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Die Geschichte fängt irgendwo im Wald an. Jahre oder Jahrzehnte wachsen dort die Bäume, bis sie irgendwann groß sind. Irgendwann werden die Bäume gefällt und aus dem Wald abtransportiert. LKWs und vielleicht Züge fahren die Bäume durch die Gegend, einige von ihnen werden zu einem Papierwerk gebracht. Dort werden die Bäume zu Papier verarbeitet. Das Papier kommt dann wieder in große LKW.

Parallel dazu wird irgendwo, vielleicht in einem Kriesengebiet, Öl gefördert. Das Öl wird mit Schiffen und Tanklastern nach Europa gebraucht. In einer Fabrik für Plastik wird dann aus dem Öl ganz dünne Plastikfolie hergestellt. Die Plastikfolie wird auf großen Rollen eingepackt und vielleicht mit LKW transportiert.

In der Nähe von Jülich legen die Schaufelradbagger immer mehr Erde frei, um noch mehr Braunkohle zu fördern. Hausbesitzer bekommen gesagt, dass sie umziehen müssen, weil der Stromkonzern gerne die ganze Kohle unter dem Dorf abbauen möchte. Die Kohle wird abgebaut und verfeuert, damit man Strom für die weiteren Schritte hat.

In einer Druckerei irgendwo wird auf das Papier dann ganz viel Farbe aufgebracht. Die zu Druckenden Inhalte haben sich natürlich irgendwelche Designer und Journalisten ausgedacht. Mehrere Seiten werden zusammengefaltet. Weitere Faltblätter kommen noch hinzu und werden in das größte Dokument reingelegt.

Hier kommen nun Papier und Plastikfolie zusammen. Jeweils ein Packen wird in eine Plastikfolie geschweißt. Die ganzen eingeschweißten Magazine werden vielleicht in Kisten gesammelt und in Kisten wieder in LKW verladen. Die großen LKW fahren dann durch das ganze Land in jede Stadt und laden dort die Kisten mit den Magazinen ab.

Die örtlichen Briefträger bekommen auf ihrer Runde dann eine Menge dieser Magazine mitgegeben. Sie fahren mit ihren Fahrrädern die Straßen entlang und stopfen das Papier-Plastikgemisch in die Briefkästen, die kein „Keine Werbung“ Schild tragen.

Wenn ich morgens das Haus verlasse sehe ich immer mal wieder so einen Stapel auf den Briefkästen liegen. Der Briefträger legt einfach einen Stapel ins Haus rein anstelle die in jeden Briefkasten einzeln zu frickeln. Ich nehme den Stapel auf meinem Weg zu den Mülltonnen und knalle die da einfach ungelesen rein.

Wochen später kommt die Müllabfuhr und nimmt das Altpapier mit. Sie nehmen auch noch den ganzen anderen Papiermüll mit, der so in der Zwischenzeit angefallen ist. Dieser wird mit einem LKW, dem Müllwagen, dann abtransportiert und irgendwo in der Stadt zusammengekippt. Das Papier wird vielleicht noch grob nach Art getrennt. Ich habe auch die Hoffnung, dass die Plastikfolie da herausgefischt wird. Aus dem ganzen Altpapier wird dann neuer Rohstoff, der wieder durch das ganze Land gekarrt wird.

Das Altpapier wird dann vom Produzenten für Toilettenpapier eingekauft. In seiner Fabrik wird dann (vielleicht unter Zugabe von neuem Holz) recycling-Toilettenpapier hergestellt. Das wird dann auch wieder in Plastik verpackt und an die Supermärkte geliefert. Irgendwann kaufe ich dann in Plastik eingepacktes Klopapier und nehme es mit nach Hause.

Den Zwischenschritt könnte man sich eigentlich sparen und mir direkt Toilettenpapier wöchentlich zukommen lassen. Davon hätte ich irgendwie mehr.