Frust mit Paketen

Pakete bekommen ist ja meist eine schöne Sache. Seid ich allerdings tagsüber meist im Büro bin, laufe ich denen immer häufiger nach. Das Problem ist natürlich, dass ich durch Bestellen von Waren den Kaufprozess asynchron machen möchte, das Annehmen des Paketes allerdings eine Synchronisierung erfordert. Dabei müsste das so nicht sein.

Bei Briefen muss ich nicht zuhause sein, die werden einfach in meinen Briefkasten gelegt. Die Post und alle anderen Zusteller (z.B. für Pizzaflyer) können den gleichen Briefkasten nutzen. Wann immer ich am Briefkasten vorbeikomme, kann ich meine Briefe entgegennehmen.

Die Briefkästen sind leider nicht für Pakete ausgelegt worden. Daher gibt es jetzt einen ganzen Haufen inkompatibler Insellösungen.

Paketshops

Wenn ich ein Paket mit DHL geschickt bekomme, kann ich es meistens an eine Packstation senden lassen. Diese funktioniert wunderbar und ist für mich auch ausreichend nah. Nur geht das ausschließlich für Pakete mit DHL.

Dann gibt es aber noch andere Firmen, die einem Pakete zustellen:

  • DPD
  • GLS
  • Hermes
  • UPS

Diese haben keine Packstationen sondern Paketshops. Das sind irgendwelche Läden, deren Inhaber sich noch ein Zubrot mit Paketen verdienen wollen. Meist hat so ein Laden einen Vertrag mit einem oder zwei der Zustellern, aber nicht allen. Dadurch muss man sich für jeden Zusteller einen dieser Paketshops aussuchen.

Die Öffnungszeiten dieser Läden sind alle unterschiedlich, aber immer noch deutlich praktischer als den ganzen Tag zuhause sein zu müssen.

Pakete aus dem Ausland

Wenn ich etwas bestelle, wird mir meist direkt angezeigt, mit welcher Firma das Paket versendet wird. Dann kann ich die DHL Packstation oder einen dar Paketshops auswählen und direkt dorthin versenden. Bestelle ich aber im Ausland, so ist nicht direkt klar, welche Firma das Paket dann am Ende zustellt. Wenn ich in England etwas bestelle, was dann mit “Royal Air Mail” verschickt wird, weiß ich nicht, welcher Zusteller das ausliefert. Und daher kann ich dann auch nicht direkt Adresse des Paketshops angeben, weil der mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Vertrag mit dem Zusteller hat.

Ich gebe also immer meine Privatadresse an und hoffe, dass ich dann doch zufällig zuhause bin, wenn das Paket ankommt. Meist ist das aber nicht der Fall, dann habe ich nur einen Zettel im Briefkasten. Das Paket ist dann manchmal bei Nachbarn, meist wird es am nächsten Tag in den nächsten Paketshop gebracht. Dadurch verzögert sich das um einen Tag.

Direkte Umleitung

Daher versuche ich es jetzt mit einer direkten Umleitung der Pakete an den jeweiligen Paketshop.

  • Bei DHL habe ich mich registriert und bekomme immer eine Email, wenn ein Paket auf dem Weg ist. Dann kann ich das noch umleiten. Anscheinend geht das aber nur per Paket und nicht generell.
  • Bei DPD habe ich jetzt angegeben, dass die Pakete bitte immer in den Paketshop zugestellt werden.
  • GLS bietet auf seiner Seite anscheinend keine Registrierung an. Dort muss ich dann für jedes Paket einzeln angeben, dass es an den Paketshop geht. Ansonsten wird dies erst nach dem gescheiterten ersten Zustellversuch gemacht, was wieder einen Tag extra kostet.

Bei den anderen Firmen steht das noch aus. Jede eine andere Webseite, jede eine andere Prozedur.

Sonderfälle

Einmal habe ich ein Poster bestellt. Das wurde in einer viel zu großen Verpackung geliefert, sodass es nicht in die Packstation passte. Daher wurde es zur nächsten Filiale gebracht, von der Packstation aus gesehen. Das ist aber nicht meine nächste Filiale hier. Kann passieren, hat aber auch wieder einen Tag extra gekostet.

Kreative Möglichkeiten

Als gäbe es noch nicht genug Chaos, bieten jetzt die verschiedenen Firmen Produkte wie einen Paketbriefkasten an, den man zuhause montieren kann. Scheitert hier im Mehrparteienhaus jedoch einfach am Platz. Außerdem haben DHL und die anderen Firmen hier wieder eigene Produkte, sodass man wieder nichts findet, was alles abdeckt.

Dann die Möglichkeit von einem bestimmten Zusteller die Pakete direkt ins Auto legen zu lassen. Geht auch nur mit gewissen neuen Autos. Das erscheint mir nicht sonderlich erstrebenswert, weil es auch nur ein weiterer Flicken ist.

Offene Packstation pro Straßenblock

Mein Vorschlag: Erstmal die DHL Packstationen für andere Unternehmen öffnen. Ich würde DHL auch gerne eine kleine Gebühr dafür zahlen, dass ich dort ein Paket dort empfangen kann. Sozusagen als gemieteten Paketbriefkasten, nur dass ich den eben nur brauche, wenn ich ein Paket bekomme. Und sollte ich mal drei Pakete an einem Tag bekommen, werden mir eben drei Fächer in der Packstation berechnet.

Dann sollte es eine offene Packstation an jedem Straßenblock geben. Pakete werden dann gar nicht mehr an jede Wohnungstür zugestellt, sondern alle direkt dort abgegeben. Dies macht es für die Firmen deutlich einfacher und spart eine Menge Zeit. Außerdem spart es vielen Leuten, die eben nicht zuhause sind, das Fahren zu diversen Paketshops und das Jonglieren mit diversen Adressen.

Wenn jemand sein Paket doch an die Wohnung geliefert haben möchte, so muss man das einmal angeben. Gerade Leute, die schwer zu Fuß unterwegs sind und häufig zuhause sind, können dann weiterhin persönlich ihre Pakete bekommen. Auch in Gebieten wo die Siedelungsdichte nicht hoch ist, kann man weiterhin individuell zustellen.

Insgesamt sollte dies Kosten sparen und vielen Empfängern Zeit. Das Problem wird wohl nur sein, dass kein Unternehmen diese Infrastruktur aufbauen möchte, weil es sich im Alleingang vielleicht nicht rechnet.