto zu fahren. Da die Leute aber auf ihr Auto angewiesen sind, müssen sie an anderer Stelle einen kostenlosen Parkplatz suchen. Dies erfordert längere Strecken zur Parkplatzsuche, bei der unnötig Kraftstoff verbraucht wird. Daher sollten alle Parkplätze gleichberechtigt kostenlos sein.

Da es in den Städten zu wenig Parkplätze gibt, führt dies zu einem hohen Parkdruck. Dies erhöht natürlich ebenfalls die Zeit, in der man nach einem Parkplatz sucht. Es gibt Studien die gezeigt haben, dass ein guter Teil des Verkehrs in der Stadt nur Parksuchverkehr ist. Hier könnte man mit genügend Parkplätzen vor jedem Büro, Geschäft oder Park direkt die Straßen entlasten. Zudem müssen die Autos irgendwohin. Daher kann sich die Stadt aussuchen, ob sie einfach legal Parkplätze schafft oder ihre eigenen Bürger in die Illegalität drückt. Ist wie mit Drogen: es verbieten schafft es nicht ab, es wird nur kriminell dadurch.

Schlaglöcher sind gefährliche Fallen für kleine Autos. Daher kaufen sich die Verbraucher zu recht Stadtgeländewagen, damit sie sicher durch die Stadt fahren können. Mit einem kleinen Auto muss man ständig bremsen und die Schlaglöcher umfahren, dies verbraucht unnötig Treibstoff. Die Stadtgeländewagen verbrauchen schon mehr als die kleinen Autos, angesichts der Infrastruktur ist dies aber den Autofahrern nicht anzulasten. Wenn die Straßen in Schuss wären, könnte man auch gefahrloser ein kleines Auto fahren.

Autobahnen mit nur zwei Spuren zu bauen führt ebenfalls zu unnötigem Spritverbrauch. Durch die geringe Kapazität kommt es, insbesondere bei Elefantenrennen, ständig zu Staus. Im Stau kommt man nicht voran und der Motor läuft nicht unter optimaler Last. Resultat ist mehr Spritverbrauch als bei freier Strecke.

Radfahrer und Busse auf der gleichen Straße fahren zu lassen erscheint nicht mehr so absurd, wie es ist, weil man sich über die Jahre damit abgefunden hat. Aber wer kommt auf die Idee Autos, die aus eigener Kraft 250 km/h fahren zu können, mit Fahrrädern (15 km/h) und Mofas (45 km/h) zu lassen? Man hat ja auch keine Fußgänger (5 km/h) auf der Straße, aus gutem Grund! Wenn man einen Radfahrer überholen muss, so muss man manchmal auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Da aber durch den ganzen Parksuchverkehr ständig Gegenverkehr kommt, kann man den Radfahrer teilweise erst nach dem Verringern der Geschwindigkeit passieren. Es folgt eine Beschleunigungsphase, die wieder Kraftstoff verbraucht. Der Autofahrer muss sogar diesen zusätzlichen Sprit aus eigener Tasche zahlen, während der Radfahrer nichts für die Infrastruktur bezahlt. Die Lösung ist, analog zur Trennung von Autos und und Fußgängern, alles von der Straße zu entfernen. Zudem mag man sich fragen, warum Autos und Fahrräder mit ihren so unterschiedlichen Geschwindigkeiten (250 und 15) kombiniert werden, und nicht einfach alle Radfahrer auf den Gehweg kommen. Gemeinsame Geh- und Radwege gibt es ja schon an einigen Stellen, dies sollte einfach überall gemacht werden. Radfahrer sind ja auch flexibel, die können auf die Fußgänger gut Rücksicht nehmen. Dies schützt auf die Radfahrer, die bei teilweise nötigen knappen Überholmanövern ihre Balance verlieren und sich verletzen; insbesondere wenn sie keinen Helm tragen. Busse sollten ebenfalls von der Straße verschwinden und konsequent in U-Bahn Linien umgewandelt werden.

Die »Grüne Welle« wäre ebenfalls etwas, was mit geringem Aufwand den Ausstoß an Schadstoffen verringert. Autos, die an einer roten Ampel stehen, verbrennen einigermaßen unnötig Benzin oder Diesel. Natürlich muss die Klimaanlage und das Radio betrieben werden, jedoch hätte bei einer direkt grünen Ampel nicht erst verzögert und dann beschleunigt werden müssen. Zudem vermindert dies den Reifen- und Bremsenabrieb.

Umweltzonen kann man sich ganz sparen. Schließlich wird sich niemand aus eigener Tasche ein neues Auto kaufen, nur um den direkten Weg fahren zu können. Diejenigen werden einfach einen Umweg fahren. Und da der Wind die Schadstoffe von außerhalb auch in die Umweltzone trägt, hat man dadurch unterm Strich eher verloren. Ließe man die Leute mit ihren weniger sauberen Autos doch einfach nur friedlich die direkte Strecke fahren. Fahrverbote für Diesel bringen ebenfalls nur längere Umwege.

Wenn man möchte, dass die Leute modernere Autos fahren, so muss man dies eben fördern. Die Abwrackprämie und die Prämie für Elektroautos sind ein guter Schritt, diese Programme müssen ausgebaut werden. Vielleicht könnte man sogar über einen Staatsfond ein Leasing für alle organisieren, sodass jeder Bürger ein Auto der neusten Schadstoffklasse gestellt wird. Solange der Staat hier aber lieber seinem »Schwarze Null«-Fetisch nachgeht als den Leuten saubere Autos zur Verfügung zu stellen, solange kann ich über die Umweltbestrebungen nur müde lachen.